Einst positioniere er die Marke Benetton als Ausdruck von Horror. Heute zeichnete ihn der ADC dafür aus: Oliviero Toscani

Das Übelste, was der Marke Benetton vor Jahrzehnten passiert ist, das war die Veröffentlichung von Schockbildern in der Werbung, die von dem italienischen Fotografen Oliviero Toscani stammten. Diese Fotos, die mit Werbung genauso viel zu tun hatten wie ein Joint in einem Kinder-Überraschungsei, brachten die Marke Benetton ziemlich ins Abseits bei der Zielgruppe, weshalb man sich schließlich von dem Horrorfotografen getrennt hatte.

Und nun hat der ADC (steht sinngemäß für: Anhänger des Chauvinismus) den Fotografen als „Ehrentitelträger“ ausgezeichnet und gefeiert – siehe die Information links, die Spießer Alfons heute per E-Mail bekommen hat!

Spießer Alfons ist sicher: Der nächste Ehrentitelträger des ADC wird der deutschstämmige Donald Trump sein, und zwar als Werbestar für seine eigene Person. Weil Dummheit Trump(f) ist beim Club der Ahnungslosen (ADC), wo man mehr auf Show und Provokation abzielt als auf sinnvolle Wirtschaftswerbung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Februar 2019

Was verbindet Jonathan Meese mit dem Art Directors Club?

Es gibt eine Kunst, die man die „Kunst der Verarschung“ nennt. Auf dieser Kunst-Szene tummeln sich viele Vertreter. Wie zum Beispiel auch Jonathan Meese – siehe die Abbildung! Seine Kunst besteht darin, die Menschen zu verarschen. Ein Eulenspiegel dieses Jahrhunderts. Ob er dabei nur ein Schauspieler ist oder ob er das, was er zum Ausdruck bringt, wirklich aus dem eigenen Oberstübchen heraus produziert – dieser Frage will Spießer Alfons an dieser Stelle nicht nachgehen, denn er befürchtet Letzteres.

Man spricht auch davon, dass die Werbung als solche eine „Kunst der Verarschung“ von braven Konsumenten ist. Und in der Werbung gibt es einen Angeberverein der Chauvinisten, kurz ADC genannt, dessen Club-Mitglieder vergleichbare Performances machen wie Jonathan Meese und dabei auch nicht schlecht honoriert werden. Was also liegt näher, als eine Verbrüderung der Chauvis mit Jonathan Meese auf offener Kongress-Bühne, um dort eine Show zu präsentieren, bei der am Ende jeder Zuschauer respektvoll anerkennen muss: „Ich wurde soeben voll verarscht!“

Spießer Alfons verspricht allen Teilnehmern: Gegen die Veranstaltung mit Jonathan Meese beim ADC ist das Dschungelcamp von RTL geradezu eine seriöse Doku.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. Februar 2019

BILDhafte Vergleiche, die vergleichsweise dämlich sind

Wieder einmal liefert die Redaktion der BILD-Zeitung einen Beitrag zur Volksverdummung. Es geht dabei um Preisvergleiche aus dem Angebot des neuen russischen Discounters Mere mit den Offerten von Aldi und Lidl. Wobei BILD willkürlich 10 Produkte herausgesucht und deren Preise gegenüberstellt hat. Der Witz: Es handelt sich weder um dieselben Marken noch in jedem Fall um die gleiche Inhaltsmenge.

aus: BILD-Zeitung Online

Was für ein Mumpitz! Preisvergleiche im Supermarkt kann man nur machen mit Markenprodukten, die in allen Märkten gleich sein müssen. Weil Preise auch durch Qualität bestimmt werden. Und gleiche Qualität bieten eben nur gleiche Marken.

Außerdem: Die 400 g Salami, die bei Mere angeblich 0,69 Euro kosten, sind unvergleichlicher Quatsch, da kein Markt in Deutschland das anbieten kann.

Mit solchen Informationen wird den Lesern reiner Sand in die Augen gestreut. Wer diese Vergleiche für bare Münze nimmt, der darf die BILD-Zeitung auch mit Klopapier vergleichen. Nicht nur vom Gewicht her sondern auch Blatt für Blatt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. Januar 2019

Unfair: Mastercard zockt Kunden ab, Nutznießer ist die EU

Angenommen, in ein Haus wurde eingebrochen und Wertgegenstände wurden gestohlen. Und die Polizei fasst den Täter und stellt die Beute sicher. Was passiert dann? Dann verurteilt ein Richter den Einbrecher zu einer Strafe. Und der Geschädigte bekommt seine geklauten Sachen zurück. 

aus: turi2

Ganz anders funktioniert das bei Diebstählen in größerem Umfang und wenn der Täter zum Beispiel Mastercard heißt. Als  das Unternehmen dabei ertappt wurde, dass es seine Kunden über Gebühr abgezockt und dabei gegen die Kartellvorschriften verstoßen hat …

… da ging die Beute nach Verurteilung des Täters  nicht etwa zurück an die Geschädigten, sondern 570 Mio Euro landen in der Kasse der EU. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Januar 2019

ŠKODA serviert den Speck, um Mäuse zu fangen. Weil Liebe durch den Magen geht.

