Schlagwort-Archiv: dumme Werbung

Blondinen-Witz auf Lübzer Art

Bereits seit 1877 produziert die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH ihr Bier im Norden unseres Landes. Und heute gibt es dazu auch Lübzer Zitrone und Lübzer Grapefruit, beides alkoholfrei und mit 5.5% Frucht.

Und wie genießt der Konsument die Fruchtbrause aus Mecklenburg? Die Werber zeigen es uns in Wort und Bild: „Brause auf Lübzer Art“ meint: Das Sprudelgetränk wird aus einem Eimer über dem nackten Mann gekippt, der in einem Waschzuber sitzt, die Arme hoch- und den Mund aufreißt.

Kein Wunder, dass die Frau darauf bestanden hat, dass ihr Gesicht in dieser Reklame unkenntlich gemacht wird. Denn welche Frau möchte sich schon erkennbar in einem Blondinen-Witz veralbern lassen?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Juni 2017

Vernel, ein Unisex-Weichspüler für Pariser

Hat sich jemand von Euch schon mal in Parfüm gekleidet? Also nach der Dusche nicht in die Klamotten geschlüpft, sondern in einen Duftnebel…? Bei Frauen kann der Spießer sich das wunderschön vorstellen. Aber bei Männern? Alfons weiß nicht so recht.

Der Grund für die Eingangsfrage liegt wieder einmal in der Werbung. Da ist eine Anzeige von Vernel, dem Weichspüler. Und wer den in seine Waschmaschine tut, der duftet hernach wie in Parfüm gekleidet, wenn man dem Textdichter glauben darf.

Bei Parfüms ist es eigentlich so, dass die Düfte für Frauen und Männer in den meisten Fällen unterschiedlich sind. Vernel scheint ein Gender-Prdoukt zu sein mit Unisex-Duft. Und der erzeugt angeblich ein „Ein Gefühl zum Verlieben“, weshalb man natürlich sofort an Paris erinnert wird, die Stadt der französischen Liebe. Volà!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. Juni 2017

Wer möchte wirklich, dass es ihm viel zu gut geht…?

Wenn Eltern sich über Kinder äußern mit dem Satz: „Es geht euch einfach viel zu gut!“, dann bedeteut das: Weil ihr keine Probleme habt, leidet ihr an euch selbst. Oder anders ausgedruckt: Wohlstand allein macht noch lange nicht glücklich. Corpus Delicti: Laut Studien von Glücksforschern zählen wir Bewohner der G-8-Staaten sogar zu den traurigsten Menschen der Welt.

Seat schreibt in in der Headline seiner Anzeige: „Heutzutage haben es Teenager doch einfach viel zu gut.“ Und dann wird „Teenager“ durchgestrichen und durch „Eltern“ ersetzt, was meint: Teenager haben es nicht viel zu gut, sondern die Eltern derselben. Das allerdings nur, wenn sie den neuen Seat Leon ST besitzen. Und deshalb kann Spießer Alfons von diesem Auto bloß abraten!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. Juni 2017

Sparkasse Holstein: Augen zu und durch – oder was…?

Werbung soll im Allgemeinen die Fragen der Rezipienten beantworten, bevor die sich diese Fragne überhaupt gestellt haben. Im Allgemeinen. Im Besonderen jedoch ist es anders: Häufig sehen und erleben wir Werbung, wo wir als Betrachter gar nicht wissen, was uns der Werbedichter überhaupt sagen will.

Ein Beispiel für die Eingangsthese des Spießers ist die nebenstehende Anzeige der Sparkasse Holstein, deren Werbung schon immer der Fragen würdig, also fragwürdig gewesen ist. Im Werbebilde sehen wir dort ein Paar. Und der weibliche Teil des Paares hält dem männlichen Partner die Augen zu. Darüber scheint dieser sich sehr zu freuen. Und wir lesen dazu: „Holstein mein Zuhause. Holstein meine Bank.“

Und wie lautet die Botschaft dieser Anzeige? Wir entnehmen dem Text: „Meine Neue kommt aus Holstein. Wechseln Sie jetzt und profitieren Sie dreifach.“ Woraus der spießige Leser schlussfolgert: Der Mann im Bilde hat eine neue Frau, die aus Holstein kommt. Und der Anzeigenleser soll seine Partnerin ebenfalls wechseln und dabei dreifach profitieren. Zum Beispiel beim „Holstein GiroOnline“: Hier bekommt man bei der Sparkasse Holstein zwar „nur 2,95 Euro pro Monat“, aber auch das sind am Jahresende immerhin 35,40 Euro, die für eine warme Mahlzeit ausreichend sind. Oder hat Spießer Alfons das mal wieder in den falschen Hals gekriegt…?

Natürlich könnte man die Botschaft in dieser Anzeige auch völlig anders verstehen, nämlich so, wie es am Fuße vermerkt ist: „Partnerschaft. Made in Holstein“. Was meint: In der Partnerschaft zwischen Kunden und Sparkasse Holstein steckt die Made drin. Deshalb: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Juni 2017

Volkswagen: Wie Touran-Fahrer auf den Hund kommen

Normalerweise ist es ja so, dass die Werber in ihren Werken immer nur die positiven Seiten von Produkten und Dienstleistungen darstellen. Normalerweise. Dass ein Werbungtreibender seinen Werbern es auch mal erlaubt, die Schwachstellen seiner Ware zu demonstrieren, das ist höchst selten. Umso mehr Aufmerksamkeit verdient die Anzeige von Volkswagen – siehe die Abbildung!

