Kategorie-Archiv: Dumm gelaufen

„Ohne für alle“: Warum ein Phamakonzern seine Reklame echt für den Arsch gemacht hat

Der Pharmakonzern Sanofi wirbt in einem Fachblatt für sein Lokalanästhesiemittel „Ultracain D ohne Adrenalin“. Dieses P®odukt verwenden Zahnärzte bei der Behandlung, um den Schmerz ihrer Patienten auszuschalten. Und der Textdichter aus der Werbeagentur fordert: „Machen Sie sich frei von allem, was Sie nicht brauchen.“ Womit offenbar Adrenalin gemeint ist genauso wie der Schmerz von Patienten, den der Zahnarzt bei der Behandlung nicht braucht.

Das aber hat der Artdirektor offensichtlich total missverstanden. Als er las, dass sich dort jemand freimachen sollte, hat er sofort an Männer und Frauen gedacht, die sich von ihren Klamotten befreien sollen, wenn sie zum Zahnarzt gehen. Und solch nackte Patienten hat er dann gesucht und gefunden – siehe das Werbefoto!

Wir sehen dort eine Reihe von Risikopatienten, die sich auf dem Weg zum Zahnarzt bei den Händen nehmen und jubilierend ihre Arme hochreißen nach der alten Werberegel: Sex sells. Und der Kunde der Agentur kam, sah und kriegte das, was er wollte.

Eines jedoch versteht der Spießer nicht und stellt deshalb die Frage: Warum werden die Protagonisten, die dort quasi ihr Testimonial abgeben, nur von rückwärts gezeigt? Haben die Damen und Herren sich vielleicht geschämt, weil sie sich bis auf die Haut frei gemacht haben von allem, was sie beim Zahnarzt nicht brauchen…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Mai 2019

Die Geschichte vom einbeinigen Vierbeiner auf drei Beinen

Viele Jahre lang hat Spießer Alfons seine Kolumne in der Zeitschrift HORIZONT geschrieben. Dort erkannte man eines Tages, dass die Anzeigen im eigenen Blatt immer weniger wurden. Daraus las man im Verlag ab: Anzeigen sind kein Thema mehr für die Zeitung für Marketing und Werbung, weshalb man die Kolumne des Spießers, die sich vorwiegend mit Print beschäftigt hat, im 49. Jahrgang ihres Bestehens eingestellt hat.

aus: HORIZONT ONLINE

Dass man in der Redaktion von HORIZONT nicht bis drei zählen kann, zeigt auch die heutige Meldung, die online erschienen ist und von Katjes berichtet, die auf den Hund gekommen sind, und zwar auf einen „einbeinigen Hund“ – wenn Ihr bitte mal einen Blick auf die nebenstehende Meldung werfen wollt, liebe Freunde der Werbung!

Alfons hat den Hund im Bilde gesehen und die Beine gezählt. Mehrmals. Und jedesmal konnte er bis drei zählen. Das jedoch konnte man bei HORIZONT offensichtlich nicht.

Postskriptum: Nachdem vermutlich viele Leser ebenfalls nachgezählt und die fehlerhafte Berichterstattung reklamiert haben, hat man in der Redaktion noch einmal nachgezählt und festgestellt: Es ist tatsächlich ein dreibeiniger Vierbeiner.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. Januar 2019

0-Nummer: Ein Blatt Klopapier für 7,95 € (inkl. Versand)

Es gibt Ideen, liebe Lesergemeinde, die sind genauso doof wie gewinnbringend. Stellt Euch zum Beispiel vor, da gestaltet jemand ein Stück Papier wie eine Banknote. So richtig mit Wasserzeichen, Hologramm und Kupfersstreifen. Und die Wertangabe auf dieser Pseudobanknote beträgt 0 Euro, was meint: Das Stück Klopapier ist weniger wert als ein ein Blatt von der Hakle-Rolle, weil es zum Auswischen des Afters viel zu hart ist und die Saugfähigkeit zu wünschen übrig lässt.

Und was macht der Produzent mit dieser seiner 0-Nummer? Er verkauft sie. Mit dem Hinweis: „Jetzt die 0-Euro-Banknote ‚30 Jahre Mauerfall’ unverbindlich für nur 7,95 € bestellen!“– siehe die Abbildung links!

