Wenn ein Hersteller sich selbst zum Superlativ bewirbt

Wenn eine Batterie die Nr. 1 ist, dann bedeutet das: Sie ist die meistgekaufte. Und wenn sie dazu noch „leistungsstärkste Alkali-Batterie“ ist, dann könnte dieser Superlativ auf ein Testergebnis schließen lassen, zum Beispiel von der Stiftung Warentest, wo die Batterie in ihrer Leistung zum Testsieger geworden ist.

Betrachten Sie die Anzeige für EnergizerBatterien! Wir lesen: „Unsere Nr. 1 Leistungsstärkste Alkali-Batterie“. Was bedeutet das?

Für den Leser der Anzeige bedeutet das:  gar nichts. Weil hier lediglich ausgesagt wird, was das Produkt für seinen Hersteller bedeutet. Will meinen: Die Batterie ist weder auf dem Markt die meistverkaufte noch die leistungsstärkste Alkali.Batterie, sondern nur im Hause des Herstellers ist sie das.

Wäre die Batterie die Nr. 1 und die leistungsstärkste im Handel, dann hätte der Hersteller das bestimmt in seiner Werbung ausgesagt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. September 2018

Spießiger Hinweis an die Redaktion der BILD-Zeitung: Mercedes = deutsch, Ferrari = italienisch

Aus wiederholt gegebenem Anlass stellt Spießer Alfons wieder einmal fest: Der BILD-Zeitung ist Ferrari wichtiger als Mercedes. Denn Mercedes ist auf dem Weg zum WM-Titel bei der Formel-I. Und BILD freut sich nicht, dass damit ein deutscher Traum erfüllt wird, sondern die redaktionelle Beachtung richtet sich primär auf den Werksfahrer von Ferrari – siehe die Abbildung!

BILD-Zeitung online

Der Sieger auf Mercedes kehrt uns auf dem Bild den Rücken zu, der Verlierer auf Ferrari wird von vorn gezeigt. Und der Text lautet nicht: „Diese 9 Fehler von Vettel erfüllen Hamiltons Traum“, sondern: „Diese 9 Fehler zerstören Vettels WM Traum“.

Weiß der Herr Chefredakteur womöglich nicht, dass Mercedes = deutsch und Ferrari = intalienisch ist…? Oder aber steht „Vettel“ hier nur als Schimpfwort für einen deutschen Gastarbeiter in Italien, weil der auf der Verliererstraße ist…?

Und last but not least eine Methapher: Wenn der FC Bayern mit dem kroatischen Trainer Niko Kovač gegen den FC Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp spielt und verliert – jubelt die BILD-Zeitung dann auch für Jürgen Klopp…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. September 2018

About you: Wie der Mensch in die Freiheit entlassen wird

„Freiheit“, so belehrt uns der Textdichter vom Fashion Online Store ABOUT YOU, „entsteht durch gegenseige Akzeptanz“. Und im Bilde der Annonce sehen wir ein Paar, das sich gegenseitig akzeptiert und deshalb frei ist.

Wenn Spießer Alfons die Anzeige mal kommentieren darf: Sollten die beiden Protagonisten in einem Zirkus auftreten oder in einem Kindergarten arbeiten, dann kann man ihr Outfit nicht infragestellen. Und auch im Karneval sind solche Kostüme witzig genauso wie zur Silvesterfeier und auf einer Fetisch-Party im Swinger-Club.

Sollte der Herr jedoch bei einer Bank tätig sein und die Dame als Apothekerin arbeiten, dann könnten sie ihre Freiheit mit der gezeigten Bekleidung genießen. Nämlich dann, wenn sie in solchem Outfit zur Arbeit erscheinen. Weil sie dann ziemlich schnell mit einer Kündigung rechnen müssten. Eben dann, wenn die Chefs ihre Mitarbeiter nicht zwingen, sich vernünftig anzuziehen, sondern ihnen die Freiheit geben, indem sie deren Kostümierung akzeptieren. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. September 2018

Deichmann drückt der Schuh aufs Hirn: Aufruf zur Straftat

Der Sommer ist zwar fast schon vorbei, aber der Schuhhändler Deichmann möchte, dass wir den Sommer „legendär“ machen. Und wie macht man den Sommer legendär? Deichmann gibt uns dafür die Anleitung in seiner Anzeige: Indem man auf öffentliche Verkehrsschilder klettert und diese mit grüner Deichmann-Farbe besprüht – siehe Corpus Delicti!

