Willst Du Gutschein gewinne?

Gestern hat Spießer Alfons noch mit seiner Tochter (8) das Schreiben eines Diktats für die Schule geübt. Und heute fragt der Spießer sich: Warum eigentlich? Wie die Kinder heute schreiben, ist doch morgen völlig egal, denn auch mit mangelhafter Rechtschreibung kann man in Deutschland echt Karriere machen. Wie zum Beispiel Björn Schmidt.

Nein, Alfons kennt Björn Schmidt nicht. Aber der hat ihm heute früh eine E-Mail geschickt. Und darum weiß der Empfänger, dass der Herr Schmidt bei IKEA als „Promotion Manager“ arbeitet, wo Sprache ein wichtiges Werkzeug für die Arbeit ist. Und er will dem Spießer einen Gutschein schicken, der Herr Schmidt, wenn Alfons das möchte. Und im vertraulichen Du-Ton schreibt der Mann: „Selbstverständlich, kannst Du den Gutschein nach eigenem Wunsch einsetzen.“ Und das nimmt Spießer Alfons dem Mann nicht ab.

Des Spießers Wunsch wäre nämlich, den Gutschein an der Kasse von IKEA gegen Bares zu tauschen. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Januar 2018

Zielgruppen-Ansprache eines Zahnarztes in Hamburg

Die Hansestadt Hamburg hat verschiedene Stadtteile, die mehr oder weniger vornehm sind. Der Stadteil Ottensen gehört eher zu den vornehmen, wohingegen der Stadtteil Altona mit dem Vergnügungsviertel St. Pauli eher zu jenen Teilen der Stadt, wo einem Menschen auf dem Kiez schon mal die Fresse poliert werden kann.

Ein Zahnarzt in Ottensen jedoch droht, den Bürgern die Fresse zu polieren – wenn Ihr bitte mal auf das City-Light-Poster blicken wollt. Und eine unbekannte Hand hat dazu am Fuße den Hinweis „Labor“ geschrieben, offenbar als Hinweis dafür, dass er dort einschlägige Erfahrungen gemacht hat.

So sieht der Spießer das Poster als Warnhinweis auf die angegebene Praxis. Denn es ist durchaus ein Unterschied, ob ein Zahnarzt uns die Zähne polieren will oder die Fresse – wenn Ihr Euch bitte mal bei Eurer Krankenkasse danach erkundigen wollt, liebe Freunde der Werbung!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Januar 2018

Prada: Klamotten für die Mondlandschaft

Spießer Alfons weiß auch nicht, warum er beim Anblick einer Prada-Anzeige aus aktuellem Anlass an H & M denken muss. Vielleicht, weil hier wie dort ein Mensch von afrikanischer Herkunft abgebildet und dabei veralbert wird…?

Betrachtet bitte die Location, die Prada für das Tragen seiner Produkte empfiehlt, die man der Protagonistin angezogen hat! Ob das die typische Landestracht der dortigen Eingeborenen ist, weiß der Spießer nicht. Er weiß aber, dass jede Frau, die damit in Deutschland auf der Straße herumlaufen würde, die Blicke von Passanten auf sich ziehen wird, und zwar vielsagende Blicke.

Und Alfons, der modische Muffel, hatte gedacht, dass Prada gar keine Punk-Klamotten im Angebot hätte, die man vermutlich deshalb in einer Mondlandschaft präsentiert, wo kein Prada-Kunde wohl jemals hinkommen wird.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. Januar 2018

Mäuse fangen mit Bio-Technik – voll im Trend!

Bio ist in. Ob an der Käsetheke, am Gemüsestand oder beim Wurstsortiment und im Getränkeregal: Nur wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Und nicht nur das, was wir schlucken, sondern auch das, was wir tragen und auftragen, muss Bio sein: Klamotten, Kosmetik und Reinigungsmittel. Und es gibt auch Bio-Technik, wie Spießer Alfons im Handel entdeckt hat.

Im Foto sehen wir ein biotechnisches Gerät, und zwar eine Mausefalle mit dem Aufdruck „Bio Technic“. Das Holz stammt demnach aus biologisch kontrolliertem Anbau, und der Draht ist wahrscheinlich biologisch abbaubar. Aaaber…

…was ist, wenn der Betreiber dieser Bio-Mausefalle gar keinen Bio-Käse oder Bio-Speck in sein Bio-Gerät steckt, bevor er es vor das Mauseloch stellt? Wenn er zum Beispiel einen Kunstkäse verwendet? Oder Speck von Schweinen, die kein Bio-Güte-Siegel auf der Schwarte tragen? Gar nicht auszudenken, was für schädliche Folgen das für die Maus haben würde, wenn sie in diese Falle tappt!

Der Spießer greift übrigens weder zu Käse noch zu Speck. Sondern zu einem Korn.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Januar 2018

Hackett London: Werbung, die Fragen offen lässt

Ein junger Herr, der fünf Rassehunde an ihren Leinen ausführt, ist entweder ein Sohn reicher Eltern oder ein armer Diener einer steinreichen Herrschaft, die den Mann zum Hundeausführen in Klamotten von Hackett London gesteckt hat. Oder aber der junge Mann ist ein Kollege von Marc Zuckerberg und hat sein Geld selber im Internet gemacht.

