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„Gerard Butler’s Choice“: Bestochen mit Geld und Gratis-Hemd?

In einer Anzeige von Olymp sehen wir den britischen Schauspieler Gerard Butler. Dieser trägt offensichtlich ein Hemd der besagten Marke mit dem Hinweis: „Gerhard Butler’s Choice“. Und was eine Choice für einen Briten ist, das ist für die Eingeborenen von Deutschland eine Wahl.

Und warum ist das Hemd von Olymp eine Choice von Gerard Butler? Lasst den Spießer raten: Dem Mimen blieb keine andere Wahl. Denn: Der Hersteller hat ihm das Hemd nicht nur geschenkt, sondern der Protagonist bekam auch noch Geld dafür, dass er das Hemd trägt und sich in aller Öffentlichkeit damit zeigt.

Oder um es klar und unmissverständlich zu sagen: Der Schauspieler Gerard Butler spielt hier gegen Gage eine Werberolle für eine Hemdenmarke.

Und würde der Spießer ebenfalls ein Hemd von Olymp gratis bekommen und auch noch Geld dafür, dass er es tatsächlich trägt: Olymp wäre Spießer Alfons‘ Choice, ganz ehrlich!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Juli 2018

Nicht die Kaffeesorte ist entscheidend, sondern der Kaffeautomat

Stellt Euch mal vor, liebe Freunde der Werbng, dort wäre in einer Anzeige ein Küchenherd abgebildet, der zum Verkauf seht. Und ein Textdichter hätte darüber gedichtet: „Einfach gute Suppe genießen.“ Was würde der Anzeigenleser dabei wohl denken…?

Und dann ist da tatsächlich ein Kaffeeautomat abgebildet, wozu ein Werbetexter getextet hat: „Einfach guten Kaffee genießen.“  – siehe die Abbildung!

Was will uns der Miele-Werber damit sagen? Spießer Alfons versteht es so: Wir sollen der gesamte Werbung von Kaffeemarken nicht die Bohne glauben, sondern wir können die billigste Kaffeesorten nehmen. Dazu den Miele-Automaten, denn damit wird der Kaffee einfach gut, wenn er dort aufgebrüht wird.

Also: Vergesst Jacobs Kaffee und Tchibo und Dallmayr und Melitta und Nescafé und Eduscho und Mövenpick und wie sie sonst noch alle heißen! Kauft Euch einfach die billigsten Bohnen und dazu einen Automaten von Miele, mit dem Ihr dann „einfach guten Kaffee genießen“ könnt.

Postskriptum: Was das Kaffeepäckchen neben der Maschine mit der Aufschrift „Black Edition Nr 1 – selektiert und handgeröstet für Miele“ bedeuten soll, wird dem Anzeigenleser nicht erklärt. Und eine Frage hat Spießer Alfons auch zum Claim von Miele, welcher lautet: „Miele. Immer Besser.“ Die Frage lautet: Sollte man „Besser“ nicht besser kleinschreiben?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Juli 2018

Warum die Leute von Union Investment mit ihrer Werbung ins Abseits laufen

Union Investment stellt dem Anzeigenleser eine Frage und also lautend: „Warum wollen alle kleinen Jungs irgendwann einmal Fußballprofi werden?“ Wozu Spießer Alfons mit der Gegenfrage antwortet: Woher weiß der Textdichter, dass alle kleinen Jungs irgendwann einmal Fußballprofi werden wollen…?

Hat man bei Union Investment alle kleinen Jungs befragt? Es sieht nicht danach aus, denn sonst hätte man die Kids ja auch selber fragen können, warum sie denn unbedingt Fußballprofi werden wollen. Doch der Textdichter gesteht: „Wir können nicht alles erklären“.

Fazit: Wenn die Leute der Investment-Firma nicht mal einfache Zusammenhänge erklären können, dann glaubt der spießige Anzeigenleser auch nicht, dass man in dem Unternehmen weiß, wie man „zeitgemäß Geld anlegen“ kann. Das allerdings weiß jeder kleine Junge, der sein Taschengeld zur freien Verfügung hat. Und wer selber Kinder hat, der weiß das auch.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 4. Juli 2018

Bringt die Post auch immer Krankheiten, Unwetter und Krisenherde?

