Kategorie-Archiv: Allgemeines

0-Nummer: Ein Blatt Klopapier für 7,95 € (inkl. Versand)

Es gibt Ideen, liebe Lesergemeinde, die sind genauso doof wie gewinnbringend. Stellt Euch zum Beispiel vor, da gestaltet jemand ein Stück Papier wie eine Banknote. So richtig mit Wasserzeichen, Hologramm und Kupfersstreifen. Und die Wertangabe auf dieser Pseudobanknote beträgt 0 Euro, was meint: Das Stück Klopapier ist weniger wert als ein ein Blatt von der Hakle-Rolle, weil es zum Auswischen des Afters viel zu hart ist und die Saugfähigkeit zu wünschen übrig lässt.

Und was macht der Produzent mit dieser seiner 0-Nummer? Er verkauft sie. Mit dem Hinweis: „Jetzt die 0-Euro-Banknote ‚30 Jahre Mauerfall’ unverbindlich für nur 7,95 € bestellen!“– siehe die Abbildung links!

Schon der Hinweis auf „Banknote“ ist (be)trügerisch, denn eine Banknote ist Papiergeld – sprich: Zahlungsmittel – und wird von der Notenbank ausgegeben. Die „0-Euro-Banknote“ hingegen ist weder Zahlungsmittel noch wird sie von der Bundesbank herausgegeben. Sondern von MDM. Was die Abkürzung ist von Münzhandelsgesellschaft mbH & Co. KG Deutsche Münze.  Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. November 2018

Es gendert in der Werbung: Eine Bank entdeckt das 3. Geschlecht

Dass Homosexuelle in den Bildern der Werbung schon seit ewiger Zeit angesprochen werden, wissen wir nicht zuletzt aus der Werbung für Klamotten der Edel-Designer. Und nun hat eine Bank auch das 3. Geschlecht als Zielgruppe ihrer Werbebotschaft entdeckt, wenn Ihr Euch das nachstehend abgebildete Plakat mal anschauen wollt!

 „Banking. Geschmeidig“, hat der Textdichter es formuliert für N26, was „die mobile Bank“ ist, wo man ein kostenloses Konto eröffnen kann. Und wo Kunden sich rasieren sollen, um für die Bank „geschmeidig“ zu sein.

Ob man bei der N26 auch eine EC-Karte bekommt, weiß Alfons nicht. Aber der Spießer kann sich vorstellen, dass Kunden der Genderbank mit einer solchen Karte für ein ungewolltes Outing an der Ladenkasse sorgen. Allerdings könnte das unter Umständen vom 3. Geschlecht aber durchaus gewollt sein.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. November 2018

Kamele sollen ihr tödliches Ding machen

Schräg gegenüber vom Laden eines Bestatters sah Spießer Alfons in seiner Heimatstadt ein Plakat. Und der Tiefbauunternehmer freut sich vermutlich wie Bolle über dieses City-Light-Poster, nämlich das Plakat von „Camel“. Denn für ihn ist das kostenlose Akquise für sein Business.

Wir sehen dort einen potentiellen Kunden des Bestatters nämlich einen Raucher, der so dämlich ist, der Aufforderung des Zigarettenherstellers zu folgen: „Do your Thing“.

Klar, dass nur Kamele ihr Ding machen und zur „Camel“ greifen, denn sie haben nicht den Hinweis am Fuße des Plakates begriffen – siehe die Abbildung! Aber Raucher lieben es nun mal, Russisch Roulette aus der Zigarettenpackung zu spielen.

Werbung für Zigaretten ist Beihilfe zum Suizid. Und ganz besonders dann, wenn die Werbesprüche so dämlich sind wie „Do your Thing“.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Oktober 2018

Zur Drosselung der Autoproduktion: Teilen unter Freunden!

Wer sein Glück teilt, hat doppeltes Glück. Darum sollte der Mensch alles Glück, das er hat, mit seinen Freunden teilen. Genauso wie sein Auto. Das empfiehlt die Daimler AG in einer Anzeige, wo wir lesen: „Teile deinen smart mit deinen Freunden.“ Hinter dieser Aufforderung steht zwar kein Aufforderungszeichen, aber der Leser erkennt auch so, dass er aufgefordert wird, seinen smart zu teilen.

