In HÖRZU lassen sich auch tote Fische verkaufen

Verlage tun sich heutzutage sehr viel schwerer als zu jener Zeit, als die Erde noch keine Google gewesen ist. Kommunikation, für die Gutenberg stand, hat sich heute verwandelt in Kommunikation, für die Zuckerberg als Synonym steht. Und gedruckte Zeitungen und Zeitschriften leiden nicht nur unter dem Schwund von Lesern sondern auch unter dem Abgang von Anzeigenkunden. Und deshalb hat die Funke Medien-Gruppe mit ihrer Programmzeitschrift HÖRZU einen neuen Weg beschritten – siehe die Abbildung!

Wir sehen dort eine Gans mit einem Fisch unter ihrem Flügel und dem Werbewort: „Eine, die weiß, dass man in HÖRZU alles verkaufen kann.“ Und Alfons der Spießer hat sich gefragt: Was will die HÖRZU mit dieser ihrer Botschaft zum Ausdruck bringen…?

Einer Gans sagt man im Allgemeinen nach, dass sie nicht besonders intelligent ist. Weshalb man im Volksmund auch von der dummen Gans spricht. Und in der Werbung von HÖRZU, der Mutter aller Programmzeitschriften, wird eine Gans gezeigt, die als bildliche Metapher dafür steht, „dass man in HÖRZU alles verkaufen kann“.

Bis dato konnte man vielleicht alles mit HÖRZU verkaufen. Oder durch HÖRZU im Werbeplan. Aber in HÖRZU…? In HÖRZU kann man allenfalls den Anzeigenleser für dumm verkaufen – siehe die Gans mit dem Fisch!

Die Werbebotschaft führt in den Fischladen. Denn wir wissen, dass dort die toten Tiere zuerst in Pergament- und danach in Zeitungspapier eingewickelt werden. Und hier bietet der Verlag an, dass man in  Fische in HÖRZU verkaufen kann.

Dahinter könnte sich (verlagsintern) ein Guerilla-Marketing verbergen: Wenn die Pressegrossisten die nicht verkauften HÖRZU-Exemplare vom Einzelhandel zurückholen und diese Remittenden dann an Fischhändler zum günstigen Remissionspreis abgegeben, dann könnte das bei der IVW (= Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) in die Rubrik „Sonstiger Verkauf“ fallen und damit die Gesamtauflage in den Augen der Anzeigenkunden erheblich anheben und die Zahl der Remittenden deutlich nach unten drücken. Und niemand – außer Spießer Alfons natürlich – würde etwas merken, denn: Tote Fische reden nicht.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. Dezember 2018

Ein Gedanke zu „In HÖRZU lassen sich auch tote Fische verkaufen

  1. Doc Holiday

    Aber eines ist klar: Dass Johannes Gensfleisch von oben zuschauen und sich freuen würde, wenn der Kelch an seiner Gefolgschaft gerade noch mal vorübergeht.

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