Der Textdichter der Post fabuliert in superlativem Größenwahn: „Was auch immer die Zukunft bringt – mit der Post kommt es an.“ Das ist natürlich Mumpitz, weil die Wörter „auch immer“ unzutreffend sind.

Was die Zukunft bringt, weiß niemand von uns. Und was die Post bringt, können wir nur begrenzt selbst entscheiden. Zum Beispiel über das Internet: Wenn wir dort einkaufen, dann entscheiden wir damit über die Zukunft des lokalen Einzelhandels. Und mit der Post kommt nicht nur an, was wir online bestellen, sondern auch die indirekte Folge offline, nämlich das Aussterben vieler kleiner Läden in unseren Städten und Gemeinden.

Was die Zukunft „auch immer“ an Katastrophen, an Krankheiten, Todesfällen und Krisen bringt, wird den Menschen wohl selten per Post zugestellt – mit Ausnahme von Briefbomben, Drohbriefen, unnötigen Medikamenten, Hassbotschaften, Kündigungsschreiben u. v. a. m.

Die Empfehlung von Spießer Alfons an den Textdichter der Post: Bescheidenheit in der werblichen Kommunikation ist allemal glaubwürdiger als Größenwahn.

 

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. Mai 2018

Hackett London: Werbung, die Fragen offen lässt

Ein junger Herr, der fünf Rassehunde an ihren Leinen ausführt, ist entweder ein Sohn reicher Eltern oder ein armer Diener einer steinreichen Herrschaft, die den Mann zum Hundeausführen in Klamotten von Hackett London gesteckt hat. Oder aber der junge Mann ist ein Kollege von Marc Zuckerberg und hat sein Geld selber im Internet gemacht.

Natürlich könnte der Mann auch im Lotto gewonnen oder reich geheiratet haben. Ob dem so ist oder anders: Was will uns die Firma Hackett mit dieser Anzeige sagen? Dass die Kunden der Marke auf den Hund kommen können? Oder vor die Hunde gehen…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Januar 2018

Trinken die Protagonisten in der Geldermann-Werbung lieber Rotwein statt Sekt…?

Im Bilde einer Geldermann-Anzeige sehen wir eine Flasche Sekt und zwei Gläser. Das hat der Fotograf scharf ins Bild gebracht. Die Konsumenten hingegen, eine Dame und zwei Herren, die verschwimmen unterbelichtet im Hintergrund. Warum…?

Hat der Fotograf bei seiner Arbeit vielleicht zuviel Geldermann getrunken? Richtig ist: Wenn man sich das Foto ganz genau anschaut, dann erkennt man: Beide Männer halten in ihren Händen ein Glas mit einer dunklen Flüssigkeit, die an Rotwein denken lässt statt an Sekt. Kein Wunder, dass die Sektkellerei das nicht so präsent im Werbebild haben wollte!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Januar 2018

Warum ist die FDP wirklich aus Jamaika abgereist…?

Es wird viel spekuliert, warum Christian Lindner und die FDP tatsächlich aus den Koalitionsverhandlungen ausgestiegen sind. Nur die Teilnehmer der Verhandlungen kennen den exakten Grund. Aber sie schweigen. Warum? Weil sie immer noch hoffen, dass die Freien Demokraten zurückkehren werden an den Verhandlungstisch…?

