Kategorie-Archiv: Medienkritik

Chris Tall: Ein Flachmann zeigt sein Gesicht für RTL im Norden

Im Fernsehen treten viele Witzbolde auf, gute, weniger gute und schlechte. Früher mal gehörte der überaus erfolgreiche Mario Barth für Spießer Alfons zu den schlechtesten unter den schlechten Witzbolden. Aber der Mann hat sich inzwischen gemausert und ist mit neuen Sendeformaten über eine sehr viel höher gelegte Latte gesprungen als früher bei seinen Auftritten im Berliner Olympiastadion.

Und nun ist da einer bei RTL, der sich Chris Tall nennt. Dieser sogenannte „Comedian“ kann nach Meinung von Spießer Alfons unter einer ganz tief gelegten Latte im aufrechten Gang durchgehen. Denn Chris Tall ist ein echter Bold. Und ein Bold ist jemand, dem der Witz fehlt. Gegen Chris Tall ist selbst der dümmste Bauer, der bei RTL eine Frau sucht, ein geborener Comedian und Entertainer.

Kurzum: In den Augen und Ohren von Spießer Alfons ist der rundliche Chris Tall der platteste Plattfisch an der norddeutschen Küste. Vielleicht hat RTL ihn auch deshalb zum Werbegesicht von RTL NORD gemacht, was der norddeutschen Heimat (s)ein rundes Gesicht geben soll – siehe die Annonce!

Chris Tall hat sich zum Start seiner Karriere in Szene gesetzt, indem er gefragt hatte: „Darf er das?“ und darauf selber die Antwort gegeben hat: Chris Tall darf sich auch lustig machen über behinderte Menschen genauso wie über Homosexuelle und Menschen mit dunkler Hautfarbe. Weil die das selber irre lustig finden, meint der Bold aus der norddeutschen Tiefebene. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. November 2018

Das Hamburger Abendblatt bejubelt seine 90jährigen Leser

Im Hamburger Abendblatt ist eine ganze Seite erschienen, auf der das Hamburger Abendblatt folgende Information veröffentlicht hat: „70 Jahre freuen sich Hamburger schon über ihr Abendblatt“. Und diese Meldung wirft bei Spießer Alfons, dem Abendblatt-Leser, ein paar Fragen auf:

Hamburger, die sich seit 70 Jahren auf ihr Abendblatt freuen, sind heute rund 80 bis 90 Jahre alt. Ob sie sich immer noch auf ihr Abendblatt freuen, weiß Alfons natürlich nicht. Er weiß aber: Hamburger, die sich schon 70 Jahre auf ihr Abendblatt freuen, sind eine winzige Minderheit.

Und der Leser, der sich noch keine 70 Jahre auf das Abendblatt freut, der fragt sich: Wieso wird hier eine ganze Seite vierfarbig für einen einzigen Satz verschwendet? Hätte man auf dieser Seite nicht etwas drucken können, was alle Leser interessiert – notfalls Witze in besonders großem Schriftgrad, damit auch 80jährigen Lesern das Lesen erleichtert wird – wenigstens auf einer Seite? Oder den Wetterbericht für die kommenden 14 Tage? Oder ein ausführliches Tageshoroskop? Oder Kreuzworträtsel und Sudoku…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. Oktober 2018

Der HSV auf dem Weg in die 3. Liga und BILD senkt die Preise für den Aufstieg

0 : 5 im eigenen Stadion hat der HSV am Wochenende verloren. In dieser Höhe eine historische Niederlage. „0: 5! Das war wie noch mal absteigen“, erklärt die BILD-Zeitung heute – siehe die Abbildung!

So weit die redaktionelle Berichterstattung der Boulevardzeitung. In der Werbung von BILD heißt es dagegen heute online: „Mission Aufstieg läuft!“ Und im BILD-Shop gibt’s 15% Rabatt auf alle HSV-Artikel. Ein Rabatt. der   allerdings mehr auf einen Ab- als Aufstieg hindeutet, denn damals, kurz bevor der HSV aus der Bundesliga geflogen ist, gingen die Preise für HSV-Bücher genauso in den Keller.

Spießer Alfons empfiehlt den HSV-Fans: Bevor  ihr im BILD-Shop einkauft, solltet ihr noch die nächsten Spiele der Mannschaft abwarten. Sowohl auf der Tabelle als auch bei den Preisen im Shop ist noch Luft nach unten drin!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. September 2018

Spießiger Hinweis an die Redaktion der BILD-Zeitung: Mercedes = deutsch, Ferrari = italienisch

Aus wiederholt gegebenem Anlass stellt Spießer Alfons wieder einmal fest: Der BILD-Zeitung ist Ferrari wichtiger als Mercedes. Denn Mercedes ist auf dem Weg zum WM-Titel bei der Formel-I. Und BILD freut sich nicht, dass damit ein deutscher Traum erfüllt wird, sondern die redaktionelle Beachtung richtet sich primär auf den Werksfahrer von Ferrari – siehe die Abbildung!

