Schlagwort-Archiv: doofe Werbung

Von Beamten, einer Versicherung und Fischen zu Brötchen

Es ist durchaus korrekt, dass Fisch zu Brötchen passt. Dazu kennen wir das bekannte Matjes-Brötchen. Und das Bismarck-Brötchen. Und Fischfrikadelle im Brötchen genauso wie Brötchen mit Räucherlachs und den Fisch-Mäc. Was allerdings meint: Der Fisch passt nur zu Brötchen, wenn er zuvor entsprechend bearbeitet worden ist.

Wenn die verbeamtete Private Krankenversicherung in ihrer  Anzeige in einer großen Tageszeitung nun ein Brötchen in der Werbung zeigt und einen ganzen rohen Fisch dazu packt, dann passt letzterer zu Brötchen wie ein Silberfisch zum Frühstücksbüfett. Will meinen: Schwer genießbar.

Die Frage des Inserenten unter der Abbildung, die da lautet: „Passt das auch für Sie?“ – diese Frage kann der Spießer eindeutig mit „nein“ beantworten.

Und warum passt das nicht für den Spießer? Ganz einfach: Weil Alfons kein Beamter ist. Und Fisch zu Brötchen mag er ohnehin nicht.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Juli 2018

Zitat: „Die Angst zittert mit im Triumph“

In einem Bilde der Werbung sehen wir drei junge Frauen, die triumphieren. Vermutlich sind es Engländerinnen, oder sie stammen aus Amerika, denn sie berichten uns: „Together we Triumph“ – siehe die Abbildung!

Was will der Textdichter den Lesern dieser Anzeige damit sagen? In die deutsche Sprache übertragen lautet die Aussage: Zusammen wir Triumph. Was meint: Nicht jede einzelne Frau, die Triumph trägt, ist Triumph, sondern nur alle drei zusammen sind es.

Und was trägt das triumphale Trio? Sind das die Dessous der Marke Triumph…? Oder werden die Produkte, die mit dieser Anzeige umworben werden sollen, schamvoll versteckt…?

Wie sagte doch schon Walter Hilsbecher? Er sagte: „Die Angst zittert mit im Triumph.“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Juli 2018

Nicht die Kaffeesorte ist entscheidend, sondern der Kaffeautomat

Stellt Euch mal vor, liebe Freunde der Werbng, dort wäre in einer Anzeige ein Küchenherd abgebildet, der zum Verkauf seht. Und ein Textdichter hätte darüber gedichtet: „Einfach gute Suppe genießen.“ Was würde der Anzeigenleser dabei wohl denken…?

Und dann ist da tatsächlich ein Kaffeeautomat abgebildet, wozu ein Werbetexter getextet hat: „Einfach guten Kaffee genießen.“  – siehe die Abbildung!

Was will uns der Miele-Werber damit sagen? Spießer Alfons versteht es so: Wir sollen der gesamte Werbung von Kaffeemarken nicht die Bohne glauben, sondern wir können die billigste Kaffeesorten nehmen. Dazu den Miele-Automaten, denn damit wird der Kaffee einfach gut, wenn er dort aufgebrüht wird.

Also: Vergesst Jacobs Kaffee und Tchibo und Dallmayr und Melitta und Nescafé und Eduscho und Mövenpick und wie sie sonst noch alle heißen! Kauft Euch einfach die billigsten Bohnen und dazu einen Automaten von Miele, mit dem Ihr dann „einfach guten Kaffee genießen“ könnt.

Postskriptum: Was das Kaffeepäckchen neben der Maschine mit der Aufschrift „Black Edition Nr 1 – selektiert und handgeröstet für Miele“ bedeuten soll, wird dem Anzeigenleser nicht erklärt. Und eine Frage hat Spießer Alfons auch zum Claim von Miele, welcher lautet: „Miele. Immer Besser.“ Die Frage lautet: Sollte man „Besser“ nicht besser kleinschreiben?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Juli 2018

Frauendusche: „Der Moment seid ihr!“

Die Quelle von „Rotkäppchen“-Sekt liegt in Sachsen, und zwar seit 1894. Hierzu Wikipedia: „Im Jahr 2002 übernahm Rotkäppchen von der kanadischen Seagram-Gruppe die Sektmarken Mumm, Jules Mumm und MM Extra und brachte die weiterhin rechtlich selbstständigen Unternehmen Godefroy H. von Mumm & Co. Sektkellereien in Hochheim, Matheus Müller Sektkellereien und Chantré & Cie in Eltville und Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg in die neuen Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien (RMSK) ein.“ Das vorab, um die Bedeutung vom guten alten „Rotkäppchen“ hervorzuheben.

