Schlagwort-Archiv: Werbung

Der Versuch einer Optiker-Kette, aus der Corona-Krise einen geschäftlichen Vorteil zu schlagen: pro optik ist garstig!

In der Zeit von Corona ist ein neuer Begriff entstanden, und zwar die „Alltagshelden“. Das sind Menschen, die sich in der Hochzeit der Krise durch ihre Arbeit besonders für ihre Mitmenschen eingesetzt haben, im Gesundheitsbereich genauso wie in der Sozialbetreuung und auch bei Verbrauchermärkten, wo es um die zuverlässige Grundversorgung der Bevölkerung ging.

Die Optiker-Kette pro optik verteilte soeben einen achtseitigen Flyer, auf dem geschrieben steht: „DankeAnAlleHelden“. Und der Werbetexter erklärt: „Wir von pro optik möchten allen Alltagshelden ‚Danke‘ sagen und eine 120 € Helden-VIP-Karte schenken! Jetzt sofort bei pro optik abholen!“

Wer das Werbeblättchen aufschlägt und weiterliest, der wird den Mund des Staunens nicht mehr zu bekommen: Es geht hier gar nicht um einen Dank für die sogenannten „Alltagshelden“, sondern jeder Konsument, der sich heldenhaft fühlt, soll bei dem Optiker einkaufen. Aber niemand erhält 120 Euro, die er sich mit seiner „VIP-Karte“ bei pro optik als Geschenk abholen kann, sondern er bekommt das Geld nur als Preisnachlass, wenn er dort eine Brille mit Markengläsern kauft. Eine ziemlich billige Luftnummer, die hier abgezogen wird.

Bei pro optik sollen Brillenträger hinters Licht geführt werden. Wer dagegen gesunde Augen hat und keine Brille benötigt, der muss sich von pro optik nicht auf den Arm nehmen lassen, sondern kann ohne „VIP-Karte“ heldenhaft an dem Brillenladen vorbeigehen!

Fazit: Diese Werbung ist nicht nur suspekt, sie ist einfach garstig gegenüber den wahren Alltagshelden während der Corona-Pandemie. Und eine Verarschung von Kunden, die wirklich auf diesen Blödsinn reinfallen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Juli 2020

Lidl-Lüge mit der Mehrwertsteuer. Und woran denken wir, wenn wir an “Fleisch aus Deutschland” denken…?

Die neue Woche beginnt mit einer Lüge. Und wer da lügt, das ist Lidl der Discounter. Weil Lidl damit wirbt: „Ab sofort Mehrwertsteuer gesenkt auf alles“. Mit diesem Werbespruch will Lidl sich einen Wettbewerbsvorteil schaffen, der unlauter ist. Denn: Die Mehrwertsteuer darf erst ab 1. Juli 2020 gesenkt werden. Was meint: Die Kunden von Lidl zahlen nach wie vor denselben Mehrwertsteuersatz wie in allen anderen Läden auch.

Und in seiner Werbung schießt Lidl noch einen kapitalen Bock, und zwar mit dem Label: „Fleisch aus Deutschland“. Spießer Alfons ist sicher, dass nach dem Tönnies-Skandal gerade Fleisch aus Deutschland nicht so sehr gefragt sein wird. Und Lidl hat reichlich Tönnies-Produkte im Angebot, sodass auch der zweite Hinweis in der Werbung, nämlich „Über 95% unseres Frischfleisches kommt aus Deutschland“, nicht gerade Begeisterungsstürme und Kaufbereitschaft bei der Kundschaft auslösen dürfte. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Juni 2020

Mit läufiger Werbung auf den Hund gekommen: RWE

Das legendärste Auto, das jemals in Deutschland gebaut worden ist, das war der „Käfer“ von Volkswagen. Auch die Werbung dafür ist in den 60er Jahren zur Legende geworden: „Er läuft und läuft und läuft…“

Und nun läuft die Werbung weiter. Beim Stromversorgern RWE, wo der Strom läuft „und läuft und läuft und läuft“. Darunter erkennen wir eine Hündin, die offensichtlich in die Windkraft gekommen ist und nicht gegen den Strom läuft. Vermutlich, weil sie nicht läufig ist.

Wie schrieb doch dermaleinst der berühmte Dichter Nebel in seinem Werk mit dem Titel: „Beiläufigkeiten“? Er schrieb: „Mit Plagiaten kommt der Werber läufig auf den Hund.“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Juni 2020

Luxusmarke in der Corona-Krise: vanLaack bei Netto als Maske in der BILD-Zeitung

Es gibt Werbung, zu der es keines spießigen Kommentars bedarf. Wie zur Anzeige vom Discounter Netto in der BILD-Zeitung, wo eine Gesichtsmaske von vanLaack angeboten wird. Wirklich: vanLaack, Luxusmarke der besser Betuchten, bei Netto, beworben in der BILD-Zeitung – siehe die Abbildung!

