Schlagwort-Archiv: Spießer Alfons

Schrei, wenn Du kannst: Erstaunen über „Tippgeberprovision“

Wir sehen einen Sticker auf der Zeitung und denken dabei an Edvard Munch. Sein Werk „Der Schrei“ ist das bekannteste Bild des norwegischen Malers. Der Künstler selber berichtete zu seinem Motiv, dass er eine Angstattacke gehabt hatte während eine Spaziergangs am Abend, wo er glaubte, einen Schrei zu vernehmen, der durch die Natur und ihm durch Mark und Bein gegangen ist.

Was aber hat das zu tun mit der Marklerfirma Wullkopf und Eckelmann, die diesen Schrei in ihrer Reklame nachgestellt hat? Die Antwort des Spießers: Es geht hier um Geld. Viel Geld! Das bekommt jemand, der dem Immobilienmakler zu einem Geschäft verhilft und dann 10% „Tippgeberprovision“ kassieren soll. Das klingt nicht besonders viel, aber als der Makler einer Tippgeberin ins Ohr geflüstert hat, in welcher Höhe die 100% Provision liegen, die er selber kassiert, da stieß die Frau einen Schrei aus, der durch Mark und Bein ging. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. November 2020

Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, dem hilft BILD

Wer Durst hat, der trinkt. Und wer Wissensdurst hat, der liest. Und „Für alle, die durstig nach Wissen sind“, hat BILD eine Lösung. Wir sehen im Werbebild die Studentin Martha, wie sie gerade dabei ist, ihren Durst nach Wissen zu stillen: Mit einer Tasse in der Hand, in der vermutlich Kaffee ist. Oder Tee. Oder heiße Schokolade Oder gar nichts.

Was hat Alfons aus dieser BILD-Werbung gelernt? Der Spießer weiß nun: Wenn er eine BILD-Tasse bestellt, dann kann er daraus trinken und seinen Durst nach Wissen stillen.

Das entspricht im übrigen auch dem Volksmund, welcher spricht: Wer dumm ist, der hat ein Porzellan-Defizit. Was meint: Er hat nicht alle Tassen im Schrank.

Ob Studentin Martha ihren Durst nach Wissen durch das Lesern von BILD stillt, verrät die Protagonistin uns nicht. Und Spießer Alfons ist sich sicher: Die junge Dame hat bestimmt Geld dafür bekommen dafür, dass sie in der BILD-Werbung auftritt. Und weil sie ja vermutlich auch weiterhin zur Uni geht, wird sie das BILD-Honorar wahrscheinlich als Schmerzensgeld verbucht haben – wenn Sie wissen, was Alfons damit sagen will.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. November 2020

„MeDusch“: Schaumschlägerei aus der “Höhle der Löwen”

Am vergangenen Montag stellte eine Dame einen Duschschaum mit Namen „MedDusch“ vor. Und die Löwen waren begeistert und überboten sich gegenseitig. Bei „MedDusch“ handelt es sich um einen Duschschaum aus der Dose, der Eukalyptus und Menthol enthält. Die Erfinderin erklärte: „Es gibt viele Badezusätze gegen Erkältungen, die man in die Badewanne tut. Für die Dusche jedoch gibt es so etwas nicht, obwohl mehr geduscht als gebadet wird.“

Am nächsten Tag ist Spießer Alfons in einen Dromarkt gefahren und hat sich dort den „Aroma-Duschschaum“ geholt, der jetzt „MeDusch“ heißt, weil “Med” wohl nicht haltbar gewesen ist. Preis: 6,95 Euro. Und  damit ist Alfons unter die Dusche gegangen und hat festgestellt: Reiner Humbug.

Wenn man ein Erkältungsbad in der Wanne nimmt, dann atmet man dort rund 20 Minuten lang Eukalyptus oder Thymian ein. Und wenn man Öle gegen Erkältung in eine Duftlampe gibt, dann kann man einen ganzen Raum damit „beölen“, sprich: Der Mensch inhaliert die Inhaltsstoffe über den Luftweg.

Und wie ist das mit „MeDusch“, dem „Aroma-Duschschaum“, der auf der Dose auch als „Dusch-Kosmetik“ bezeichnet wird? Alfons hat ihn auf seinem Körper verteilt, spürte den Duft von Eukalyptus und Menthol in der Nase und hat dann die Dusche angestellt. Und sogleich war alles verduftet, will meinen: Der Duschende spürte danach weder auf der Haut noch in den Atemwegen etwas Befreiendes bzw. das, was auf der Schaudose versprochen wird: „Wohltuende Aromen für Haut und Sinne“.