BILD-Zeitung online

Der Sieger auf Mercedes kehrt uns auf dem Bild den Rücken zu, der Verlierer auf Ferrari wird von vorn gezeigt. Und der Text lautet nicht: „Diese 9 Fehler von Vettel erfüllen Hamiltons Traum“, sondern: „Diese 9 Fehler zerstören Vettels WM Traum“.

Weiß der Herr Chefredakteur womöglich nicht, dass Mercedes = deutsch und Ferrari = intalienisch ist…? Oder aber steht „Vettel“ hier nur als Schimpfwort für einen deutschen Gastarbeiter in Italien, weil der auf der Verliererstraße ist…?

Und last but not least eine Methapher: Wenn der FC Bayern mit dem kroatischen Trainer Niko Kovač gegen den FC Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp spielt und verliert – jubelt die BILD-Zeitung dann auch für Jürgen Klopp…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. September 2018

Investigativer Journalismus von BILD – mit Pointe am Fuße

Wenn die Deutsche Nationalhymne vor einem Spiel unserer Kicker-Elf gespielt wird, dann haben die Spieler den Text auf den Lippen – einige mehr, einige weniger. Und das Bekenntnis lautet: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“

aus: BILD ONLINE

Dieser Text stammt von dem Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Und die BILD-Zeitung hat in Vergangenheit häufig darauf geachtet, welcher Spieler seine Lippen  dazu bewegt und welcher nicht. Und auf den Dichter kommt Spießer Alfons gleich noch einmal aus gegebenem Anlass zurück. So weit, so gut.

Casus Belli:  Der Inhalt der Strophe unserer Nationalhymne korrespondiert nach Meinung von Spießer Alfons inhaltlich nicht mit dem, was die BILD-Zeitung online mit zwei DFB-Stars veranstaltet hat: Weil beide Spieler ein Handy in der Hand haben, werden sie von der Redaktion öffentlich bloßgestellt und denunziert mit dem Hinweis auf einen „Disziplin-Rückfall“ – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. September 2018

Fake News über Donald Trump: Arschloch

Dass das Arschloch für Mensch und Tier von unerhörter Wichtigkeit ist, muss Spießer Alfons Euch wohl nicht näher erläutern. Und wer es nicht weiß, der wird es spätestens dann feststellen, wenn er einen Proktologen aufsuchen muss, weil er einen Defekt an seinem Auspuff hat. Und deshalb ist es völlig unangebracht, Donald Trump als Arschloch zu bezeichnen, bloß weil der Typ im Weißen Haus soviel Scheiß macht.

Würde man Donald Trump als Arschloch titulieren, dann wäre das ein Schulterklopfen für ihn. Darum der Tipp von Spießer Alfons: Wir könnten den Mann stattdessen mit einer Metapher als Diárrhoia διάρροια bezeichnen. Oder als Aἷμα haima genauso wie als Flatus.

Und dann kennt Spießer Alfons noch ein aktuelles Schimpfwort für jemanden, dem beim Wassertrinken sehr häufig der Klodeckel auf den Hinterkopf gefallen ist: Er ist ein Trump!

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. August 2018

BILD-Reklame: „Manchmal schräg, immer spruchreif“

Seitdem Julian Reichelt (38) die Chefredaktion der BILD-Zeitung übernommen hat, ist das Niveau des Blattes der Auflagenentwicklung gefolgt. Und die derzeitige Werbung für das Boulevardblatt ist so primitiv, wie sie es zuvor noch nie gewesen ist. Sprüche, Phrasen und Leerformeln. Alfons weiß, wovon er schreibt, denn der Spießer beobachtet das werbliche Tun und Treiben von Deutschlands immer noch größter Tageszeitung seit Jahrzehnten, und zwar seit der Zeit, als Alfons selber für die Werbung der BILD-Zeitung verantwortlich gezeichnet hat. Damals, als es noch keine digitalen Medien gab, betrug die Auflage   rund 5 Millionen Exemplare, und zwar täglich. Und der BILD-Titan zu jener Zeit war der Heilpraktiker Dr. Manfred Köhnlechner (1925–2002).

Und wo wir gerade bei der Werbung Reklame von BILD sind: Mit Sprüchen wie „Manchmal schräg, immer spruchreif“ buhlt das Blatt um potentielle Leser und behauptet: „Alles, was Sie wissen müssen, auf einen Blick.“

Schräges von BILD: Immer reif für Sprüche!

Aber auch vieles, was sie nicht wissen müssen, finden BILD-Leser auf einen Blick. Zum Beispiel kürzlich die als „Sensation“ bezeichnete Meldung, dass Pietro Lombardi als DSDS-Juror neben Dieter Bohlen sitzen wird – donni, donni aber auch, das ist ja fast schon eine Weltsensation, Herr Reichelt, die alle aktuellen Ereignisse um einen gewissen Mr. Trump glattweg in den Schatten stellt!

