Wie Warsteiner die Deutsche WM-Elf in Russland verarscht

Morgen dribbeln Jogi Löw und seine Kicker um alles oder nichts. Und Millionen Fußballfreunde im Lande werden zitternd vor den Bildschirmen sitzen und hoffen, dass unser Team nicht hinter schwedischen Gardinen abgeführt wird.

Und dann ist da noch Warsteiner. In der Werbung sehen wir, was angeblich ein „Starkes Team!“ ist, nämlich Flaschen. Die wurden von von der Brauerei stellvertretend für die Spieler aufgestellt mit dem Hinweis: „Unsere Mannschaftsaufstellung zur WM!“ – siehe die Anzeige von der Titelseite der BILD-Zeitung!

Dass eine Mannschaft aus 11 und nicht aus 6 Spielern besteht, hat sich bei den Braumeistern offensichtlich noch nicht herumgesprochen. Bemerkenswert ist außerdem: Sport & Alkohol dürfen in der Werbung nicht gemeinsam auftreten. Und es wird für den Leser nicht erkennbar, dass das abgebildete Bier möglicherweise alkoholfrei ist. Und deshalb haben die Werber den Namen „Warsteiner“ vorsichtshalber entfernt, haben an die Stelle „Torwart, Stürmer, Trainer, Kapitän, Mittelfeld, Abwehr“ aufs Etikett geschrieben, was schon ziemlich besoffen ist. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Juni 2018

Alles zum Wohle der Kernleser: BILD checkt Billigbier am Ballermann

Es gibt wohl kaum eine Frage, die Deutschland zur Zeit der Fußball-WM mehr beschäftigt als die Frage: „Wo gibt es das billigste Bier am Ballermann?“ Und weil der Durst der BILD-Leser bekanntlich weniger ein Wissensdurst ist als vielmehr der Durst nach billigstem Bier am Ballermann, hat BILD seine besten Investigativ-Journalisten nach Mallorca geschickt, damit die dort in 99 Läden aufdecken, wo der Eimer Hopfenbräu am billigsten zu saufen ist.

aus: BILD ONLINE

Warum macht BILD so einen Check am Ballermann und nicht im Ruhrpott, in Bayern und auf den Boulevards von Hamburg und Berlin, um zu recherchieren, in welchen Supermärkten das Bier in Deutschland am billigsten ist…?

Spießer Alfons vermutet, dass die Anzeigenvertreter der Zeitung dann Amok gegen die Redaktion laufen würden. Denn Premium-Biere wie König-Pilsener, Warsteiner, Bitburger, Krombacher und  Erdinger würden dabei preislich total absaufen gegen die Billig-Marken von aldi und Lidl, Penny und Netto. Und dann könnten die Hersteller der deutschen Marken womöglich auf die Idee kommen, nicht mehr in der BILD-Zeitung zu werben, weil sie gegen die Preise der Billigbiere von Discountern eh nicht konkurrieren können. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. Juni 2018

Möchte vielleicht jemand zu Roy Black…?

Es gibt Fragen in der Werbung, deren Beantwortung der Rezipient sich sehr wohl überlegen muss. So war da vor einiger Zeit der TV-Sender RTL mit einem Foto von Roy Black und der Frage: „Zu mir oder zu dir?“ – siehe die Abbildung!

Wer lieber zu Roy Black möchte, der sollte dort aber nicht ganz in Weiß hingehen, sondern besser ganz in Schwarz. Denn der König der Schnulze liegt schon seit 27 Jahren auf dem Friedhof, wo seine Fangemeinde ihn betrauern kann.

Wer die Frage aber beantwortet mit „zu mir“, der kann Roy Black auf dem Bildschirm zu sich holen. Was in den Augen des Spießers sehr viel sinnvoller ist, denn in der Konserve vom Wörthersee lebt der Schlagerstar weiter und bis in alle Ewigkeit.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. Juni 2018

Lancôme: „Rénergie Multi-Lift“ liftet gar nicht, sondern tut nur so

Spießer Alfons bittet die weiblichen Mitglieder seiner Lesergemeinde um persönliche Aufklärung. Denn es geht um Kosmetik-Werbung, wo sich ein Mann natürlich nicht so gut auskennt. Und hier sah Alfons eine Anzeige von Lancôme für ein Produkt, das den Namen „Rénergie Multi-Lift“ trägt. Und „Lift“ bedeutet natürlich, dass damit etwas geliftet wird.