Spießiges Fazit: Ein Duschtonic „2 in 1 – Blauer Eukalyptus & Zypresse“ von Kneipp bekommt man schon lange bei Douglas für 3,99 Euro. Und das ist sogar für Haut und Haar zu verwenden. Und ohne Gelddusche für die Löwen von VOX.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Oktober 2020

Geständnis eines Maklers: Ehrlich und grausam zugleich

Es gibt Untersuchungen, wonach Deutschlands Berufe nach ihrer Beliebtheit durch Beurteilung der Bürger gerangreiht werden. Der Beruf des Maklers kommt darin nicht vor, es sei denn, man schaut gaaanz weit nach unten, wo die Berufe mit dem geringsten Ansehen zu finden sind. Und dort ist dann auch der Makler zu entdecken.

Viele Menschen, die ihr Haus durch einen Makler verkaufen lassen wollen, haben Angst, dass sie dabei um Haus und Hof gebracht werden, was meint: den gesamten Besitz verlieren. Was ein Makler so aber niemals bestätigen würde – mit einer Ausnahme: Die norddeutsche Maklerfirma Engels & Völkers, spezialisiert auf höherwertige Immobilien, gesteht in ihrer Werbung:

„Wir bringen Sie um Haus und Hof“ – siehe die Abbildung der Annonce!

Diese Aussage muss Spießer Alfons loben und tadeln zugleich. Loben, weil dieser Makler ehrlich wirbt. Und tadeln, weil es nicht schön ist, wenn Menschen ihren gesamten Besitz durch einen Makler verlieren, der sich damit eine goldene Nase verdient. Denn Makler-Provisionen sind nicht dort zu finden, wo die Preise für Peanuts stehen. Weshalb es auch Maklerfirmen geben soll, die nicht neutral zwischen Verkäufer und Käufer vermitteln, sondern bei dem Geschäft zuerst an den eigenen Vorteil denken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. September 2020

Weil Millionen Fliegen sich nicht irren können: Rewe bietet Scheiße in Saucen an

Spießer Alfons hat selber viele Jahre lang als Creative Director in der Werbung gearbeitet und dabei auch ungezählte Texte für Kampagnen geschrieben. Und er weiß natürlich auch, dass Werbetexter gern originell  fabulieren. Aber was der Spießer gerade bei Rewe gesehen hat, das hat ihn voll aus den Socken geholt und ihm den Appetit verdorben. Denn der Supermarkt bietet Scheiße als Saucen an – siehe Corpus Delicti links!

Der dazu abgebildete Scheißer, der offensichtlich gerade auf dem Lokus sitzt und sein Geschäft macht, der schaut aus, als hätte er schon reichlich Soßen konsumiert. Und er macht einen gepflegten Eindruck wie ein Penner in der Fußgängerzone am Hauptbahnhof. Ob dieser Protagonist mit seinem Testimonial wirklich ein Vorbild ist für die Konsumenten ist? Spießer Alfons wagt es sehr zu bezweifeln, Herr Filialleiter. Ergo: Echt Scheiße.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. August 2020

„Dann geh‘ doch zu Netto“ – aber pass auf, dass Du dabei nicht auf den Hund kommst!

Das wird lustig werden bei Netto. Womit Spießer Alfons die Netto-Filialen meint, wo der Kunde auf den Hund gekommen ist, nämlich das Netto, das mit einem Vierbeiner für Zweibeiner wirbt. Denn wenn dort Kunden in der kommenden Woche für mindestens 10 Euro eingekauft haben und einen Gutschein aus der BILD-Zeitung vorlegen in der Erwartung, dass sie zum Eingekauften eine BILD-Zeitung gratis bekommen werden, dann haben sich diese Netto-Kunden ein falsches BILD von Netto gemacht.

Denn die Gratis-BILD-Zeitung gibt es nur bei „Netto Marken-Discount“. Aber weil auch der Netto-Markt mit dem Hund ein Markendiscounter ist, sieht der gemeine Konsument keinen Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Netto. Und so wird es wie gesagt beim Hundehalter-Netto mit Sicherheit nicht nur enttäuschte, sondern auch verärgerte Kunden geben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. August 2020

Winston: Schwere Last im Oberstübchen eines Rauchers

Dass das Rauchen von Zigaretten eine schwere Last für süchtige Menschen ist, wissen wir. Auch bei der Tabakindustrie weiß man das, weshalb man in der „Winston“-Werbung die Packung folgerichtig als „Schwerlasttransporter“ bezeichnet, und zwar „ganz genau“ – siehe den Anschlag auf Menschen per City-Light-Poster!

„Rauchen ist tödlich.“ Und Werbung für Tabakerzeugnisse ist Beihilfe zum versuchten Suizid. Und wenn man sich das Plakat so anschaut, dann kann man auch erkennen: Wer solchen Scheiß produziert, könnte einen Dachschaden vom Rauchen haben, und zwar ganz genau.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. August 2020

Von einem Bratpulver und dem Werbekoch Christian Rach, der abkocht

In der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ wurde vor ein paar Monaten ein Bratpulver mit dem Namen „Paudar“ vorgestellt, das kurz darauf im Handel erhältlich war und immer noch erhältlich ist. Allerdings zu unterschiedlichen Preisen.