Was sind das eigentlich für Werbefuzzys, die sich so einen Scheiß ausdenken? Wo drückt ihnen der Schuh? Vielleicht aufs Gehirn…?

Spießer Alfons erklärt: Das V, das die sonnenbebrillte Tussi dort zeigt, steht für Verrücktheit.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. September 2018

Pall Mall: Wenn der Rauch ins Oberstübchen steigt

Früher war die Zigarettenwerbung zwar zu verurteilen, aber sie war immerhin beachtenswert. Seitdem die Werbung für Nikotin & Suizid aber nur noch beschränkt möglich ist, da schauen die Plakate so aus, als wären sie von Werbern gestaltet, die durch den Rauch der eigenen Zigarette im Hirn umnebelt wurden.

Hierzu ein Corpus Delicti, nämlich die Werbung für Pall Mall: Auf dem City-Light-Poster sehen wir die Zigarette  mit der Headline: „Frischer Geschmack“. Dieser frische Geschmack ist allerdings nicht die Wahrheit, sondern die Wahrheit, die danach kommt, sagt aus, dass der frische Geschmack bloß „frisch gedacht“, also imaginär ist.

Und englisch-deutscher Humor ist, wenn man am Fuße des Plakates liest: „Enjoy the moment“ und „Rauchen kann tödlich sein“. Wobei das Kann-Wort unverbindlich ist, denn auch Autofahren kann tödlich sein. Und Essen kann tödlich sein. Und sogar Sport kann tödlich sein.

Warum die Hersteller offenbar selbst entscheiden können, ob sie „Rauchen kann tödlich sein“ oder „Rauchen ist tödlich“ schreiben, weiß Spießer Alfons nicht.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. September 2018

Investigativer Journalismus von BILD – mit Pointe am Fuße

Wenn die Deutsche Nationalhymne vor einem Spiel unserer Kicker-Elf gespielt wird, dann haben die Spieler den Text auf den Lippen – einige mehr, einige weniger. Und das Bekenntnis lautet: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“

aus: BILD ONLINE

Dieser Text stammt von dem Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Und die BILD-Zeitung hat in Vergangenheit häufig darauf geachtet, welcher Spieler seine Lippen  dazu bewegt und welcher nicht. Und auf den Dichter kommt Spießer Alfons gleich noch einmal aus gegebenem Anlass zurück. So weit, so gut.

Casus Belli:  Der Inhalt der Strophe unserer Nationalhymne korrespondiert nach Meinung von Spießer Alfons inhaltlich nicht mit dem, was die BILD-Zeitung online mit zwei DFB-Stars veranstaltet hat: Weil beide Spieler ein Handy in der Hand haben, werden sie von der Redaktion öffentlich bloßgestellt und denunziert mit dem Hinweis auf einen „Disziplin-Rückfall“ – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. September 2018

Ein Bezeichnung für taktlose Frauen: Gucci-Tussi!

Früher einmal, da sprach man von Menschen, die sich ungeschickt, unbeholfen oder auch taktlos verhalten, dass die sich benehmen wie ein Elefant im Porzellanladen. Heute sagt man zu solchen Leuten kurz und bündig: Gucci-Tussi!

Zum Beweis der spießigen Aussage zeigt Alfons Euch eine Anzeige von Gucci. Dort sehen wir eine Kundin von Gucci, die gerade in einem Porzellanladen steht – siehe die Abbildung!

Vermutlich tritt diese Gucci-Tussi dort in zwei große Fettnäpfe. Und diese Redewendung, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, meint, dass der- oder diejenige es mit jemand verdorben hat, weil sie oder er ein Thema angeschnitten hat, das für den Betroffenen unangenehm ist.

Und damit kommt Spießer Alfons zum Thema Werbung: Wer sich in einem Porzellanladen so dumm benimmt wie die Gucci-Protagonistin es tut, der wirkt auf den Betrachter sehr unangenehm. Und dumm und doof und total daneben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. September 2018

Markenpiraten mit gefälschtem Produkt unter falscher Flagge

Dass Piraten nicht nur Schiffe kapern, ist bekannt, wenn Ihr bitte mal an die Produktpiraten denken wollt, liebe Lesergemeinde! Diese schrägen Vögel klauen Design und Markennamen und vergolden sich mit Kupfer die Nase. Und manchmal werden sie dabei sogar noch übermütig.