Liest man dann aber die Headline, so erfährt man in Versalien: „Strahlend und selbstbewusst – meine Haut wirkt straffer, wie geliftet.“ – siehe die Abbildung!

Was meint das? Es meint, die Haut ist nicht straffer geworden, sondern sie wirkt nur so. Und sie wurde auch nicht geliftet, sondern sie sieht nur aus wie geliftet. Und hieraus resultiert des Spießers Frage: Warum verheißt der Produktnamen mehr als die Headline verspricht? In den Augen des Spießers ist das genauso wie eine Verpackung, auf der „Salami“ steht und darunter der Hinweis: Schmeckt wie Salami, ist aber vegetarisch.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Juni 2018

WM-Paket: Die Würstchen von BILD, das Bier von LIDL…?

Im Pressekodex ist festgelegt, dass zwischen Werbung und Redaktion eine Trennung bestehen muss. Bei BILD jedoch sind die Grenzen zwischen Anzeigen und redaktioneller Berichterstattung mitunter recht fließend. Ob das in auch jedem Fall legitim ist, wagt Spießer Alfons nicht zu entscheiden. Hierzu ein aktuelles Beispiel:

LIDL-Werbung in BILD

In der Ausgabe von heute bringt BILD eine Anzeige von LIDL, wo ein Sonderangebot angezeigt wird: 5 Bier, 6 Bratwürste für nur 2,79 EURO, wobei das Bier in Halbliterdosen abgefüllt ist.

Und was macht die Redaktion des Blattes? Die Redaktion weist heute auf ihrer Titelseite auf das LIDL-Angebot hin: „Holen Sie sich das WM-Paket!“ – siehe die Abbildung! Und der Leser erfährt, dass Bier und Bratwürste von LIDL und BILD kommen. Wobei nicht erkennbar wird, was der Anteil von BILD an der Mahlzeit ist. Das Bier vielleicht? Oder die Bratwürste? Oder bezahlt BILD an LIDL die Differenz zum regulären Preis von Würsten und Bier…?

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Juni 2018

Ist jemand von Euch total am Ende? Johannsen hilft!

Liebe Lesergemeinde – stellt Euch mal einen Menschen vor, der eine ganz arme Sau ist! Will meinen: Er hat keinen Job, keine Wohnung, keine Angehörigen, die ihm helfen. Und er hat natürlich auch kein Geld sondern nur Schulden. Und dann steht der Mann vor dem Gleis auf einem Hamburger U-Bahnhof und überlegt, ob es nicht das Beste ist, wenn er sich vor den einlaufenden Zug werfen würde, damit seine Not ein Ende hat.

Und während er so denkt, da fällt sein Blick auf ein Plakat hinter dem Gleis. Dort wird die Frage gestellt: „Keiner leiht Ihnen Geld? … wir schon!“ – siehe die Abbildung!

Und der Mann, die arme Sau, schöpft neue Hoffnung. Und er macht sich auf den Weg zu Pfandkredit Johannsen, der 5 x in Hamburg zu finden ist. Doch in vier Filialen wird er gefragt, ob er denn eine Pfandsache habe, die zu beleihen wäre. Der Mann schüttelt den Kopf, denn außer ein paar Plastiktragetaschen mit täglichem Allerlei besitzt er nichts mehr. Doch dann – in der 5. und letzten Johannsen-Filiale – sagt der dortige Mitarbeiter: „Machen Sie doch mal Ihren Mund auf!“ Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Juni 2018

Playback ist nicht live. Genausowenig wie eine Wachsfigur.

Die Zeit, in der die Dinosaurier auf der Erde herumliefen ist schon ein paar Milliönchen Jahre her. Heute leben diese „Kolosse der Urzeit“ nur noch in Bilderbüchern und werden als Nachbildungen in Filmen und als Knochengerüste in Museen gezeigt.

Im kommenden Jahr aber kehren die Dinosaurier zurück, und zwar „live“, wie die Werbung uns verspricht. Und „live“ bedeutet, dass etwas lebendig ist. Also wie ein Sänger, der wirklich singt und nicht nur den Mund zum Playback auf und zumacht.