In der Werbung von „Rotkäppchen“ sehen wir kein rotes Käppchen, sondern stets eine Dame im roten Kleid. Und jetzt gibt es ein neues Produkt der Sektkellerei, und zwar „Rotkäppchen Fruchtsecco Granatapfel“. Das ist deshalb erwähnenswert, weil in Ossiland eine Anzeige erschienen ist, wo eine Dame im roten Kleid ganz offensichtlich mit dem Fruchtsecco Granatapfel von „Rotkäppchen“ duscht, weshalb man das Produkt auch als Frauendusche bezeichnen könnte.

Dem Textdichter ist dazu auch nicht viel eingefallen, er meint nur: „Der Moment seit ihr!“ Und in der Momentaufnahme sehen wir, dass die Protagonistin in diesem Moment schon ziemlich betrunken sein muss.

Postskriptum: Es handelt sich hier nicht um Werbung für Limonade, sondern für Alkohol.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Juli 2018

Great Lengths: Haarige Reklame aus der Steinzeit

Spießer Alfons ist viel zu jung, um sich daran erinnern zu können, wie die Frauen in der Steinzeit herumgelaufen sind. Dass die damalige Mode aus Pelzen gefertigt war, ist uns überliefert worden. Und über die Frisuren der Frauen berichten Karikaturisten, die wissen wollen, dass die Haare der Damen zu jener Zeit sehr lang gewesen sind, so dass der Caveman sein Weib daran packen und in die Höhle schleifen konnte.

Die Karikatur einer Frau aus der Steinzeit liefert uns auch die Werbung in der Digitalzeit – wenn Ihr Euch bitte mal die Annonce von Great Lengths anschauen wollt! Zu jener Zeit gab es noch keine Friseure, und die Damen trugen ihre Haare lang und offen und haben sie höchstwahrscheinlich nicht mit Haarkosmetik behandelt.

Heutzutage hat kaum eine Frau derart lange Haare – es sei denn, sie wurden künstlich verlängert. Und wenn das Haar bis über den Hintern fällt, dann hat das für die Trägerin die gleichen Vorteile wie sie der Schwanz für ein Pferd hat, das damit die lästigen Fliegen vom After verjagt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Juli 2018

Geberit: Ist hier womöglich ein Geschäft in die Hose gegangen?

Was gibt es für einen Grund, dass der Mensch sich ein Geberit Aquaclean-WC in sein stilles Örtchen montieren lassen soll? Der Textdichter des Herstellers weiß und verkündet es: „Manchmal ernte ich neidische Blicke. Für mein WC.“ – siehe die Anzeige!

Was will uns der Dichter damit sagen? Der Spießer versteht es so: Dieses Dusch-WC soll in der Gästetoilette zum Einsatz kommen und nicht im häuslichen Badezimmer, wo ja höchst selten Gäste ihren Geschäften nachgehen. Und wenn die Besucher ihr Gesäß geduscht haben, dann kommen sie aus dem Klo und werfen neidische Blicke auf die Gastgeberin. Manchmal zumindest. Und bei diesen Blicken des Neides erkennt die Gastgeberin, ob die Gäste ein kleines oder ein großes Geschäft gemacht haben.

Und wenn der Spießer der Protagonistin, die dort im Anzeigenbild auf ihrem imaginären Dusch-WC sitzt, ins Antlitz schaut, dann hat Alfons das Gefühl, dass bei der Lady etwas in die Hose gegangen ist – will meinen: Strumpfhose. Oder soll das ein weiblicher Gast sein mit neidischem Blick…?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. Mai 2018

Hat jemand von Euch schon mal Fuchs in Bolognese gegessen?