Früher war es mal so, dass die Autohersteller in ihren Anzeigen immer die Produkte gezeigt haben, die sie dem potentiellen Kunden angeboten haben. Also Autos. Und der Anblick dieser Autos sollte den Betrachter dazu animieren, in den Laden zu kommen, um das neue Model im Original zu sehen und möglichst auch noch eine Probefahrt damit zu machen.

Der Autohersteller ŠKODA wirbt heute in der BILD-Zeitung. Und er bietet dort ein neues Modell an mit dem Namen „ŠKODA BUFFET„, welches angeblich ein großes ist, welches am 19. Januar präsentiert wird. Im Bilde der Annonce jedoch sehen wir dieses Auto nicht; stattdessen werden dort belegte Brote gezeigt – siehe die Abbildung!

Die Wahrheit ist natürlich, was die alte Bauernregel sagt, nämlich dass Liebe durch den Magen geht. Und parallel dazu die alte Volksweisheit: Mit Speck fängt man Mäuse! Was meint: Wenn der Anzeigenleser zu ŠKODA geht und dort ein paar Schnittchen gratis auf den Teller bekommt, dann hat er dem Gastgeber gegenüber ein derart schlechtes Gewissen, dass er nach dem Verzehr der Brote auch noch ein Auto kauft. Und wenn das von ŠKODA nicht so beabsichtigt ist, dann stellt sich dem Spießer die Frage: Warum gibt es die Häppchen denn gratis…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. Januar 2019

Die Geschichte vom einbeinigen Vierbeiner auf drei Beinen

Viele Jahre lang hat Spießer Alfons seine Kolumne in der Zeitschrift HORIZONT geschrieben. Dort erkannte man eines Tages, dass die Anzeigen im eigenen Blatt immer weniger wurden. Daraus las man im Verlag ab: Anzeigen sind kein Thema mehr für die Zeitung für Marketing und Werbung, weshalb man die Kolumne des Spießers, die sich vorwiegend mit Print beschäftigt hat, im 49. Jahrgang ihres Bestehens eingestellt hat.

aus: HORIZONT ONLINE

Dass man in der Redaktion von HORIZONT nicht bis drei zählen kann, zeigt auch die heutige Meldung, die online erschienen ist und von Katjes berichtet, die auf den Hund gekommen sind, und zwar auf einen „einbeinigen Hund“ – wenn Ihr bitte mal einen Blick auf die nebenstehende Meldung werfen wollt, liebe Freunde der Werbung!

Alfons hat den Hund im Bilde gesehen und die Beine gezählt. Mehrmals. Und jedesmal konnte er bis drei zählen. Das jedoch konnte man bei HORIZONT offensichtlich nicht.

Postskriptum: Nachdem vermutlich viele Leser ebenfalls nachgezählt und die fehlerhafte Berichterstattung reklamiert haben, hat man in der Redaktion noch einmal nachgezählt und festgestellt: Es ist tatsächlich ein dreibeiniger Vierbeiner.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. Januar 2019

Der Flug des Condors: Stauna über Reklama!

Peter H. aus Hamburg hat an Spießer Alfons ein Foto geschickt, und zwar von einem Anschlag, den die Condor verübt hat – wenn Ihr Euer Augenmerk bitte mal auf die Abbildung richten wollt! „Flora und Stauna“ steht dort; und der Betrachter staunt über den Freiluftflug bei dieser Airline.

Der Spießer dagegen staunt nicht. Zum einen hat er ja hier und genauso auch hier über den Open-Air-Sitz bei Condor hingewiesen. Zum anderen: Liebe Leute, was wollt Ihr denn mehr erwarten, wenn Ihr für € 69,99 von Hamburg nach Madeira fliegen wollt?!

