Playback ist nicht live. Genausowenig wie eine Wachsfigur.

Die Zeit, in der die Dinosaurier auf der Erde herumliefen ist schon ein paar Milliönchen Jahre her. Heute leben diese „Kolosse der Urzeit“ nur noch in Bilderbüchern und werden als Nachbildungen in Filmen und als Knochengerüste in Museen gezeigt.

Im kommenden Jahr aber kehren die Dinosaurier zurück, und zwar „live“, wie die Werbung uns verspricht. Und „live“ bedeutet, dass etwas lebendig ist. Also wie ein Sänger, der wirklich singt und nicht nur den Mund zum Playback auf und zumacht.

Dazu eine Metapher: Angenommen, ein Veranstalter kündigt ein Live-Konzert der Beatles an. Und die Zuschauer kommen und sehen: The Fab Four sind bloß Nachbildungen aus der Praxis von Dr. Frankenstein und bewegen ihre Münder nach den Beatles-Songs aus der Konserve. Dann fragt sich der zahlende Zuschauer: „Was ist hier eigentlich live?!“

Und so, wie auch alle Beatles nicht mehr unter uns sind, so sind es auch die Dinos in toto nicht. Womit Alfons nicht sagen will, dass die Show sich anzusehen nicht lohnt, sondern der Spießer möchte in diesem Zusammenhang auf „Jurassic Park“ hinweisen, wo die Urzeittiere genauso wenig live zu sehen waren wie im angeblichen „Original Live-Spektakel“ in der Barclaycard Arena in Hamburg.

Logo, jeder erwachsene Mensch, der seine Sinne beisammen hat, weiß das. Aber Spießer Alfons, der immer darauf vertraut, dass Werbung auch die Wahrheit verkündet, der geht davon aus, dass in der Arena tatsächlich ein paar Dinos live präsentiert werden, deren Töne nicht vom Playback kommen sondern echt aus den Kehlen der Urzeit stammen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. Juni 2018

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