Es geht hier um den Touran „mit sensorgesteuerter Kofferraumöffnung“. Und im Werbebilde sehen wir, wie die Fahrerin ihr Auto verlassen hat und ins Haus geht. Und was macht derweil der Hund? Der öffnet die Kofferraumklappe per Pfote. So kann jeder Passant, der böse Absichten hat, sich selbst bedienen im sichtbar geöffneten Fahrzeug.

„Wir bringen die Zukunft in Serie“, lautet der Claim. Und Spießer Alfons fügt hinzu: „… und die Werbung auf den Hund“.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Juni 2017

Männer, wann habt Ihr Euch zuletzt den Bart gehobelt?

Männer, die sich die Barthaare rasieren, die können das auf zwei Wegen tun: elektrisch oder mechanisch, sprich Trocken- oder Nassrasur. Und wer zur Klinge greift, der greift heute zum Klingenblock, denn Hersteller wie Gillette und Wilkinson haben den Nassrasierer im Laufe der Jahre weiterentwickelt; die Apparate sehen nicht nur futuristisch aus, sondern sie sind zu Hightech geworden – siehe die beiden Abbildungen!

Und nun wird’s nostalgisch. Euro tops offeriert den „klassischen Nostalgie-Rasierhobel“, wie wir ihn noch kennen aus Zeiten unserer Väter und Großväter. Und der Textdichter behauptet, dass dieser Hobel zu den Dingen gehört, „die durch nichts zu ersetzen sind“, also weder durch Gillette noch durch Wilkinson. Und dann erklärt der Konsumpoet auch noch, wie man die Klinge in de Hobel einlegt. Und daneben eine „Kundenempfehlung“, nämlich: „Der Rasierer ist ohne Tadel, kann allen Naßrasierern (gemeint sind: Nassrasierer) empfohlen werden.“ Das sagt jedenfalls „Herr A.“, und der muss es schließlich wissen.

Nicht nur der „Rasierhobel“ zeugt von Nostalgie, sondern auch die Reklame dafür, die der Spießer von dem Versender via E-Mail erhalten hat.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. Mai 2017

toom-Baumarkt: Ehrerbietung fürs Zusammenschrauben

Was der Baumarkt Hornbach mit seiner Werbung mal begonnen hat, wird von anderen Baumärkten fortgesetzt, nämlich den Kunden als Hero darzustellen, weil er alles selber macht, was dazu geführt hat, dass der Heimwerker sich ein Schloss im Mond baut, um es mal überspitzt zu sagen.

Zuerst einmal ein Zitat aus Wikipedia und zum Stichtwort „Respekt“ und also lautend: Respekt … bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution. Eine Steigerung des Respektes ist die Ehrfurcht, etwa vor einer Gottheit.“

Und nun betrachtet bitte mal das Plakat von toom – siehe die Abbildung! Hier wird dem „Garten-Genießer“ ein Respekt gezeugt nach dem Slogan: „Respekt, wer’s selber macht“. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Mai 2017

Michelin: Mehr Profil am Lenkrad, sicherer Griff beim Lenken

Eine echte Innovation fürs Auto kommt von Michelin. Es ist dieses der „Michelin Pilot Sport4 S“, der beim Autofahrer für eine „echte Leidenschaft“ sorgt, die ein „außergewöhnliches Fahrerlebnis“ mit sich bringt – siehe die Abbildung!

Und wie funktioniert das? Wir erkennen, dass der „Pilot Sport“ um das Lenkrad montiert wird. Somit hat der Fahrer das Steuer besser im Griff als bei Lenkrädern, die kein Griffprofil haben, sodass die Hand des Fahrers öfter abrutscht und womöglich auf dem Oberschenkel der Beifahrerin landet.

Apropos der angezeigten „Leidenschaft“: Wir wissen ja alle, was „Leidenschaft“ bedeutet. Wer es nicht weiß, erfährt es hier: Leidenschaft ist eine Eigenschaft, die Leiden schafft. Und dazu gehört auch die Leidenschaft, mit der die Werber diese Michelin-Annonce geschaffen haben: Von der Headline bis zur Abbildung: Viel Leiden, wenig Freuden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. Mai 2017

Muss man ein ernstes Thema in der Werbung unbedingt mit doppeldeutigem Witz umschreiben?!

Wie das Elfenbein des Elefanten, so wird auch das Horn des Nashorns von Wilderern und Schmugglerbanden zu Geld gemacht. Zu sehr viel Geld, denn für ein Kilo Nashorn-Horn werden in Asien bis zu 50.000 US-Dollar gezahlt, was dem Preis von Heroin entspricht.

Die “Welt“ schreibt online: „Zermahlenes Nashorn-Horn gilt als Wundermittel, das angeblich eine fiebersenkende, entgiftende und krampflösende Wirkung hat. Es soll Kater und Kopfschmerzen lindern, bei Schlaganfällen und Epilepsie helfen und sogar Krebs heilen können. In Vietnam hat sich Nashornpulver zu einem Statussymbol entwickelt. Es gilt als Zeichen des Wohlstands und eines modernen Lebensstils, auf einer Party oder nach einem üppigen Essen frisch geriebenes Nashornpulver zu reichen, das mit Wasser vermischt als trübe Brühe getrunken wird.“

Und dafür werden Nashörner von skrupellosen Menschen gnadenlos umgebracht. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Mai 2017

Katzen-Content: Wo das Menschenleben für die Katz‘ ist

Was uns Menschen von den Tieren unterscheidet: Der Mensch isst vom Teller, das Tier frisst aus dem Napf. In der Werbung sieht das freilich anders aus: Da futtern die Menschen ihr Fastfood aus einer Pappbox. Und die Katzen speisen Meeresfrüchte & Hühnchen vom Teller – sogar mit Unterteller! Und der Spießer bekommt beim Betrachten akuten Brechreiz, obwohl er selber ein Tierfreund ist. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Mai 2017