Kategorie-Archiv: Allgemeines

Luxusmarke in der Corona-Krise: vanLaack bei Netto als Maske in der BILD-Zeitung

Es gibt Werbung, zu der es keines spießigen Kommentars bedarf. Wie zur Anzeige vom Discounter Netto in der BILD-Zeitung, wo eine Gesichtsmaske von vanLaack angeboten wird. Wirklich: vanLaack, Luxusmarke der besser Betuchten, bei Netto, beworben in der BILD-Zeitung – siehe die Abbildung!

Apropos Luxus in Corona-Zeiten: Es fällt auf, dass bekannte Betreiber/innen von Nobel-Restaurants sich öffentlich darüber beklagen, dass sie erhebliche Einbußen gehabt haben und immer noch haben. Sarah Wiener zu dpa: „Es ist eine Vollkatastrophe“. Und die berühmte Köchin erklärte, sie habe „schwere Bedenken, dass die Individualität auf der Strecke bleiben wird und die Ketten und die Systemgastronomie überleben und die kleinen, individuellen Läden und Bars die Grätsche machen werden.“

Oder spießig von Alfons gesagt: Die Menschen sitzen nicht mehr in vanLaack-Hemden im 3-Sterne-Restaurant, sondern mit vanLaack-Gesichtsmasken bei McDonald’s.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 25. Mai 2020

Mehr Menschen sterben an den Folgen des Rauchens als an Corona – wo bleibt die Quarantäne für Raucher?!

Lest bitte mal den Schwachsinn, der auf City-Light-Säulen für die Zigarettenmarke Windsor verbreitet wird! Es zeigt, dass die Plakatgestalter auch Raucher sind und ihre Hirnzellen dermaßen vernebelt und geschädigt sind, dass sie solchen Quatsch produzieren. Diesbezüglich auch die Frage von Spießer Alfons an die Bürgermeister der Städte: Warum werden solche Anschläge auf die Bürger nicht unterbunden?! Vielleicht weil städtische Beamte auch Raucher sind und deshalb schon leicht erblindet sind…?

Notabene: Publikumswerbung für Tabakprodukte ist gesetzlich verboten mit Ausnahme von Plakatwerbung. Einen vernünftigen Grund dafür gibt es nicht, dass Plakate erlaubt sind. Aber es gibt ja auch keinen vernünftigen Grund, dass Menschen zur Zigarette greifen, und trotzdem tun sie es.

Hierzu zum Nachdenken: In Deutschland sterben mehr Menschen an den Folgen des Rauchens als an Corona. Trotzdem kommt niemand auf die Idee, alle Raucher so lange in Quarantäne zu stecken bis ihnen die Lust am blauen Dunst vergangen ist. 😉 Im Gegenteil: Der Staat kassiert an jeder Kippe kräftig mit.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Mai 2020

Werbelist: Was den Menschen zum Fuchs macht und wie sich beide unterscheiden

Tieren sagt man menschliche Eigenschaften nach, die in Fabeln beschrieben werden. Der Fuchs zum Beispiel, der in der Fabel auch Reinicke genannt wird, gilt als schlau, listig, durchtrieben, hinterlistig. Und deshalb wird der Fuchs auch in der Werbung immer wieder gern vermenschlicht, wenn Ihr Euch bitte mal die nachstehenden drei Beispiele anschauen wollt, die aus Vergangenheit und jüngster Gegenwart stammen.

Der Fuchs, der im Liede auch die Gans gestohlen hat, ist also ein Protagonist in den Bildern der Werbung, wo er die Konsumenten überlisten soll oder…? Auf jeden Fall ist der Unterschied zwischen „schlau“ und „hinterlistig“ nicht ganz unerheblich.

Wenn wir also einem Fuchs in der Werbung begegnen, dann müssen wir uns zunächst einmal fragen: Ist Meister Reinicke hier der hinterlistige Verkäufer? Oder soll er in den Bildern zu den Werbebotschaften nur den schlauen Kunden symbolisieren?

Womit Spießer Alfons ausgangs seiner Betrachtung zu einem Vergleich kommt, und zwar zwischen Fuchs und Mensch. Hierauf hat sich der Dichter den folgenden Reim gemacht und also lautend: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. März 2020

Novafon: Wie ein Einkauf zu einer Lotterie wird

Das Einkaufen von Produkten via Internet kann auch zu einer Lotterie werden. Da ist zum Beispiel die Firma Novafon, die ein elektronisches Massagegerät anbietet. Und diese Firma hat einen „Blitzglückstag“ veranstaltet mit folgender Offerte: „Morgen könnte Ihr Glückstag sein! Fordern Sie Ihr Glück heraus und sichern Sie sich die Chance auf einen kostenlosen Einkauf auf novafon.de. Jede 5. Bestellung ist morgen kostenlos.*“

Wie dieser „Blitzglückstag“ funktioniert, erfuhr der Leser per persönlicher E-Mail wie folgt:

  1. Bestellen Sie blitzschnell am Aktionstag in unseremOnlineshop. Im Anschluss erhalten Sie eine Bestellbestätigung, auf der Sie auch Ihre Bestellnummer finden. Sie bezahlen vorerst wie gewohnt Ihren Einkauf.
  2. Am 28.02.2020 erhalten alle Kunden, die am Aktionstag aufdebestellt haben, eine E-Mail, in der wir unsere beiden Glückszahlen verkünden.
  3. Stimmen Glückszahl und Endziffer Ihrer Bestellnummer überein, erhalten Sie Ihren Einkauf gratis.
  4. Als glücklicher Gewinner melden Sie sich bei uns per E-Mail unter Angabe Ihrer Bestellnummer sowie Ihrer Kontodaten.
  5. Freuen Sie sich auf die Rückerstattung Ihres Einkaufs. Wir überweisen den Kaufbetrag schnellstmöglich auf Ihr Konto zurück.

Spießer Alfons ist weder Jurist noch rechtskundig und kann darum nur aus seinem Bauch heraus empfinden. Und sein spießiges Bauchurteil lautet: So ein Angebot kann nicht rechtens sein. Weil es eine Lotterie ist, die mit einem Kauf verbunden ist von einem Produkt, das bis rund 400 Euro kosten kann. Und weil der Kunde gar nicht in der Lage ist zu erkennen, ob er der 5. Besteller ist oder womöglich nur der 4. oder der 6. Denn eine Garantie mit notarieller Bestätigung wird dem Kunden nicht in Aussicht gestellt – oder vielleicht an anderer Stelle…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 1. März 2020

Ess ist ein Rätsel: Wie kann ein verstorbener Ruderer für den Handball leben…?

Lidl ist nach eigener Werbeangabe „offizieller Lebensmittel-Partner“ vom Deutschen Handballbund. Und während die Handballer gerade verzweifelt um den Europa-Titel kämpfen, kämpft Lidl mit der deutschen Sprache. Und diesen Kampf scheint der Lebensmittel-Discounter bereits verloren zu haben.

Für die voranstehende Feststellung gibt es ein verbales Corpus Delicti, nämlich einen Claim von Lidl und also lautend: „ESS! LEBE! HANDBALL!“ Und da lesen wir doch einen falschen Imperativ oder…?

Natürlich kann kein Texter so dämlich ungebildet sein, den Konsumenten in falschem Befehlston anzusprechen. Und bevor das veröffentlicht wurde, haben bestimmt ein Dutzend Lidl-Leute draufgeschaut, um den Claim abzunicken. Auch das können nicht allesamt Doofis sein.

Also könnte „ESS“ auch der Name eines Sportlers sein, nämlich Émile Ess! Der aber ist kein deutscher Handballer, sondern es ist ein Schweizer Ruderer. Und „LEBE!“ passt zu dem Mann gar nicht, denn Émile Ess ist bereits vor 30 Jahren gestorben. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Januar 2020

myHOMEBOOK & OBI: Beitrag für Vollpfosten

Mitunter sieht man Bilder und liest Worte und denkt dabei: Das kann doch nicht wahr sein! Heute dafür ein Beispiel, das von myHOMEBOOK stammt, dessen Baumarktpartner OBI ist. Und wir sehen einen überfüllten Mülleimer mit der Überschrift: „Hilfe, mein Mülleimer stinkt! Welche Hausmittel helfen?“

Und wir müssen diesen Online-Beitrag gar nicht öffnen, denn schon mit der Zeile unter dem Foto wird die Frage ausreichend beantwortet: „Wenn der Mülleimer voll ist und stinkt, ist es höchste Zeit ihn zu leeren.“ Donni, donni aber auch – hättet Ihr das für möglich gehalten, liebe Lesergemeinde?!

Und dann schaut Euch mal an, was dort alles in dem Mülleimer steckt: Plastik, Obst- und Kartoffelschalen, Papier, Aluminiumfolie und sogar – man glaubt es kaum: Batterien!

Der erste Gedanke des Spießers: „Das schicke ich als Leser-Reporter sofort an die BILD-Zeitung zwecks Veröffentlichung!“ Dann aber hat Alfons ins Impressum geguckt von myHOMEBOOK und gelesen, wer dieses Online-Portal betreibt: Axel Springer SE, Axel-Springer-Straße 65 in 10888 Berlin. Und da hat sich die Information an die BILD-Zeitung natürlich von allein erledigt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Dezember 2019

Warum Spießer Alfons seinen Audi A3 in Zahlung geben wird für einen einfachen Seat Leon

Alfons ist mit seinem alten Audi A3 (3.2 Sportback) eigentlich zufrieden. Eigentlich. Was nicht die vollste Zufriedenheit bedeutet. So hat der Spießer zwar Spaß am Fahren, aber eines kann er mit seinem Audi nicht, nämlich den Verkehr nach seinen eigenen Regeln bestimmen. Und diesbezüglich scheint  der SEAT Leon das coolste Auto der Welt zu sein. Das jedenfalls berichtet der Werbedichter in einer Anzeige, wo wir lesen: „Hab Spaß. Leb dein Leben. Nach deinen Regeln.“