Dazu eine Metapher: Angenommen, ein Veranstalter kündigt ein Live-Konzert der Beatles an. Und die Zuschauer kommen und sehen: The Fab Four sind bloß Nachbildungen aus der Praxis von Dr. Frankenstein und bewegen ihre Münder nach den Beatles-Songs aus der Konserve. Dann fragt sich der zahlende Zuschauer: „Was ist hier eigentlich live?!“

Und so, wie auch alle Beatles nicht mehr unter uns sind, so sind es auch die Dinos in toto nicht. Womit Alfons nicht sagen will, dass die Show sich anzusehen nicht lohnt, sondern der Spießer möchte in diesem Zusammenhang auf „Jurassic Park“ hinweisen, wo die Urzeittiere genauso wenig live zu sehen waren wie im angeblichen „Original Live-Spektakel“ in der Barclaycard Arena in Hamburg. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. Juni 2018

Wo „debitel“ leicht als „debil“ gelesen werden könnte

„Costa“ meint in deutsche Sprache übersetzt „Küste“. Und „Costa“ ist auch ein Vorname, wie wir von Cordalis wissen. Das vorab. Und wenn Ihr mal einen Blick auf das abgebildete Plakat von mobilcom debitel werfen wollt, liebe Freunde der Werbung, dann lest Ihr dort: „Das Costa fast gar nix!“

Was entnehmen wir diesem Anschlag? Der Spießer erkennt: Migranten, die nach Deutschland gekommen sind, beherrschen die deutsche Sprache schon so witzig, dass sie als Werbetexter arbeiten dürfen.

Okay, okay, der Spießer weiß sehr wohl, dass „costa“ auch ein Verb sein kann, italienisch ist und „kostet“ bedeutet. Warum aber, um alles in der Werbewelt, wird der Konsument hier deutsch-italienisch angesprochen? Weil das kreativ – sprich lustig – sein soll? Wenn dem so ist, dann hätte der Spießer für die Werber noch eine lustige Idee: Statt „debitel“ einfach „debil“ schreiben!

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Juni 2018

Anschlag per Plakat: Für Selfies in die Türkei fliegen…?

Das Reise- und Urlaubsland Türkei hat hierzulande an Begeisterung verloren. Was nicht wegen der Hotels und dem Ambiente passiert ist, sondern wegen eines Mannes, der die Urlauber aus Deutschland vergrault hat.

Nun sah der Spießer ein Plakat, wo oben rechts zu lesen ist: „ay yildiz“ – was immer das auch zu bedeuten hat. Und im Bilde sehen wir einen Herrn der gerade ein Selfie macht. Und wir lesen: „Selfies für die Familie. Highspeed für das Smartphone.“ Und zur Erläuterung steht darunter: „In der Türkei extragünstig surfen und gratis angerufen werden.“

Alfons befürchtet, dass mit Surfen in der Türkei nicht das Brett sondern das Smartphone gemeint ist. Und der Spießer fragt sich: Glaubt der Werbungtreibende tatsächlich, dass er uns mit diesem Plakat in die Türkei locken kann, um dort ein Selfie zu machen und uns gratis von daheim anrufen zu lassen…?

Am Fuße des Plakates steht noch jede Menge an Kleingedrucktem. Wer aber, um alles in der Werbewelt, liest auf einem Plakat das Kleingedruckte?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Juni 2018

Zigaretten-Werber beweisen im Selbstversuch: Rauchen schädigt das Gehirn

Dass der Rauch von Zigarette oder Cigarillos das Gehirn des Menschen vernebelt, wird nirgendwo so deutlich angezeigt wie in der Tabakwerbung selbst. Aktuell passiert das wieder einmal bei einem Anschlag auf den Konsumenten, der von Lucky Strike stammt und ein Cigarillo ins Bild rückt – siehe die Abbildung!

Was will uns der Werber damit sagen? Er faselt was von „Clickarillo“ und behauptet: „Polaroid trifft Selfie“, um zum Fazit zu kommen: „Cigarillo trifft Click“. Und im Bilde sehen wir, dass das besagte Cigarillo so auf die Packung platziert worden ist, dass der Betrachter des Plakates nur noch lesen kann: „Raucn ist töch“.

Gemeint ist natürlich: „Rauchen ist tödlich“. Doch in der vorgeschriebnen Fußnote steht: „Rauchen kann tödlich sein“. Das ist sehr viel milder ausgedrückt, denn es ist die Möglichkeitsform und meint: Rauchen kann tödlich sein … muss aber nicht.

Spießer Alfons hat die Befürchtung, dass die Raucher, die dieses Plakat gestaltet und geschaltet haben, im Kopf schon lange tot sein müssen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Juni 2018