Schon der Hinweis auf „Banknote“ ist (be)trügerisch, denn eine Banknote ist Papiergeld – sprich: Zahlungsmittel – und wird von der Notenbank ausgegeben. Die „0-Euro-Banknote“ hingegen ist weder Zahlungsmittel noch wird sie von der Bundesbank herausgegeben. Sondern von MDM. Was die Abkürzung ist von Münzhandelsgesellschaft mbH & Co. KG Deutsche Münze.  Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. November 2018

Mode von Chanel: Zeitlos wie die Armbanduhr

Wenn Armbanduhren in den Bildern der Werbung gezeigt werden, dann stehen die Zeiger immer auf kurz nach 10 Uhr, bzw. 22 Uhr. Was natürlich bedeutet, dass die Fotografen beim Shooting immer zu dieser Zeit auf den Auslöser ihrer Kamera gedrückt haben. 😉

Und denn sehen wir im Bilde eine Armbanduhr von Chanel. Und daneben eine junge Frau, die kein Kostüm von Coco trägt, sondern ein Kampf-Outfit. Und gegen wen oder was kämpft die  Frau? Vielleicht gegen die Zeit…?

Richtig ist, dass sie mit der Faust auf ihre Armbanduhr geschlagen hat. Und diese Uhr zeigt nun an, dass es ein Problem gibt. Denn die Zeit ist weder kurz nach 10 bzw. kurz nach 22 Uhr, sondern der kleine Zeiger steht auf der 3 bzw. 15. Und der große Zeiger steht auf der 6 bzw. 30 – siehe die Abbildung! Und welche Zeit das ist, wird dem Betrachter klar:

Zeit für Reparaturwerkstatt eines Uhrmachers.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. November 2018

Hanse Merkur: Das Gleichnis vom Kunden, der im Regen steht

Um potentiellen Kunden den Benefit eines Produktes oder einer Dienstleistung deutlich vor Augen zu führen, bedienen die Werber sich häufig einer Metapher. So auch bei zwei Versicherungen, nämlich Hanse Merkur und Itzehoer. Und in beiden Fällen geht die Botschaft total neben das Ziel der beabsichtigten Kommunikation.

Die Hanse Merkur zeigt in ihrem TV-Spot ein Gleichnis, und zwar einen Pflastermaler, der mit Kreide ein buntes Bild auf das Straßenpflaster gemalt hat. Und dann beginnt es zu regnen. Daraufhin kommen viele Passanten und halten gemeinsam ihre Schirme über das Gemälde. Und der Textdichter lässt dazu sprechen: „Hand in Hand klappt das. Und so versichern wir auch.“

Darüber darf der Fernsehzuschauer aber nicht nachdenken! Tut er es nämlich, dann fragt er sich: „Und wo bleibt das Regenwasser, das dort Hand in Hand von den vielen Schirmen fließt…?“

Mit anderen Worten gesagt: Die Hanse Merkur Versicherung lässt ihre Kunden im Regen stehen, weil es dort Hand in Hand offensichtlich nicht klappt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. November 2018

Wie schafft man für einen Wecker durch Werbung einen USP…?

Es gibt Analog-Wecker und Digital-Wecker. Es gibt Wecker zum Aufziehen, mit Batterie und mit Kabelanschluss für die Steckdose. Es gibt Radiowecker und Wecker mit Schlummerfunktion und mit und ohne Tick und leise und laute sowie große und kleine, mit und ohne Sekundenanzeiger. Und allen Weckern gemein ist, dass sie die Zeit anzeigen.

Und im Internet fand Spießer Alfons einen Wecker mit USP. Da bedeutet: Der Wecker liefert allen Menschen einen einzigartigen Grund für den Kauf. Dieser Grund ist folgender: Der Wecker ist kein Wecker speziell für Männer oder speziell für Frauen, sondern dieser Wecker von Seiko ist ein „Unisex Wecker“, was meint: Mit diesem Gerät lassen sich sowohl Männer als auch Frauen wecken. Und auch Personen vom 3. Geschlecht können damit gendermäßig aus dem Schlummer gerissen werden.

Mit diesem Produkt, liebe spießige Lesergemeinde, kann folglich kein Käufer etwas falsch machen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 1. Oktober 2018

Der HSV auf dem Weg in die 3. Liga und BILD senkt die Preise für den Aufstieg

0 : 5 im eigenen Stadion hat der HSV am Wochenende verloren. In dieser Höhe eine historische Niederlage. „0: 5! Das war wie noch mal absteigen“, erklärt die BILD-Zeitung heute – siehe die Abbildung!