Was macht aber derjenige, der keinen smart hat? Klar, der geht zu einem Freund, der einen smart hat, und teilt dem Freund mit, dass dieser sein Auto teilen soll.

Das Teilen ist heutzutage nicht nur gang, sondern auch gäbe. Da teilen Menschen ihre Häuser, Grundstücke und Arbeitsplätze genauso wie Bücher, Zeitungen und Lotterielose. Und Ehepartner teilen nicht nur Tisch, Bett, Konto und die Zahncreme, sondern sie gehen auch zusammen in Swinger-Clubs, wo sie sich teilen. Wife-Sharing nennt man das, was die Teilenden als smart empfinden.

Die Autofirmen könnten ihre Verkäufe schnell halbieren, wenn alle Kunden sich ihr Auto teilen würden. Und das gilt nicht nur für Kraftfahrzeuge, sondern auch für Fahrräder, Staubsauger, Handys, Computer, Waschmaschinen, Rasenmäher und und und. Selbst Haustiere kann man mit seinen Freunden teilen und teilt damit auch gleichzeitig die Kosten für Futter und Tierarzt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Oktober 2018

Das Hamburger Abendblatt bejubelt seine 90jährigen Leser

Im Hamburger Abendblatt ist eine ganze Seite erschienen, auf der das Hamburger Abendblatt folgende Information veröffentlicht hat: „70 Jahre freuen sich Hamburger schon über ihr Abendblatt“. Und diese Meldung wirft bei Spießer Alfons, dem Abendblatt-Leser, ein paar Fragen auf:

Hamburger, die sich seit 70 Jahren auf ihr Abendblatt freuen, sind heute rund 80 bis 90 Jahre alt. Ob sie sich immer noch auf ihr Abendblatt freuen, weiß Alfons natürlich nicht. Er weiß aber: Hamburger, die sich schon 70 Jahre auf ihr Abendblatt freuen, sind eine winzige Minderheit.

Und der Leser, der sich noch keine 70 Jahre auf das Abendblatt freut, der fragt sich: Wieso wird hier eine ganze Seite vierfarbig für einen einzigen Satz verschwendet? Hätte man auf dieser Seite nicht etwas drucken können, was alle Leser interessiert – notfalls Witze in besonders großem Schriftgrad, damit auch 80jährigen Lesern das Lesen erleichtert wird – wenigstens auf einer Seite? Oder den Wetterbericht für die kommenden 14 Tage? Oder ein ausführliches Tageshoroskop? Oder Kreuzworträtsel und Sudoku…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. Oktober 2018

Wie schafft man für einen Wecker durch Werbung einen USP…?

Es gibt Analog-Wecker und Digital-Wecker. Es gibt Wecker zum Aufziehen, mit Batterie und mit Kabelanschluss für die Steckdose. Es gibt Radiowecker und Wecker mit Schlummerfunktion und mit und ohne Tick und leise und laute sowie große und kleine, mit und ohne Sekundenanzeiger. Und allen Weckern gemein ist, dass sie die Zeit anzeigen.

Und im Internet fand Spießer Alfons einen Wecker mit USP. Da bedeutet: Der Wecker liefert allen Menschen einen einzigartigen Grund für den Kauf. Dieser Grund ist folgender: Der Wecker ist kein Wecker speziell für Männer oder speziell für Frauen, sondern dieser Wecker von Seiko ist ein „Unisex Wecker“, was meint: Mit diesem Gerät lassen sich sowohl Männer als auch Frauen wecken. Und auch Personen vom 3. Geschlecht können damit gendermäßig aus dem Schlummer gerissen werden.

Mit diesem Produkt, liebe spießige Lesergemeinde, kann folglich kein Käufer etwas falsch machen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 1. Oktober 2018

Spießiger Hinweis an die Redaktion der BILD-Zeitung: Mercedes = deutsch, Ferrari = italienisch

Aus wiederholt gegebenem Anlass stellt Spießer Alfons wieder einmal fest: Der BILD-Zeitung ist Ferrari wichtiger als Mercedes. Denn Mercedes ist auf dem Weg zum WM-Titel bei der Formel-I. Und BILD freut sich nicht, dass damit ein deutscher Traum erfüllt wird, sondern die redaktionelle Beachtung richtet sich primär auf den Werksfahrer von Ferrari – siehe die Abbildung!

