Kategorie-Archiv: Medienkritik

Zwei Themen, die Alfons mal ansprechen muss

aus: BILD online

Wie Alfons erst jetzt gesehen hat, fragte die BILD-Zeitung schon vor einigen Tagen: „Denken Sie immer noch, Tracht ist was für Spießer?“ Und zum anderen hat der Spießer einen Werbebanner im Internet gefunden, auf dem „Bulo for President“ gefordert wird. Zwei Themen von Bedeutung, weshalb Spießer Alfons darauf eingeht.

Zum einen: Ja, Alfons denkt immer noch, dass Tracht was für Spießer ist – es sei denn, es wäre eine Tracht Prügel. Aber wenn Alfons sich das entsprechende Bild vor Augen führt – siehe die Abbildung links! –  dann fragt er die BILD-Redaktion: Woraus resultiert Eure Frage? Vielleicht aus Voreingenommenheit gegenüber einem Spießer…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. August 2017

Springer, Funke und die Zusammenhaltung

aus: Hamburger Abendblatt

Das Hamburger Abendblatt gratuliert heute Friede Springer zum 75. Geburtstag mit der Überschrift: „Die Grande Dame der deutschen Medien“. Das kann man durchaus so sehen. Dann aber kommt die Unterzeile und also lautend: „Friede Springer wird 75. Sie hielt den Verlag ihres verstorbenen Mannes zusammen“– siehe die Abbildung! Und das kann man so nicht behaupten.

Das Hamburger Abendblatt ist die erste Zeitung, die Axel Springer gegründet hat. Und auch die HÖRZU gehört zu seinen Ursprungswerken. Doch genau diese beiden Titel hat Friede Springer nicht zusammengehalten, sondern zusammen verkauft, und zwar an die Funke Mediengruppe, die noch weitere Titel von Axel Springer übernommen hat.

Und ausgerechnet das Hamburger Abendblatt gratuliert der Verlegerwitwe mit dem Hinweis, sie hielt den Verlag ihres verstorbenen Mannes zusammen. Passt irgendwie nicht so ganz, oder?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. August 2017

Und wie pleite ist Boris außerhalb von England?

Spießer Alfons spießt die Werbung auf und kommt in diesem Zusammenhang auf Boris Becker zu sprechen. Denn auch der hat mit Werbung zu tun. Sehr viel sogar. Weil der Löwenanteil des Geldes, das der Tennisspieler im Laufe seines Lebens kassiert hat, aus der Werbung stammt. Und wenn die BILD-Zeitung heute berichtet: „So pleite ist Boris in England“, dann stellt sich für Spießer Alfons die Frage: Und wie pleite ist Boris in der Schweiz?

Es muss nicht die Schweiz sein, denn es gibt auch andere Länder, wo Reiche und Superreiche ihre Kohle bunkern. Und deshalb glaubt der Spießer nicht, dass wir uns Sorgen um Boris machen müssen, was seine Finanzen betrifft. Sein Problem könnte höchstens sein, dass der Tennisspieler sein Geld aus dem Ausland nicht holen kann, um damit seine Verbindlichkeiten in Deutschland zu begleichen. Denn dann müsste er ziemlich verbindlich erklären, ob der Fiskus daran auch beteiligt wurde.

Das ist natürlich reine Spekulation des Spießers. Aber in den Augen von Alfons ist es schier unmöglich, innerhalb weniger Jahre als „mittellos“ dazustehen, wenn man ein Star der Werbung gewesen ist und dabei über 100 Millionen Euro dabei kassiert hat. Und die Pleite in England führt dazu, dass Boris Becker im Lande von Queen und Wimbledon bald schuldenfrei ist.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. August 2017

Hamburger Abendblatt hat Hingucker im Angebot

Lieber Abendblatt-Leser, Sie haben schon alles und möchten noch den einen oder anderen besonderen  „Hingucker für Ihr Zuhause“? Dann hat das Hamburger Abendblatt tolle Angebote für Sie, mit denen Sie wirklich Eindruck machen werden bei Ihrem nächsten Kaffeekränzchen!