Apropos Luxus in Corona-Zeiten: Es fällt auf, dass bekannte Betreiber/innen von Nobel-Restaurants sich öffentlich darüber beklagen, dass sie erhebliche Einbußen gehabt haben und immer noch haben. Sarah Wiener zu dpa: „Es ist eine Vollkatastrophe“. Und die berühmte Köchin erklärte, sie habe „schwere Bedenken, dass die Individualität auf der Strecke bleiben wird und die Ketten und die Systemgastronomie überleben und die kleinen, individuellen Läden und Bars die Grätsche machen werden.“

Oder spießig von Alfons gesagt: Die Menschen sitzen nicht mehr in vanLaack-Hemden im 3-Sterne-Restaurant, sondern mit vanLaack-Gesichtsmasken bei McDonald’s.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 25. Mai 2020

Mehr Menschen sterben an den Folgen des Rauchens als an Corona – wo bleibt die Quarantäne für Raucher?!

Lest bitte mal den Schwachsinn, der auf City-Light-Säulen für die Zigarettenmarke Windsor verbreitet wird! Es zeigt, dass die Plakatgestalter auch Raucher sind und ihre Hirnzellen dermaßen vernebelt und geschädigt sind, dass sie solchen Quatsch produzieren. Diesbezüglich auch die Frage von Spießer Alfons an die Bürgermeister der Städte: Warum werden solche Anschläge auf die Bürger nicht unterbunden?! Vielleicht weil städtische Beamte auch Raucher sind und deshalb schon leicht erblindet sind…?

Notabene: Publikumswerbung für Tabakprodukte ist gesetzlich verboten mit Ausnahme von Plakatwerbung. Einen vernünftigen Grund dafür gibt es nicht, dass Plakate erlaubt sind. Aber es gibt ja auch keinen vernünftigen Grund, dass Menschen zur Zigarette greifen, und trotzdem tun sie es.

Hierzu zum Nachdenken: In Deutschland sterben mehr Menschen an den Folgen des Rauchens als an Corona. Trotzdem kommt niemand auf die Idee, alle Raucher so lange in Quarantäne zu stecken bis ihnen die Lust am blauen Dunst vergangen ist. 😉 Im Gegenteil: Der Staat kassiert an jeder Kippe kräftig mit.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Mai 2020

Werbelist: Was den Menschen zum Fuchs macht und wie sich beide unterscheiden

Tieren sagt man menschliche Eigenschaften nach, die in Fabeln beschrieben werden. Der Fuchs zum Beispiel, der in der Fabel auch Reinicke genannt wird, gilt als schlau, listig, durchtrieben, hinterlistig. Und deshalb wird der Fuchs auch in der Werbung immer wieder gern vermenschlicht, wenn Ihr Euch bitte mal die nachstehenden drei Beispiele anschauen wollt, die aus Vergangenheit und jüngster Gegenwart stammen.

Der Fuchs, der im Liede auch die Gans gestohlen hat, ist also ein Protagonist in den Bildern der Werbung, wo er die Konsumenten überlisten soll oder…? Auf jeden Fall ist der Unterschied zwischen „schlau“ und „hinterlistig“ nicht ganz unerheblich.

Wenn wir also einem Fuchs in der Werbung begegnen, dann müssen wir uns zunächst einmal fragen: Ist Meister Reinicke hier der hinterlistige Verkäufer? Oder soll er in den Bildern zu den Werbebotschaften nur den schlauen Kunden symbolisieren?

Womit Spießer Alfons ausgangs seiner Betrachtung zu einem Vergleich kommt, und zwar zwischen Fuchs und Mensch. Hierauf hat sich der Dichter den folgenden Reim gemacht und also lautend: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. März 2020

Novafon: Wie ein Einkauf zu einer Lotterie wird

Das Einkaufen von Produkten via Internet kann auch zu einer Lotterie werden. Da ist zum Beispiel die Firma Novafon, die ein elektronisches Massagegerät anbietet. Und diese Firma hat einen „Blitzglückstag“ veranstaltet mit folgender Offerte: „Morgen könnte Ihr Glückstag sein! Fordern Sie Ihr Glück heraus und sichern Sie sich die Chance auf einen kostenlosen Einkauf auf novafon.de. Jede 5. Bestellung ist morgen kostenlos.*“

Wie dieser „Blitzglückstag“ funktioniert, erfuhr der Leser per persönlicher E-Mail wie folgt:

  1. Bestellen Sie blitzschnell am Aktionstag in unseremOnlineshop. Im Anschluss erhalten Sie eine Bestellbestätigung, auf der Sie auch Ihre Bestellnummer finden. Sie bezahlen vorerst wie gewohnt Ihren Einkauf.
  2. Am 28.02.2020 erhalten alle Kunden, die am Aktionstag aufdebestellt haben, eine E-Mail, in der wir unsere beiden Glückszahlen verkünden.
  3. Stimmen Glückszahl und Endziffer Ihrer Bestellnummer überein, erhalten Sie Ihren Einkauf gratis.
  4. Als glücklicher Gewinner melden Sie sich bei uns per E-Mail unter Angabe Ihrer Bestellnummer sowie Ihrer Kontodaten.
  5. Freuen Sie sich auf die Rückerstattung Ihres Einkaufs. Wir überweisen den Kaufbetrag schnellstmöglich auf Ihr Konto zurück.