Natürlich könnte der Mann auch im Lotto gewonnen oder reich geheiratet haben. Ob dem so ist oder anders: Was will uns die Firma Hackett mit dieser Anzeige sagen? Dass die Kunden der Marke auf den Hund kommen können? Oder vor die Hunde gehen…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Januar 2018

„Eternity takes a long time, especially towards the end.“ (Woody Allen)

Eternity ist ein Duft von Calvin Klein. Es gibt ihn abgefüllt in Flaschen und für Frauen genauso wie für Männer. Nur für Kinder nicht. Doch in einer Anzeige sehen wir nicht nur Mann und Frau, sondern wir sehen auch ein Kind. Und der Spießer fragt sich: Warum?

Eternity bedeutet Ewigkeit. Darunter versteht man etwas, das weder einen zeitlichen Beginn noch ein zeitliches Ende hat. Ewigkeit existiert unabhängig vom Phänomen Zeit.

Und was wäre eine Familie ohne Eternity, sprich: Ewigkeit? Diese Frage hat Spießer Alfons in die Anzeige platziert. Und wartet auf eine Antwort von Calvin, und zwar bis in alle Ewigkeit.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Januar 2018

Es darf gelach(s)t werden, lieber Anzeigenleser!

Der Spießer sah eine Anzeige für Reisen nach Norwegen. Jedenfalls glaubte Alfons, so eine Anzeige zu sehen. Denn unter der Headline „Die Lebensbedingungen in Norwegen sind perfekt“ sah der Spießer vier Menschen im Werbebilde, die ein kühles Bad in einem Gewässer nehmen – siehe die Abbildung!

Dann las Alfons das Kleingedruckte und erfuhr: Die perfekten Lebensbedingungen in Norwegen gelten für Lachs. Und im Kleinstgedruckten wird der Leser informiert, dass Norwegen ein „ungastlicher Ort“ ist. Und der Textdichter erkundigt sich beim Anzeigenleser: „Warum haben sich Menschen an diesem ungastlichen Ort niedergelassen?“ und gibt selber die Antwort: „Weil es die perfekte Umgebung für Fisch ist.“

Fazit: Die vier Menschen im Gewässer von Norwegen sind Fischer, die gerade dabei sind, ein paar Lachse zu fischen oder was…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Januar 2018

GeNUSSvolles Testimonial mit der AOK

In einem Lidl-Markt stand plötzlich ein Handballspieler der Deutschen Nationalmannschaft vor Spießer Alfons. In der Hand hatte der Mann eine Tüte „Nuts Royal“ von Alesto. Und hinter dem Mann im Regal standen die Nüsse dieses Produzenten reihenweise – siehe die Abbildung! So weit, so gut.

Den Namen des Pappkameraden aus dem Team der Nationalelf kennt Alfons nicht. Aber erkannt hat er den Aufdruck auf dem Trikot des Sportlers, nämlich: AOK. Das ist die einzige Krankenkasse, die sich „Gesundheitskasse“ nennt. Und damit kommt Alfons zum Casus knacksus seines Blog-Eintrages:

Hier wirbt die AOK für die Nüsse eines Herstellers und suggeriert dem Konsumenten damit, dass „Nuts Royal“ eine Empfehlung der „Gesundheitskasse“ sind.

In den Augen des Spießers ist das eine Form von Guerilla-Marketing ohne Wissen der AOK. Und Alfons fragt sich: Was wäre wohl, wenn anstelle der Nüsse dort ein Glas Nutella in der Hand des Handballers platziert worden wäre…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. Januar 2018

Trinken die Protagonisten in der Geldermann-Werbung lieber Rotwein statt Sekt…?

Im Bilde einer Geldermann-Anzeige sehen wir eine Flasche Sekt und zwei Gläser. Das hat der Fotograf scharf ins Bild gebracht. Die Konsumenten hingegen, eine Dame und zwei Herren, die verschwimmen unterbelichtet im Hintergrund. Warum…?

Hat der Fotograf bei seiner Arbeit vielleicht zuviel Geldermann getrunken? Richtig ist: Wenn man sich das Foto ganz genau anschaut, dann erkennt man: Beide Männer halten in ihren Händen ein Glas mit einer dunklen Flüssigkeit, die an Rotwein denken lässt statt an Sekt. Kein Wunder, dass die Sektkellerei das nicht so präsent im Werbebild haben wollte!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Januar 2018

Irreführende Versprechungen bei der Lotteriewerbung

Wenn wir  Werbung für eine Lotterie sehen, dann lesen wir dort zum Beispiel: „Mehr als jeder 3. Spieler gewinnt und kann sich dann in die königliche Riege vieler freudestrahlender Lottoland-Gewinner reihen.“ Und das ist ausgemachter Humbug.

Richtig ist: Wenn ein Spieler beispielsweise 50 Euro einsetzt und dann 20 Euro „gewinnt“, so hat er keinen Gewinn gemacht sondern einen Verlust. Der Textdichter der Lotto-Werbung rechnet das gezogene Los jedoch zu den Gewinnern bei der Lotterie.

Spießer Alfons meint: Die Lotterien unterstehen staatlicher Aufsicht. Also sollte der Gesetzgeber auch darauf achten, dass die Werbung für Glücksspiele lauter und nicht so verlogen ist wie die nebenstehende Reklame im Internet von der Firma Lottoland!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 4. Januar 2018