Da ist zum Beispiel eine „Obstschale“, die aus drei zusammengeklebten Frühstücksbrettchen besteht und worin Sie eine Birne aufbewahren können. Die Bretter sind aus geölter Eiche und wurden von einem Designer zusammengeklebt. Sie kosten € 45,- und sind wirklich ein Schnäppchen für den, der schon alles hat und nicht weiß, wohin mit seinem Geld.

Und dann ist dort auch noch der geniale Tortenheber in Form eines Pumps – siehe die Abbildung! Der Clou: „mit abnehmbarem Magnetabsatz“! Damit können Sie sogar Stecknadeln vom Teppich sammeln. Dieses auserlesene Edelstahlstück kostet schlappe € 27,90 und lässt beim Servieren der Torte an eine Schuhsohle denken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. August 2017

Totes Holz stapelt sich in der Ecke eines Supermarktes

Benötigt jemand von Euch eigentlich noch ein gedrucktes Telefonbuch und/oder Gelbe Seiten in Buchform? Spießer Alfons braucht beides schon seit Jahren nicht mehr, denn wenn er eine Telefonnummer sucht oder eine Firma, dann googelt er danach. Umso mehr fiel Alfons der riesengroße Stapel von Telefonbüchern ins Auge, über den er in einem Supermarkt gestolpert ist. Die Kunden sollen diese Bücher mitnehmen? Es sieht nicht danach aus, dass hier ein reichlicher Zugriff stattgefunden hat.

Einer braucht die Bücher auf jeden Fall, nämlich der Verlag, der an den Anzeigen verdient, die in diesen Büchern veröffentlicht werden. Wenn der Spießer dort eine Anzeige geschaltet und bezahlt hätte und dann vor diesem Stapel Bücher steht, dann wäre er sehr, sehr nachdenklich geworden und würde seinem Geld nachweinen.

Spießer Alfons meint, das Telefonbuch hat sich im digitalen Zeitalter erübrigt. Oder es erscheint in einer tatsächlichen Bedarfsauflage, die sich dann nicht in einem Supermarkt stapeln muss. Denn was passiert mit diesen Büchern und der Werbung, die darinnen veröffentlicht wird…?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. Juli 2017

Wie eine Zeitung ein Markenimage beschädigt

Ein Gewalttäter beim G20-Gipfel in Hamburg trug nach Recherche eines Reporters vom Hamburger Abendblatt eine Unterhose der Marke Calvin Klein. Was die Zeitung zur Überschrift animiert hat: „Die Calvin-Klein-Hooligans vom Schulterblatt“. Eine Headline, die dem Image der Marke nicht gerade dienlich ist.

aus: Hamburger Abendblatt

Nun stellen wir uns mal vor, einer dieser Idioten hätte einen Molotow-Cocktail in der Hand gehabt, aus dem als Zündschnur ein zusammengerolltes Hamburger Abendblatt steckte. Frage des Spießers: Hätte der Reporter dann auch eine Schlagzeile formuliert wie: „Die Hamburger-Abendblatt-Abonnenten vom Schulterblatt“…?

In dem Zeitungsbericht geht es um die Markenklamotten, die einige der Chaoten getragen haben. Was das mit den Krawallen zu tun hat, erklärt sich dem spießigen Leser nicht, denn es geht den meisten dieser Gewalttäter weniger um eine antikapitalistische Ideologie als vielmehr allein um Randale. Genauso wie bei den Hooligans in den Fußballstadien.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Juli 2017

Schönfärberei: Wie BILD die Wahrheit verfälscht

BILD, die Größte auf dem Boulevard, hat gerade ihren 65. Geburtstag gefeiert und könnte nun eigentlich in  den Ruhestand gehen. 😉 Und zum Geburtstag gab es nicht nur „BILD für alle in 41 Millionen Haushalten“, sondern auch die Titelseite der Erstausgabe gab es, und zwar im Nachdruck. Beides reklamiert Spießer Alfons mit Nachdruck.