BILD-Zeitung online

Der Sieger auf Mercedes kehrt uns auf dem Bild den Rücken zu, der Verlierer auf Ferrari wird von vorn gezeigt. Und der Text lautet nicht: „Diese 9 Fehler von Vettel erfüllen Hamiltons Traum“, sondern: „Diese 9 Fehler zerstören Vettels WM Traum“.

Weiß der Herr Chefredakteur womöglich nicht, dass Mercedes = deutsch und Ferrari = intalienisch ist…? Oder aber steht „Vettel“ hier nur als Schimpfwort für einen deutschen Gastarbeiter in Italien, weil der auf der Verliererstraße ist…?

Und last but not least eine Methapher: Wenn der FC Bayern mit dem kroatischen Trainer Niko Kovač gegen den FC Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp spielt und verliert – jubelt die BILD-Zeitung dann auch für Jürgen Klopp…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. September 2018

About you: Wie der Mensch in die Freiheit entlassen wird

„Freiheit“, so belehrt uns der Textdichter vom Fashion Online Store ABOUT YOU, „entsteht durch gegenseige Akzeptanz“. Und im Bilde der Annonce sehen wir ein Paar, das sich gegenseitig akzeptiert und deshalb frei ist.

Wenn Spießer Alfons die Anzeige mal kommentieren darf: Sollten die beiden Protagonisten in einem Zirkus auftreten oder in einem Kindergarten arbeiten, dann kann man ihr Outfit nicht infragestellen. Und auch im Karneval sind solche Kostüme witzig genauso wie zur Silvesterfeier und auf einer Fetisch-Party im Swinger-Club.

Sollte der Herr jedoch bei einer Bank tätig sein und die Dame als Apothekerin arbeiten, dann könnten sie ihre Freiheit mit der gezeigten Bekleidung genießen. Nämlich dann, wenn sie in solchem Outfit zur Arbeit erscheinen. Weil sie dann ziemlich schnell mit einer Kündigung rechnen müssten. Eben dann, wenn die Chefs ihre Mitarbeiter nicht zwingen, sich vernünftig anzuziehen, sondern ihnen die Freiheit geben, indem sie deren Kostümierung akzeptieren. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. September 2018

Deichmann drückt der Schuh aufs Hirn: Aufruf zur Straftat

Der Sommer ist zwar fast schon vorbei, aber der Schuhhändler Deichmann möchte, dass wir den Sommer „legendär“ machen. Und wie macht man den Sommer legendär? Deichmann gibt uns dafür die Anleitung in seiner Anzeige: Indem man auf öffentliche Verkehrsschilder klettert und diese mit grüner Deichmann-Farbe besprüht – siehe Corpus Delicti!

Was sind das eigentlich für Werbefuzzys, die sich so einen Scheiß ausdenken? Wo drückt ihnen der Schuh? Vielleicht aufs Gehirn…?

Spießer Alfons erklärt: Das V, das die sonnenbebrillte Tussi dort zeigt, steht für Verrücktheit.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. September 2018

Investigativer Journalismus von BILD – mit Pointe am Fuße

Wenn die Deutsche Nationalhymne vor einem Spiel unserer Kicker-Elf gespielt wird, dann haben die Spieler den Text auf den Lippen – einige mehr, einige weniger. Und das Bekenntnis lautet: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“

aus: BILD ONLINE

Dieser Text stammt von dem Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Und die BILD-Zeitung hat in Vergangenheit häufig darauf geachtet, welcher Spieler seine Lippen  dazu bewegt und welcher nicht. Und auf den Dichter kommt Spießer Alfons gleich noch einmal aus gegebenem Anlass zurück. So weit, so gut.

Casus Belli:  Der Inhalt der Strophe unserer Nationalhymne korrespondiert nach Meinung von Spießer Alfons inhaltlich nicht mit dem, was die BILD-Zeitung online mit zwei DFB-Stars veranstaltet hat: Weil beide Spieler ein Handy in der Hand haben, werden sie von der Redaktion öffentlich bloßgestellt und denunziert mit dem Hinweis auf einen „Disziplin-Rückfall“ – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. September 2018