Spießer Alfons ist weder Jurist noch rechtskundig und kann darum nur aus seinem Bauch heraus empfinden. Und sein spießiges Bauchurteil lautet: So ein Angebot kann nicht rechtens sein. Weil es eine Lotterie ist, die mit einem Kauf verbunden ist von einem Produkt, das bis rund 400 Euro kosten kann. Und weil der Kunde gar nicht in der Lage ist zu erkennen, ob er der 5. Besteller ist oder womöglich nur der 4. oder der 6. Denn eine Garantie mit notarieller Bestätigung wird dem Kunden nicht in Aussicht gestellt – oder vielleicht an anderer Stelle…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 1. März 2020

Ess ist ein Rätsel: Wie kann ein verstorbener Ruderer für den Handball leben…?

Lidl ist nach eigener Werbeangabe „offizieller Lebensmittel-Partner“ vom Deutschen Handballbund. Und während die Handballer gerade verzweifelt um den Europa-Titel kämpfen, kämpft Lidl mit der deutschen Sprache. Und diesen Kampf scheint der Lebensmittel-Discounter bereits verloren zu haben.

Für die voranstehende Feststellung gibt es ein verbales Corpus Delicti, nämlich einen Claim von Lidl und also lautend: „ESS! LEBE! HANDBALL!“ Und da lesen wir doch einen falschen Imperativ oder…?

Natürlich kann kein Texter so dämlich ungebildet sein, den Konsumenten in falschem Befehlston anzusprechen. Und bevor das veröffentlicht wurde, haben bestimmt ein Dutzend Lidl-Leute draufgeschaut, um den Claim abzunicken. Auch das können nicht allesamt Doofis sein.

Also könnte „ESS“ auch der Name eines Sportlers sein, nämlich Émile Ess! Der aber ist kein deutscher Handballer, sondern es ist ein Schweizer Ruderer. Und „LEBE!“ passt zu dem Mann gar nicht, denn Émile Ess ist bereits vor 30 Jahren gestorben. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Januar 2020

Edeka: Wo Liebe durch den Enddarm geht

„Liebe machen“, steht in volkstümlicher Ausdrucksweise für Fleischeslust, was meint, dass unser Fleisch auf dem Fleische liegt. Oder noch volkstümlicher gesagt: Ficken. Weshalb der Edeka-Mann auch immerzu was von  „supergeil!“ gebrabbelt hat. 

Nur in der Edeka-Werbung sieht Liebe machen anders aus, denn dort geht es um die Liebe zu Tieren. Womit aber weder Sodomie gemeint ist oder eine platonische Tierliebe, sondern im Gegenteil: Das Rind, von dem das Fleisch ist, wurde liebevoll kaltgemacht, damit die Steaks in heißer Pfanne brutzeln können – siehe die Abbildung!

Weihnachten bezeichnet man auch als das Fest der Liebe. Eine Liebe, die Gänse und Puter zu dieser Jahreszeit allerdings nicht unbedingt teilen können. Doch nachdem es schon vegane Wurst gibt, kommt irgendwann auch noch die vegane Gänsekeule in den Supermarkt, damit auch Vegetarier tierisch gut drauf sein können.

Nein, Spießer Alfons ist weder Veganer noch Vegetarier, sondern er mag Gänsebraten genauso gern wie Ribe-Eye-Steak. Und weil er seine Steaks gern selber grillt, würde der Edeka-Textdichter das vermutlich beschreiben mit:  Liebe-an-und-für-sich.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Dezember 2019

myHOMEBOOK & OBI: Beitrag für Vollpfosten

Mitunter sieht man Bilder und liest Worte und denkt dabei: Das kann doch nicht wahr sein! Heute dafür ein Beispiel, das von myHOMEBOOK stammt, dessen Baumarktpartner OBI ist. Und wir sehen einen überfüllten Mülleimer mit der Überschrift: „Hilfe, mein Mülleimer stinkt! Welche Hausmittel helfen?“

Und wir müssen diesen Online-Beitrag gar nicht öffnen, denn schon mit der Zeile unter dem Foto wird die Frage ausreichend beantwortet: „Wenn der Mülleimer voll ist und stinkt, ist es höchste Zeit ihn zu leeren.“ Donni, donni aber auch – hättet Ihr das für möglich gehalten, liebe Lesergemeinde?!

Und dann schaut Euch mal an, was dort alles in dem Mülleimer steckt: Plastik, Obst- und Kartoffelschalen, Papier, Aluminiumfolie und sogar – man glaubt es kaum: Batterien!

Der erste Gedanke des Spießers: „Das schicke ich als Leser-Reporter sofort an die BILD-Zeitung zwecks Veröffentlichung!“ Dann aber hat Alfons ins Impressum geguckt von myHOMEBOOK und gelesen, wer dieses Online-Portal betreibt: Axel Springer SE, Axel-Springer-Straße 65 in 10888 Berlin. Und da hat sich die Information an die BILD-Zeitung natürlich von allein erledigt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Dezember 2019