Spießer Alfons bekam per E-Mail ein Angebot zum Kauf von Viagra – warum auch immer. Aber es ist nicht das Original Viagra, sondern „Viagra Generika“ – siehe die Abbildung! Diese Offerte ist natürlich unstatthaft, denn „Viagra“ ist eine Marke, die geschützt ist. Ein Nachahmerpräparat dürfte nicht als Viagra angeboten werden, sondern als Sildenafil oder unter einem anderen Namen, eben als Generikum. Und die Rautenform dürfte für ihn ebenfalls tabu sein.

Der Übermut des besagten Anbieters im Internet besteht darin, dass er neben „Viagra Generika“ auch noch die Marke „Pfizer“ setzt – siehe Verpackung oben links! Womit zum Ausdruck gebracht wird, dass der Hersteller sein eigenes Produkt auch als Generikum verkauft.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. August 2018

Fake News über Donald Trump: Arschloch

Dass das Arschloch für Mensch und Tier von unerhörter Wichtigkeit ist, muss Spießer Alfons Euch wohl nicht näher erläutern. Und wer es nicht weiß, der wird es spätestens dann feststellen, wenn er einen Proktologen aufsuchen muss, weil er einen Defekt an seinem Auspuff hat. Und deshalb ist es völlig unangebracht, Donald Trump als Arschloch zu bezeichnen, bloß weil der Typ im Weißen Haus soviel Scheiß macht.

Würde man Donald Trump als Arschloch titulieren, dann wäre das ein Schulterklopfen für ihn. Darum der Tipp von Spießer Alfons: Wir könnten den Mann stattdessen mit einer Metapher als Diárrhoia διάρροια bezeichnen. Oder als Aἷμα haima genauso wie als Flatus.

Und dann kennt Spießer Alfons noch ein aktuelles Schimpfwort für jemanden, dem beim Wassertrinken sehr häufig der Klodeckel auf den Hinterkopf gefallen ist: Er ist ein Trump!

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. August 2018

BILD-Reklame: „Manchmal schräg, immer spruchreif“

Seitdem Julian Reichelt (38) die Chefredaktion der BILD-Zeitung übernommen hat, ist das Niveau des Blattes der Auflagenentwicklung gefolgt. Und die derzeitige Werbung für das Boulevardblatt ist so primitiv, wie sie es zuvor noch nie gewesen ist. Sprüche, Phrasen und Leerformeln. Alfons weiß, wovon er schreibt, denn der Spießer beobachtet das werbliche Tun und Treiben von Deutschlands immer noch größter Tageszeitung seit Jahrzehnten, und zwar seit der Zeit, als Alfons selber für die Werbung der BILD-Zeitung verantwortlich gezeichnet hat. Damals, als es noch keine digitalen Medien gab, betrug die Auflage   rund 5 Millionen Exemplare, und zwar täglich. Und der BILD-Titan zu jener Zeit war der Heilpraktiker Dr. Manfred Köhnlechner (1925–2002).

Und wo wir gerade bei der Werbung Reklame von BILD sind: Mit Sprüchen wie „Manchmal schräg, immer spruchreif“ buhlt das Blatt um potentielle Leser und behauptet: „Alles, was Sie wissen müssen, auf einen Blick.“

Schräges von BILD: Immer reif für Sprüche!

Aber auch vieles, was sie nicht wissen müssen, finden BILD-Leser auf einen Blick. Zum Beispiel kürzlich die als „Sensation“ bezeichnete Meldung, dass Pietro Lombardi als DSDS-Juror neben Dieter Bohlen sitzen wird – donni, donni aber auch, das ist ja fast schon eine Weltsensation, Herr Reichelt, die alle aktuellen Ereignisse um einen gewissen Mr. Trump glattweg in den Schatten stellt!

Bei dieser Gelegenheit zeigt Spießer Alfons Euch eine BILD-Anzeige doppelt, und zwar in Original und Fälschung – siehe Abbildung unten!  Die Mitglieder der spießigen Lesergemeinde werden dazu aufgefordert, herauszufinden, welche der beiden Anzeigen das Original ist und welches die spießige Fälschung. Zu gewinnen gibt es dabei auch etwas, nämlich die Erkenntnis, dass triviale Werbung und nackte Tatsachen mitunter zusammenpassen wie Arsch auf Eimer. Oder wie Bohlen in BILD. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. August 2018