Bei dieser Gelegenheit zeigt Spießer Alfons Euch eine BILD-Anzeige doppelt, und zwar in Original und Fälschung – siehe Abbildung unten!  Die Mitglieder der spießigen Lesergemeinde werden dazu aufgefordert, herauszufinden, welche der beiden Anzeigen das Original ist und welches die spießige Fälschung. Zu gewinnen gibt es dabei auch etwas, nämlich die Erkenntnis, dass triviale Werbung und nackte Tatsachen mitunter zusammenpassen wie Arsch auf Eimer. Oder wie Bohlen in BILD. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. August 2018

Alles wie gewöhnlich: Textdichter als Kupferstecher

Was tut ein Werbetexter, der keinen Einfall hat? Richtig: Er schreibt einfältig, nämlich ab. So hat einer von diesen Einfallslosen sich seine Headline für eine Anzeige aus dem Kino gestohlen, und zwar der Texter, der für AUTO BILD KLASSIK das Wort von der Leinwand kopiert hat: „Alles außer gewöhnlich!“

Diese Zeile ist der Untertitel der US-Filmbiografie „Joy“ aus dem Jahre 2015. Eine Tragikomödien, in der das ungewöhnliche Leben von Joy Mangano erzählt wird, die eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen der USA ist.

Bestimmt hat sich der Plagiator im Verlag auch noch feiern lassen für seine Raubkopie, für die er vermutlich sogar honoriert worden ist. Also alles wie gewöhnlich.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. August 2018

ProSiebenMXX: Wo Männer ihrem Instinkt folgen sollen

Sex sells, sagt man. Und die Damen vom horizontalen Gewerbe werden das bestätigen können. Ob allerdings auch anderes Gewerbe, wo der Sex in der Werbung stattfindet, bestätigen kann , dass der werbliche Sex die kommerziellen Mittel heiligt, sei mal dahingestellt. Denn nicht alles, was zwei Handbreit unterm Nabel wirkt, wirkt auch beim Abverkauf einer Ware oder Dienstleistung – vom eingangs erwähnten Fremdenverkehrsgewerbe mal abgesehen.

Auch ProSiebenMAXX hat kürzlich Sex in seiner Werbung eingesetzt. Allerdings sportlich, denn es ging um Beach Volleyball – wenn Ihr Euch das Sujet bitte mal anschauen wollt!

Natürlich hat diese Werbung nichts mit Sex zu tun, werdet Ihr sagen, denn es handelt sich hier schließlich um eine Sportlerin in der üblichen Sportbekleidung einer jungen Frau, die gerade Beach Volleyball spielt. Und auch Schwimmerinnen stehen ja nicht in langen Röcken auf dem Startblock. Allerdings ist da noch etwas…

…und zwar die Aufforderung von ProSiebenMAXX in der Anzeige und also lautend: „Follow your instinct“! Und wenn Alfons das tut, dann denkt der Spießer beim Anblick des Sujets nicht unbedingt an Beach Volleyball.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. August 2018

Schulbildung? Nebensache! Ausbildung? Unwichtig! Arbeitsplatz: RTL!

Erzählen wir unserem Nachwuchs nicht schon bei seiner Einschulung, dass es wichtig ist, in der Schule immer schön fleißig zu sein und fein aufzupassen, was die Lehrerin sagt, damit man später mal einen guten Schulabschluss bekommt und danach einen tollen Beruf? Vergessen wir das, denn was wir gestern erzählt haben, ist heute schon lange Mumpitz!

Quelle: BILD Online

Im Zeitalter des privaten Fernsehens beweisen Top-Stars wie Micaela Schäfer, Menderes Bağcı, Tatjana Gsell, Carmen Geiss, Joey Heindle, Schäfer Heinrich, Bruce Darnell u.v.a.m., dass Bildung nicht unbedingt vonnöten ist, um in Deutschland groß Karriere zu machen – zumindest im privaten Flach-TV.

Und dann ist da auch noch Sangesbruder Pietro Lombardi. Der hat die Hauptschule tatsächlich ohne Abschluss verlassen und ist heute ein Star. Dank Dieter Bohlen und DSDS. Und nun die „Sensation“ laut BILD-Zeitung: Pietro sitzt in der neuen Staffel neben Dieter in der Jury“– siehe die Abbildung! Und warum sitzt er dort so sensationell? Der Sppießer vermutet: Weil jeder vernünftige Mensch es inzwischen ablehnt, neben Dieter Bohlen in der Jury zu sitzen – was Pietro Lombardi und Bruce Darnell als Beispiele für die spießige Vermutung bestätigen. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. August 2018