Der Spießer kann dazu Näheres sagen. Was niemand weiß: Alfons hatte sich als Kellner in die Gesprächsrunden eingeschlichen und wurde Ohr- und Augenzeuge für den wahren Grund, der zum Platzen der Gespräche von Seiten der FDP geführt hat. Und dieser Grund war:

Christian Lindner war von allen Teilnehmern der Jamaika-Runde ausgelacht worden. Warum? Darüber gibt eine Anzeige der FDP ehrlich Auskunft. Diese Anzeige erscheint weltexklusiv hier und heute und wurde bisher von Wolfgang Kubicki noch nicht autorisiert. Aus diesem Grunde ganz unverbindlich: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. November 2017

Werbung unter der Lupe: Anzeige in klein-klein gemacht

Was macht der Art-Direktor, wenn die Zielgruppe, für die er eine Anzeige gestaltet, im Alter von 60 – 85 Jahren ist und Angst hat vor Gedächtnisstörungen bzw. Alzheimer-Erkrankung? Das Erste, was er macht: Er wählt einen Schriftgrad, der für alte Menschen leicht lesbar ist. Das denkt jedenfalls der Spießer in seiner jugendlichen Naivität.

Die Wahrheit sieht anders aus, wenn Ihr mal einen Seitenblick auf die nebenstehende Anzeige von Janssen werfen wollt! Der Fließtext ist so klein abgesetzt, dass ältere Menschen ihn nur schwer entziffern können.

Wie kann so etwas passieren? So etwas passiert, wenn Werber keine Vorstellungen haben von ihrer Zielgruppe. Und der Auftraggeber hat den Text ja schon gelesen – vorab im Manuskript.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. November 2017

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Oder besser: Fragen Sie doch gleich Alfons den Spießer!

Aus gegebenem Anlass, nämlich die unveränderte Veröffentlichung, weist Spießer Alfons noch einmal auf eine Anzeige hin. Wir sehen und lesen: „Ihre Lösung bei kribbelnden Füßen“. Und wir sehen: Was auf den Füßen kribbelt, das sind Ameisen. Und dagegen empfíehlt der Werbungtreibende „milgamma protekt“, und zwar „nur eine Tablette täglich“.

Der Spießer hingegen empfiehlt hier eine ganz anderes Lösung, nämlich ein Ameisenspray. Oder noch besser: Wenn Ameisen auf Euren Füßen kribbeln, liebe Leser, dann haltet Ihr die Füße einfach in die Dusche und braust die Tierchen sanft ab. Das belastet weder den Magen durch Tabletten noch die Geldbörse durch den Kauf von „milgamma protekt“.

Wenn’s Euch dagegen im Bauch kribbelt, als wären dort Schmetterlinge zugange, dann empfiehlt Euch der Spießer: Verzichtet ebenfalls auf Tabletten und gebt Euch diesem Kribbelgefühl mit Leib und Seele hin!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Oktober 2017

Das Werbemärchen vom armen Schuster Bommel

Kennt jemand von Euch Floris van Bommel, liebe Lesergemeinde? Spießer kennt den Mann nur aus der Werbung. Dort wird er als Schuhmacher in der 9. Generation angezeigt, was bedeutet: seit dem Jahre 1734 macht die Familie van Bommel ihre Schuhe. Und noch etwas erkennt der Spießer aus der Werbung: Floris van Bommel muss eine ganz armer Mensch sein.

Wir kennen alle das alte Kinderlied: „Im Keller ist es duster, da wohnt ein armer Schuster. Er hat kein Licht. Er hat kein Licht. Er kennt die liebe Sonne nicht.“ Beim Schumacher van Bommel erkennt man die Armut daran, dass er im Winter bei Eis und Schnee in bitterer Kälte durch den Wald gegangen ist und dabei keinen wärmenden Mantel getragen hat. Auch keine Mütze, sondern bloß Handschuhe. Und was noch übler ist: Obwohl der Mann selber Schuhe macht, konnte er sich kein Paar Winterschuhe leisten, sondern er lief mit Halbschuhen durch den Schnee. Und weil seine Füße vor Eiseskälte erstarrt waren, hatte er ein wärmendes Feuer entfacht, um sich daran zu erwärmen.

Warum ein Fotograf das im Bilde festgehalten hat, weiß Spießer Alfons nicht. Und wieso Floris van Bommel es sich leisten kann, diese Anzeige zu veröffentlichen, die nicht nur Kosten für Gestaltung, sondern auch für die Schaltung verursacht hat – das bleibt für den Spießer eines dieser mystischen Rätsel in der Werbung.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. September 2017