Fuchs macht Gewürze. Und was macht die Werbeagentur von Fuchs? Sie macht Anti-Werbung für ihren Auftraggeber. Und das passiert wie folgt:

Der Textdichter erklärt, dass man Bolognese nur 1000 mal in seinem Leben kocht. Von diesen 1000 mal sind 999 mal allerdings nur unzureichend, weil man erst beim 1000. Mal seine eigene Sauce kreiert hat. Und weil das 1000. Mal das letzte Mahl ist, bei dem offenbar Paprika edelsüß von Fuchs seine Verwendung gefunden hat, ist danach dann Schluss mit Fuchs, weil es ein 1001. Mal Bolognese angeblich nicht mehr geben soll.

Oder hat Spießer Alfons die Werbebotschaft vielleicht in den falschen Hals bekommen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. November 2017

JPS frei nach Hornbach: Mach Dein Dach!

Wo können Raucher heute noch ungestört ihrem Genuss des Tabaks frönen? Selbst wenn es hier und dort noch Raucherrückzugsräume gibt: Diese Orte sind die wahren Räucherkammern, die jedem Raucher die Freude an der eigenen Zigarette nehmen, wenn er den Auspuff der anderen Raucher mit einatmen muss – pfui Spinne!

Eine Hilfestellung für Nikotinsüchtige gibt John Player Special: „Mach das Dach zum Platz für neue Ideen“, ist ein City-Light-Poster überschrieben mit der Unterschrift: „Make Your Day“ – wenn Ihr bitte mal einen Blick auf die Abbildung werfen wollt, liebe Lesergemeinde! Wenn dort nicht auch noch die Zigaretten abgebildet wären, könnte man an die Werbung eines Bau- und Heimwerkermarktes denken.

Dass Werbung für Zigaretten auch als Beihilfe zum Suizid bezeichnet werden könnte, hat Spießer Alfons schon mehrfach erwähnt. Und dazu muss der Raucher nicht mal vom Dach springen. 🙁

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. November 2017

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Oder besser: Fragen Sie doch gleich Alfons den Spießer!

Aus gegebenem Anlass, nämlich die unveränderte Veröffentlichung, weist Spießer Alfons noch einmal auf eine Anzeige hin. Wir sehen und lesen: „Ihre Lösung bei kribbelnden Füßen“. Und wir sehen: Was auf den Füßen kribbelt, das sind Ameisen. Und dagegen empfíehlt der Werbungtreibende „milgamma protekt“, und zwar „nur eine Tablette täglich“.

Der Spießer hingegen empfiehlt hier eine ganz anderes Lösung, nämlich ein Ameisenspray. Oder noch besser: Wenn Ameisen auf Euren Füßen kribbeln, liebe Leser, dann haltet Ihr die Füße einfach in die Dusche und braust die Tierchen sanft ab. Das belastet weder den Magen durch Tabletten noch die Geldbörse durch den Kauf von „milgamma protekt“.

Wenn’s Euch dagegen im Bauch kribbelt, als wären dort Schmetterlinge zugange, dann empfiehlt Euch der Spießer: Verzichtet ebenfalls auf Tabletten und gebt Euch diesem Kribbelgefühl mit Leib und Seele hin!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Oktober 2017

Wie Armani-Kunden schneller in den Himmel kommen

Wie kann ein junges Liebespaar schneller in den Himmel kommen? Nun, hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel durch Liebe, mit der wir Menschen im 7. Himmel landen – und manchmal in der Hölle erwachen. Genauso wie beim Rauchen von Zigaretten: Ein Genuss auf Erden, durch den süchtige Konsumenten schneller Im Himmel sind bzw. unter der Erde.

Und nun kommt Emporio Armani mit zwei Fläschchen und der Headline: „Together we touch the sky“ – siehe die Abbildung!

Nein, den Inhalt der beiden Fläschchen soll man nicht trinken, sondern das Pärchen soll sich damit benetzen. Und beim Einatmen der Düfte wird man high, und zwar so high, wie wir das am Sitzplatz der Protagonisten erkennen können. Nur noch eine falsche Bewegung, und sie fallen in den Abgrund und werden zu Engeln, sodass sie über den Wolken fliegen und den Sky betatschen können.

Ja, Spießer Alfons weiß, dass dieser sein Kommentar eher höllisch klingt; aber hat jemand von Euch eine bessere Erklärung für diese himmlische Annonce…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Oktober 2017