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Lucky Strike: Indirekte Aufforderung zum Suizid

Ein City-Light-Poster von Lucky Strike. Wir sehen die Zigarettenpackung und lesen: „Nehmen. Den falschen Zug. Mit Absicht… #einfachmalmachen# Rauchen kann tödlich sein“ – siehe die Abbildung! Was wil uns der Textdichter damit sagen?

Spießer Alfons versteht die Botschaft wie folgt: Wir sollen nicht mit dem richtigen Zug fahren, sondern den falschen Zug nehmen. Und was ist der falsche Zug? Das ist natürlich ein Zug aus der Zigarette, den wir mit Absicht nehmen sollen. Und weil Rauchen tödlich sein kann, könnte man bei dieser Reklame von einer Aufforderung zum Suizid sprechen. Ergo: Gehen wir lieber zum Bahnhof und nehmen den richtigen Zug!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. Oktober 2019

Im REWE-Markt gibt es tatsächlich ein Produkt „to go“, also zum Mitnehmen!

Alfons mag Smoothies aus dem Kühlregal. Und der Spießer weiß auch, dass es vernünftiger ist, Smoothies selber zu machen. Oder besser das Obst im Stück zu verspeisen. Aber so ein Smoothie im Fläschchen ist eben gemixtes Obst, das es in vielfacher Ausführung gibt. Und zum Obst kommt auch noch Gemüse, sodass man dabei sogar Spinat schluckt. Und Avocado.

Produkt zum Mitnehmen

Apropos Avocado: Bei REWE entdeckte der spießige Kunde im Kühlregal: „AVOCADO SMOOTHIE GREEN“, bestehend aus Apfel, Avocado, Gurke, Spinat und Minze – siehe die Abbildung! Und das wollte Alfons probieren.

Zuhause las er dann das Kleingedruckte auf der Rückseite: „Eine Mischung aus Apfelsaft und Gemüsesaft mit Avocado und Minze“. Und unter „Zutaten“ erfährt der Konsument: „Apfelsaft 48,7%, Avocadomark 21%, Gurkensaft 17,3%, Spinatsaft 12,3%, Minze 0,4%, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure“.

Statt „AVOCADO SMOOTHIE GREEN“ hätte vorn auf dem Etikett  stehen müssen: „APFELSAFT SMOOTHIE“, weil Apfelsaft die Hauptzutat ist. Sonst wäre auch möglich: „MINZE + Ascorbinsäure Smoothie“. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. September 2019

Warum Kino-Betreiber keine Anzeigen in der BILD-Zeitung schalten sollten, steht in einer BILD-Anzeige

Wenn ein Bus überfüllt ist, dann ist er mit zu vielen Menschen besetzt. Was analog auch für ein Schiff gilt und uns deutlich vor Augen geführt wird, wenn wir ein Boot mit Flüchtlingen sehen, das überfüllt ist. Und die BILD-Zeitung wirbt: „Kino überfüllt“, weil „Kino-Anzeigen in BILD wirken!“

Was für ein Stuss! Wie kann ein Kino denn überfüllt sein? Klar, wenn der Betreiber mehr Eintrittskarten für die Vorstellung verkauft als Sitzplätze dort vorhanden sind. Denn wenn die Zuschauer bei einer Filmvorführung stehen müssen, dann kann man von Überfüllung reden. Aber das ist in Wahrheit nur möglich, wenn Besucher sich heimlich in die Vorführung begeben, was meint: Sie haben für einen anderen Film gebucht und haben sich am Ende dieses Filmes in einen anderen Saal geschlichen, um dort kostenlos einen weiteren Film zu gucken. Und weil die Vorstellung ausverkauft war, mussten sie sich mit einem Stehplatz begnügen, woraufhin das Kino dann überfüllt war.

Spießer Alfons empfiehlt: Kino-Betreiber tun besser daran, keine Anzeigen in BILD zu schalten. Weil wir BILD-Leser das Kino stehenden Fußes überfüllen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. August 2019

30 Jahre nachdem PLAYBOY sein Format angezeigt hat

Wenn Ihr Eure Pupillen auf die Abbildungen rollt, dann seht Ihr links eine Anzeige von PLAYBOY. Und daneben eine Anzeige von SevenOneMedia. Beides sind Fachanzeigen, mit der die Medien sich an die Werbung treibende Wirtschaft richten. Die Headline von PLAYBOY lautet: „Größe hat nichts mit Format zu tun.“ Und die Headline von SevenOneMedia lautet: „Format ist keine Frage der Größe“.