Zum einen hat der Spießer und BILD-Abonnent die Gratis-Ausgabe nicht bekommen – weder in seinem privaten Haushalt noch in den Briefkasten seines Büros. Vielleicht ist das die Strafe dafür, dass Alfons mal erwähnt hat, dass BILD zur Zeit, als Spießer Alfons noch die Werbeleitung des Blattes in Händen hatte, die Auflage sich bei rund 5 Millionen bewegt hat, und zwar täglich…? 😉 Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Juni 2017

Werbung & Wahrheit: Wie Frauen ihre Orangenhaut wirklich beseitigen können

aus: BUNTE

„Bye, bye, Orangenhaut!“ So schrieb es kürzlich die BUNTE. Und die Klatschpostille zeigte ihren Leserinnen eine Reihe von Produkten aus Drogerie und Parfümerie, mit denen Evas Töchter „der Delle auf die Pelle rücken“ können. Das beginnt schon mit ca. 7 Euro und dem „Staffmacher“ von Dove und endet bei ca. 54 Euro mit dem „Dellen-Work-Out“ von Clarins.

Meinung von Spießer Alfons: Alles Humbug. Denn würde es ein Mittel geben, dass Cellulite tatsächlich beseitigt, dann würde wohl keine Frau mehr unter Organgenhaut leiden müssen. Solche Produkte aber gibt es nicht, weder für 7 Euro noch für 54 Euro. Die zuletzt von  der Stiftung Warentest untersuchten Produkte jedenfalls waren nicht die Bringer für makellose Haut an den Oberschenkeln. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Juni 2017

Woher wissen Fachmedien, ob ein Mitarbeiter sich bei einer anderen Firma beworben hat oder abgeworben wurde?

Das Abwerben von Mitarbeitern war früher einmal grundsätzlich verboten. Weil es dazu führen kann, dass Firmen leitende Leute bei Wettbewerbern mit viel Geld zum Jobwechsel geködert haben. Und diese Abwerbung passierte allein deshalb, um den Wettbewerber zu schwächen oder an deren Geschäftsgeheimnisse zu kommen. Und wenn der leitende Mitarbeiter dann gewechselt hatte, wurde er, nachdem er „ausgepackt“ hatte, schon bald darauf kaltgestellt, weil die Firma seine Arbeitskraft eigentlich gar nicht benötigt hatte. Das einfach mal so grob gesagt.

Quelle: turi2/Horizont

Ob Mitarbeiter sich selber bei einer anderen Firma beworben haben oder abgeworben wurden, war schon in Vergangenheit nicht leicht nachzuweisen. Und als dann später die Headhunter dazu kamen, deren Geschäft die Abwerbung ist, wurde dieses Thema auch vor Gerichten aufgeweicht, wobei der Nachweis einer Abwerbung zwecks Schädigung des Wettbewerbers immer noch zur Verurteilung führen kann. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Mai 2017

Begriffe aus Marketing & Werbung in spießiger Definition

見ざる、聞かざる、言わざる

Jede Branche hat ihre eigenen Fachbegriffe. Das beginnt bei den Ärzten, die sich der lateinischen Sprache bedienen, und setzt sich fort in Marketing und Werbung, wo die Werktätigen nach englischen Vokabeln suchen, um etwas zum Ausdruck zu bringen, das von Lieschen Müller & Otto Normalverbraucher nicht verstanden werden soll.

Da es auf dem Blog von Spießer Alfons um Marketing und Werbung geht, sollen auch diejenigen Leser dafür Verständnis aufbringen, die zwar Zielgruppe der Werbung treibenden Wirtschaft sind, dabei aber nur wahrnehmen, was sich vor ihren Augen abspielt, und nicht das sehen, was hinter den Kulissen gespielt wird.  Im Verborgenen wird dort nach Regeln gezockt, die mit Fremdwörtern verschlüsselt sind, damit der gemeine Konsument nicht durchschaut, dass er nur noch eine Figur auf dem Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielfeld der Werbung darstellt und längst zur lebenden Marionette des Marketing geworden ist. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Mai 2017