Und so rät Alfons dem Peter: Immer gut anschnallen im neuen Jahr, dann klappt es auch mit Stauna über Reklama!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 4. Januar 2019

In HÖRZU lassen sich auch tote Fische verkaufen

Verlage tun sich heutzutage sehr viel schwerer als zu jener Zeit, als die Erde noch keine Google gewesen ist. Kommunikation, für die Gutenberg stand, hat sich heute verwandelt in Kommunikation, für die Zuckerberg als Synonym steht. Und gedruckte Zeitungen und Zeitschriften leiden nicht nur unter dem Schwund von Lesern sondern auch unter dem Abgang von Anzeigenkunden. Und deshalb hat die Funke Medien-Gruppe mit ihrer Programmzeitschrift HÖRZU einen neuen Weg beschritten – siehe die Abbildung!

Wir sehen dort eine Gans mit einem Fisch unter ihrem Flügel und dem Werbewort: „Eine, die weiß, dass man in HÖRZU alles verkaufen kann.“ Und Alfons der Spießer hat sich gefragt: Was will die HÖRZU mit dieser ihrer Botschaft zum Ausdruck bringen…?

Einer Gans sagt man im Allgemeinen nach, dass sie nicht besonders intelligent ist. Weshalb man im Volksmund auch von der dummen Gans spricht. Und in der Werbung von HÖRZU, der Mutter aller Programmzeitschriften, wird eine Gans gezeigt, die als bildliche Metapher dafür steht, „dass man in HÖRZU alles verkaufen kann“.

Bis dato konnte man vielleicht alles mit HÖRZU verkaufen. Oder durch HÖRZU im Werbeplan. Aber in HÖRZU…? In HÖRZU kann man allenfalls den Anzeigenleser für dumm verkaufen – siehe die Gans mit dem Fisch! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. Dezember 2018

la prairie: Jetzt entdecken, wie Kaviar verwöhnt wird!

Es gibt Menschen, die verwöhnen sich mit Kaviar. Und es gibt Menschen, die lassen sich vom Kaviar verwöhnen. Und dann gibt es auch Menschen auf der Prärie der Werbung, die verwöhnen den Kaviar – siehe die Abbildungen!

Wir lesen in der Werbung von und für la prairie nicht: „Die Verwöhnung mit Kaviar“, sondern: „Die Verwöhnung von Kaviar“. Und wir lesen auch nicht: „Die Verwöhnung durch Kaviar“ sondern: „Die Verwöhnung des Kaviars“.

Was folgern wir daraus schluss? Spießer Alfons folgert: Mit la prairie können Frauen jetzt entdecken, wie Kaviar verwöhnt wird, nämlich indem man die Fischeier zu Kosmetik verarbeitet.

Ob das auch mit deutschem Kaviar vom Seehasen möglich ist, weiß der Spießer nicht. Aber was hindert Evas Töchter daran, statt ein Gläschen mit 100 g Skin Caviar Luxe Ceam la prairie aus Switzerland für 646,95 Euro zu kaufen, wenn es daneben auch 100 g real Quality Deutscher Kaviar aus Seehasenrogen zum Preis von 3,49 Euro im Angebot ist…?! Oder frei nach Johannes Mario Simmel: Es muss nicht immer Stör sein.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. Dezember 2018

0-Nummer: Ein Blatt Klopapier für 7,95 € (inkl. Versand)

Es gibt Ideen, liebe Lesergemeinde, die sind genauso doof wie gewinnbringend. Stellt Euch zum Beispiel vor, da gestaltet jemand ein Stück Papier wie eine Banknote. So richtig mit Wasserzeichen, Hologramm und Kupfersstreifen. Und die Wertangabe auf dieser Pseudobanknote beträgt 0 Euro, was meint: Das Stück Klopapier ist weniger wert als ein ein Blatt von der Hakle-Rolle, weil es zum Auswischen des Afters viel zu hart ist und die Saugfähigkeit zu wünschen übrig lässt.

Und was macht der Produzent mit dieser seiner 0-Nummer? Er verkauft sie. Mit dem Hinweis: „Jetzt die 0-Euro-Banknote ‚30 Jahre Mauerfall’ unverbindlich für nur 7,95 € bestellen!“– siehe die Abbildung links!

Schon der Hinweis auf „Banknote“ ist (be)trügerisch, denn eine Banknote ist Papiergeld – sprich: Zahlungsmittel – und wird von der Notenbank ausgegeben. Die „0-Euro-Banknote“ hingegen ist weder Zahlungsmittel noch wird sie von der Bundesbank herausgegeben. Sondern von MDM. Was die Abkürzung ist von Münzhandelsgesellschaft mbH & Co. KG Deutsche Münze.  Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. November 2018