Die Anzeige von SevenOne Media ist im Jahr 2019 erschienen. Die Anzeige von PLAYBOY ist im Jahr 1989 erschienen. Und im „Jahrbuch der Werbung 26/89“. Der Texter der PLAYBOY-Anzeige schreibt auch Texte unter dem Namen Spießer Alfons.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Juli 2019

MediaMarkt: Rechnung ohne das Finanzamt?

MediaMarkt hat eine Anzeige geschaltet. Und schon mit der Überschrift, die da lautet: „Steuerparadies Deutschland“, zeigt der Markt an, dass er die Leser auf den Arm nehmen will. Und dazu kommt die Aussage: „19% Mehrwertsteuer geschenkt!“ Und das Kleingedruckte im Inserat ist so klein gedruckt, dass Alfons es ohne Vergrößerungsglas nicht lesen kann.

Der potentielle Kunde soll nun glauben, dass er z. B. einen Fernseher bei MediaMarkt ohne Mehrwertsteuer bekommt, obwohl die gesetzlich vorgeschrieben ist. Das ist natürlich Bullshit. Wenn ein Fernseher zum Bespiel 1.190 Euro kostet, und zwar inklusive Mehrwertsteuer, dann kann MediaMarkt zwar sagen: Wir ziehen davon die 19 % Mehrwertsteuer ab und berechnen nur 1.000 Euro. Aber in den 1.000 Euro, die der Kunde bezahlt, sind dann wiederum 19% Mehrwertsteuer enthalten.

Und wenn Spießer Alfons als Kunde den Fernseher für 1.000 Euro geschäftlich kaufen würde, dann will er eine Rechnung über 840,34 plus Mehrwertsteuer von 159,66 € haben, weil er die Mehrwertsteuer steuerlich absetzen kann. Und wenn Alfons diese Rechnung bekommt, dann überweist er an MediaMarkt nur 840,34 €, weil er die Mehrwertsteuer ja geschenkt bekommt. Die kann er dann aber nicht beim Finanzamt einreichen, weil man dort kontrollieren und feststellen würde: Der Käufer hat ja gar keine Mehrwertsteuer bezahlt. Und MediaMarkt dürfte beim Finanzamt ein Problem bekommen, wenn man einen Erlös angibt, auf den keine Mehrwertsteuer eingegangen ist, weil man diese Mehrwertsteuer dem Kunden geschenkt hat. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Juni 2019

Anschlag auf ahnungsose Bürger mit tödlichen Folgen

Spießer Alfons hat nichts gegen Menschen, die Zigaretten rauchen, so lange sie damit keine Mitmenschen belästigen. Alfons hat auch nichts gegen Menschen, die Zigaretten verkaufen, denn das ist legal. Der Spießer hat aber etwas gegen Werbung für Zigaretten, wenn diese verboten oder einfach nur dämlich ist. 

Werbung für Zigaretten ist heute nur noch auf Plakaten erlaubt und in einschlägigen Fachzeitschriften der Tabakindustrie. Und der Anschlag auf auf Bürger durch Davidoff auf City-Light-Postern ist zwar erlaubt, verstößt aber gegen Sinn und Verstand – wenn Ihr bitte mal einen Seitenblick auf die nebenstehende Abbildung werfen wollt!

Wir sehen eine Zigarettenpackung, die so drapiert ist, dass man das warnende Bild darauf nicht erkennt. Und der Hinweis „Rauchen ist tödlich“ steht zwar am Fuße, aber sehr dezent. Dafür ist die Überschrift deutlich zu lesen und also lautend: „Neue Inspiration“.

Spießer Alfons stand vor der Plakatsäule und hat sich gefragt: Was will uns der Textdichter damit sagen? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. Juni 2019

Zigarettenwerbung gegen das Rauchen von Zigaretten

Dem Spießer geht es häufig so, dass er bei Zigarettenwerbung, die hierzulande ja nur (noch) auf Plakaten stattfinden darf, gar nicht weiß, was die Tabakmanufakturen damit wirklich zum Ausdruck bringen möchten. Bei dem Winston-City-Light-Poster – siehe die nachstehende Abbildung! –  ist die Botschaft allerdings völlig klar.

Wir sehen eine geöffnete Zigaretten-Packung. Darauf erkennen wir einen Mann, der ziemlich mause aussieht, nämlich tot. Und eine Hand daneben sorgt offenbar dafür, dass die Leiche verpackt wird. Und zur Bestätigung lesen wir den Hinweis: „Immer eine mehr als Du“ – was meint: Du bist schon gestorben, aber eine Zigarette ist immer noch übrig. Und wer daran zweifelt, der erfährt: „ganz genau“ und „Rauchen ist tödlich“.