Auf der „Paudar“-Website wird das Pulver im 4er-Set für € 19,99 als „Bestseller“ angeboten; bei Lidl ist die einzelne Dose für € 3,92 erhältlich. Und das Wundersame: Plötzlich hat der „Starkoch Christian Rach“ das Produkt „mitentwickelt“ und auch „empfohlen“ – siehe die Abbildung!

Ja, der Showkoch weiß: There’s No Business Like Show Business. Und Showman Christian Rach war schon immer der „Starkoch“ vor der Fernsehkamera, während sein Partner Robert Wullkopf damals in der Küche vom „Tafelhaus“  in Hamburg am Herd gestanden und für den Ruhm des Restaurants gekocht hat.

Fazit: Der eine steht immer noch im Scheinwerferlicht der Fernsehsender, der andere, der aus Witzhave kommt, führt weiterhin ein Schattendasein.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Juli 2020

Dollerei: Bei Brillen.de müssen jüngere Kunden mehr zahlen. Und ältere Menschen werden noch doller diskriminiert.

Brillen.de ist ein Unternehmen, wo der Kunde sich seine Brille online aussuchen und hernach bei einem Optiker vor Ort anpassen lassen kann. Und Brillen.de hat eine Kampagne laufen unter der Schlagzeile “Je oller, desto doller”, was meint: Die Kunden bekommen beim Brillenkauf einen Rabatt nach ihrem Alter berechnet. Was bedeutet: Ein Kind von 8 Jahren bekommt 8 Prozent, ein Kunde von 80 Jahren bekommt 80 Prozent. Und genau das stimmt nicht.

Der Rabatt gilt maximal bis 70 Jahre. Wer also 80 Jahre und damit oller ist, bekommt keinen Altersrabatt von 80%t. Und 100jährige machen sich falsche Hoffnungen, wenn sie an eine Gratis-Brille bei Brillen.de denken.

Tipp von Spießer Alfons an alle Menschen, die eine Brille brauchen: Geht erst zu Brille.de, wenn Ihr 70 Jahre alt seid! Seid Ihr nämlich jünger, dann müsst Ihr dort mehr Geld bezahlen. Auch ist zu bedenken, dass das Angebot nur für die Gläser einer einzigen Marke gilt, sodass der Kunde keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Produkten hat!

Der Spießer wollte mal sehen, welcher Optiker an seinem Wohnort ein Partner von Brillen.de ist. Also hat er seine Postleitzahl eingegeben und auf eine Antwort gehofft. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Juli 2020

Der Versuch einer Optiker-Kette, aus der Corona-Krise einen geschäftlichen Vorteil zu schlagen: pro optik ist garstig!

In der Zeit von Corona ist ein neuer Begriff entstanden, und zwar die „Alltagshelden“. Das sind Menschen, die sich in der Hochzeit der Krise durch ihre Arbeit besonders für ihre Mitmenschen eingesetzt haben, im Gesundheitsbereich genauso wie in der Sozialbetreuung und auch bei Verbrauchermärkten, wo es um die zuverlässige Grundversorgung der Bevölkerung ging.

Die Optiker-Kette pro optik verteilte soeben einen achtseitigen Flyer, auf dem geschrieben steht: „DankeAnAlleHelden“. Und der Werbetexter erklärt: „Wir von pro optik möchten allen Alltagshelden ‚Danke‘ sagen und eine 120 € Helden-VIP-Karte schenken! Jetzt sofort bei pro optik abholen!“

Wer das Werbeblättchen aufschlägt und weiterliest, der wird den Mund des Staunens nicht mehr zu bekommen: Es geht hier gar nicht um einen Dank für die sogenannten „Alltagshelden“, sondern jeder Konsument, der sich heldenhaft fühlt, soll bei dem Optiker einkaufen. Aber niemand erhält 120 Euro, die er sich mit seiner „VIP-Karte“ bei pro optik als Geschenk abholen kann, sondern er bekommt das Geld nur als Preisnachlass, wenn er dort eine Brille mit Markengläsern kauft. Eine ziemlich billige Luftnummer, die hier abgezogen wird.

Bei pro optik sollen Brillenträger hinters Licht geführt werden. Wer dagegen gesunde Augen hat und keine Brille benötigt, der muss sich von pro optik nicht auf den Arm nehmen lassen, sondern kann ohne „VIP-Karte“ heldenhaft an dem Brillenladen vorbeigehen!

Fazit: Diese Werbung ist nicht nur suspekt, sie ist einfach garstig gegenüber den wahren Alltagshelden während der Corona-Pandemie. Und eine Verarschung von Kunden, die wirklich auf diesen Blödsinn reinfallen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Juli 2020