Wow – ist das nicht geil?! Endlich einmal darf der Autofahrer echt Spaß haben und sein Leben nach seinen eigenen Regeln leben und nicht nach den gesetzlichen Verkehrsregeln! Da muss man keine Rücksicht mehr nehmen auf Verkehrszeichen oder Blitzampeln, sondern im SEAT Leon darf man auch Einbahnstraßen in verkehrter Richtung durchfahren – wenn’s Spaß macht. Und das ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Ja, und ein Parkplatz ist überall da, wo man den SEAT Leon abstellt, sogar auf dem Randstreifen der Autobahn, wo man bei einem Stau die Schlange auch prima überholen darf. Wohlgemerkt: Im SEAT Leon, mit dem man nach seinen eigenen Regeln lebt und fährt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Mai 2019

Immer mehr Konsumenten beherrschen die deutsche Sprache nicht

Die Rezipienten von Werbebotschaften – sprich: Konsumenten – teilen sich auf in diverse Zielgruppen. Mal abgesehen von der gendermäßigen Unterscheidung, so wird auch zwischen einer vertikalen, der horizontalen und der personalen Zielung unterschieden.

Spießer Alfons will hier nicht weiter ausholen, denn es handelt sich bei seinem Blog nicht um ein Lehrprogramm für Werbung, sondern es ist bloß ein wenig Nachhilfeunterricht für Verbraucher, die wissen wollen, warum Werbung so ist wie sie ist. Zum Beispiel die beiden Abbildungen, wo von „Seinz“ und „unz“ die Rede ist und von „Freulein“.

Der Hintergrund: Marketing und Werbung haben eine ziemlich große Zielgruppe ausgemacht, und zwar: Legastheniker. Wer auf den Social Networks wie Facebook unterwegs ist, der kann hier ablesen, dass jeder zweite Teilnehmer dort Probleme mit der deutschen Sprache hat. Und diesen Menschen wollen die Werber entgegenkommen, damit auf diese Weise eine persönlich Affinität zu den Angeboten entstehen soll.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. März 2019

Einst positioniere er die Marke Benetton als Ausdruck von Horror. Heute zeichnete ihn der ADC dafür aus: Oliviero Toscani

Das Übelste, was der Marke Benetton vor Jahrzehnten passiert ist, das war die Veröffentlichung von Schockbildern in der Werbung, die von dem italienischen Fotografen Oliviero Toscani stammten. Diese Fotos, die mit Werbung genauso viel zu tun hatten wie ein Joint in einem Kinder-Überraschungsei, brachten die Marke Benetton ziemlich ins Abseits bei der Zielgruppe, weshalb man sich schließlich von dem Horrorfotografen getrennt hatte.

Und nun hat der ADC (steht sinngemäß für: Anhänger des Chauvinismus) den Fotografen als „Ehrentitelträger“ ausgezeichnet und gefeiert – siehe die Information links, die Spießer Alfons heute per E-Mail bekommen hat!

Spießer Alfons ist sicher: Der nächste Ehrentitelträger des ADC wird der deutschstämmige Donald Trump sein, und zwar als Werbestar für seine eigene Person. Weil Dummheit Trump(f) ist beim Club der Ahnungslosen (ADC), wo man mehr auf Show und Provokation abzielt als auf sinnvolle Wirtschaftswerbung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Februar 2019

BILDhafte Vergleiche, die vergleichsweise dämlich sind

Wieder einmal liefert die Redaktion der BILD-Zeitung einen Beitrag zur Volksverdummung. Es geht dabei um Preisvergleiche aus dem Angebot des neuen russischen Discounters Mere mit den Offerten von Aldi und Lidl. Wobei BILD willkürlich 10 Produkte herausgesucht und deren Preise gegenüberstellt hat. Der Witz: Es handelt sich weder um dieselben Marken noch in jedem Fall um die gleiche Inhaltsmenge.

aus: BILD-Zeitung Online

Was für ein Mumpitz! Preisvergleiche im Supermarkt kann man nur machen mit Markenprodukten, die in allen Märkten gleich sein müssen. Weil Preise auch durch Qualität bestimmt werden. Und gleiche Qualität bieten eben nur gleiche Marken.

Außerdem: Die 400 g Salami, die bei Mere angeblich 0,69 Euro kosten, sind unvergleichlicher Quatsch, da kein Markt in Deutschland das anbieten kann.

Mit solchen Informationen wird den Lesern reiner Sand in die Augen gestreut. Wer diese Vergleiche für bare Münze nimmt, der darf die BILD-Zeitung auch mit Klopapier vergleichen. Nicht nur vom Gewicht her sondern auch Blatt für Blatt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. Januar 2019