So weit die redaktionelle Berichterstattung der Boulevardzeitung. In der Werbung von BILD heißt es dagegen heute online: „Mission Aufstieg läuft!“ Und im BILD-Shop gibt’s 15% Rabatt auf alle HSV-Artikel. Ein Rabatt. der   allerdings mehr auf einen Ab- als Aufstieg hindeutet, denn damals, kurz bevor der HSV aus der Bundesliga geflogen ist, gingen die Preise für HSV-Bücher genauso in den Keller.

Spießer Alfons empfiehlt den HSV-Fans: Bevor  ihr im BILD-Shop einkauft, solltet ihr noch die nächsten Spiele der Mannschaft abwarten. Sowohl auf der Tabelle als auch bei den Preisen im Shop ist noch Luft nach unten drin!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. September 2018

Spießiger Hinweis an die Redaktion der BILD-Zeitung: Mercedes = deutsch, Ferrari = italienisch

Aus wiederholt gegebenem Anlass stellt Spießer Alfons wieder einmal fest: Der BILD-Zeitung ist Ferrari wichtiger als Mercedes. Denn Mercedes ist auf dem Weg zum WM-Titel bei der Formel-I. Und BILD freut sich nicht, dass damit ein deutscher Traum erfüllt wird, sondern die redaktionelle Beachtung richtet sich primär auf den Werksfahrer von Ferrari – siehe die Abbildung!

BILD-Zeitung online

Der Sieger auf Mercedes kehrt uns auf dem Bild den Rücken zu, der Verlierer auf Ferrari wird von vorn gezeigt. Und der Text lautet nicht: „Diese 9 Fehler von Vettel erfüllen Hamiltons Traum“, sondern: „Diese 9 Fehler zerstören Vettels WM Traum“.

Weiß der Herr Chefredakteur womöglich nicht, dass Mercedes = deutsch und Ferrari = intalienisch ist…? Oder aber steht „Vettel“ hier nur als Schimpfwort für einen deutschen Gastarbeiter in Italien, weil der auf der Verliererstraße ist…?

Und last but not least eine Methapher: Wenn der FC Bayern mit dem kroatischen Trainer Niko Kovač gegen den FC Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp spielt und verliert – jubelt die BILD-Zeitung dann auch für Jürgen Klopp…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. September 2018

Investigativer Journalismus von BILD – mit Pointe am Fuße

Wenn die Deutsche Nationalhymne vor einem Spiel unserer Kicker-Elf gespielt wird, dann haben die Spieler den Text auf den Lippen – einige mehr, einige weniger. Und das Bekenntnis lautet: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“

aus: BILD ONLINE

Dieser Text stammt von dem Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Und die BILD-Zeitung hat in Vergangenheit häufig darauf geachtet, welcher Spieler seine Lippen  dazu bewegt und welcher nicht. Und auf den Dichter kommt Spießer Alfons gleich noch einmal aus gegebenem Anlass zurück. So weit, so gut.

Casus Belli:  Der Inhalt der Strophe unserer Nationalhymne korrespondiert nach Meinung von Spießer Alfons inhaltlich nicht mit dem, was die BILD-Zeitung online mit zwei DFB-Stars veranstaltet hat: Weil beide Spieler ein Handy in der Hand haben, werden sie von der Redaktion öffentlich bloßgestellt und denunziert mit dem Hinweis auf einen „Disziplin-Rückfall“ – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. September 2018

Markenpiraten mit gefälschtem Produkt unter falscher Flagge

Dass Piraten nicht nur Schiffe kapern, ist bekannt, wenn Ihr bitte mal an die Produktpiraten denken wollt, liebe Lesergemeinde! Diese schrägen Vögel klauen Design und Markennamen und vergolden sich mit Kupfer die Nase. Und manchmal werden sie dabei sogar noch übermütig.

Spießer Alfons bekam per E-Mail ein Angebot zum Kauf von Viagra – warum auch immer. Aber es ist nicht das Original Viagra, sondern „Viagra Generika“ – siehe die Abbildung! Diese Offerte ist natürlich unstatthaft, denn „Viagra“ ist eine Marke, die geschützt ist. Ein Nachahmerpräparat dürfte nicht als Viagra angeboten werden, sondern als Sildenafil oder unter einem anderen Namen, eben als Generikum. Und die Rautenform dürfte für ihn ebenfalls tabu sein.

Der Übermut des besagten Anbieters im Internet besteht darin, dass er neben „Viagra Generika“ auch noch die Marke „Pfizer“ setzt – siehe Verpackung oben links! Womit zum Ausdruck gebracht wird, dass der Hersteller sein eigenes Produkt auch als Generikum verkauft.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. August 2018