Was erkennen wir daraus? Wir erkennen, dass nicht JTI – Japan Tobacco International der Auftraggeber dieser Werbung ist, sondern höchstwahrscheinlich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Denn eindringlicher kann man auf die Gefahr des Rauchens gar nicht hinweisen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Mai 2019

„Ohne für alle“: Warum ein Phamakonzern seine Reklame echt für den Arsch gemacht hat

Der Pharmakonzern Sanofi wirbt in einem Fachblatt für sein Lokalanästhesiemittel „Ultracain D ohne Adrenalin“. Dieses P®odukt verwenden Zahnärzte bei der Behandlung, um den Schmerz ihrer Patienten auszuschalten. Und der Textdichter aus der Werbeagentur fordert: „Machen Sie sich frei von allem, was Sie nicht brauchen.“ Womit offenbar Adrenalin gemeint ist genauso wie der Schmerz von Patienten, den der Zahnarzt bei der Behandlung nicht braucht.

Das aber hat der Artdirektor offensichtlich total missverstanden. Als er las, dass sich dort jemand freimachen sollte, hat er sofort an Männer und Frauen gedacht, die sich von ihren Klamotten befreien sollen, wenn sie zum Zahnarzt gehen. Und solch nackte Patienten hat er dann gesucht und gefunden – siehe das Werbefoto!

Wir sehen dort eine Reihe von Risikopatienten, die sich auf dem Weg zum Zahnarzt bei den Händen nehmen und jubilierend ihre Arme hochreißen nach der alten Werberegel: Sex sells. Und der Kunde der Agentur kam, sah und kriegte das, was er wollte.

Eines jedoch versteht der Spießer nicht und stellt deshalb die Frage: Warum werden die Protagonisten, die dort quasi ihr Testimonial abgeben, nur von rückwärts gezeigt? Haben die Damen und Herren sich vielleicht geschämt, weil sie sich bis auf die Haut frei gemacht haben von allem, was sie beim Zahnarzt nicht brauchen…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Mai 2019

Warum Spießer Alfons seinen Audi A3 in Zahlung geben wird für einen einfachen Seat Leon

Alfons ist mit seinem alten Audi A3 (3.2 Sportback) eigentlich zufrieden. Eigentlich. Was nicht die vollste Zufriedenheit bedeutet. So hat der Spießer zwar Spaß am Fahren, aber eines kann er mit seinem Audi nicht, nämlich den Verkehr nach seinen eigenen Regeln bestimmen. Und diesbezüglich scheint  der SEAT Leon das coolste Auto der Welt zu sein. Das jedenfalls berichtet der Werbedichter in einer Anzeige, wo wir lesen: „Hab Spaß. Leb dein Leben. Nach deinen Regeln.“

Wow – ist das nicht geil?! Endlich einmal darf der Autofahrer echt Spaß haben und sein Leben nach seinen eigenen Regeln leben und nicht nach den gesetzlichen Verkehrsregeln! Da muss man keine Rücksicht mehr nehmen auf Verkehrszeichen oder Blitzampeln, sondern im SEAT Leon darf man auch Einbahnstraßen in verkehrter Richtung durchfahren – wenn’s Spaß macht. Und das ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Ja, und ein Parkplatz ist überall da, wo man den SEAT Leon abstellt, sogar auf dem Randstreifen der Autobahn, wo man bei einem Stau die Schlange auch prima überholen darf. Wohlgemerkt: Im SEAT Leon, mit dem man nach seinen eigenen Regeln lebt und fährt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Mai 2019

Immer mehr Konsumenten beherrschen die deutsche Sprache nicht

Die Rezipienten von Werbebotschaften – sprich: Konsumenten – teilen sich auf in diverse Zielgruppen. Mal abgesehen von der gendermäßigen Unterscheidung, so wird auch zwischen einer vertikalen, der horizontalen und der personalen Zielung unterschieden.

Spießer Alfons will hier nicht weiter ausholen, denn es handelt sich bei seinem Blog nicht um ein Lehrprogramm für Werbung, sondern es ist bloß ein wenig Nachhilfeunterricht für Verbraucher, die wissen wollen, warum Werbung so ist wie sie ist. Zum Beispiel die beiden Abbildungen, wo von „Seinz“ und „unz“ die Rede ist und von „Freulein“.

Der Hintergrund: Marketing und Werbung haben eine ziemlich große Zielgruppe ausgemacht, und zwar: Legastheniker. Wer auf den Social Networks wie Facebook unterwegs ist, der kann hier ablesen, dass jeder zweite Teilnehmer dort Probleme mit der deutschen Sprache hat. Und diesen Menschen wollen die Werber entgegenkommen, damit auf diese Weise eine persönlich Affinität zu den Angeboten entstehen soll.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. März 2019