Hamburger Abendblatt will wissen: Haben Sie heute schon über den Besuch eines Weihnachtsmarktes nachgedacht?

Heute habe ich mal wieder mein abonniertes und im voraus bezahltes Hamburger Abendblatt nicht bekommen. Da ich aber auch die Online-Version abonniert habe, bin ich folgerichtige online gegangen und bekam dort folgende Frage gestellt: „Gehen Sie gerne auf den Weihnachtsmarkt?“ Das ist natürlich eine hochaktuelle Frage am 20. August, also im Hochsommer, finden Sie nicht auch?

Ich habe trotzdem geantwortet. Und schon öffnete sich ein Fenster mit der Verheißung: „1 Jahr für nur 30€“ und „nur für kurze Zeit„. Und weil dazu das A vom Abendblatt veröffentlicht wurde – siehe die Abbildung rechts! – habe ich daraus geschlossen: Ich bekomme mein Abendblatt-Abo ein Jahr lang für nur 30 Euro statt für nahezu 800 Teuro.

Aber haste gedacht! Ich bekomme das Abendblatt kein Jahr lang für nur 30 Euro, weil ich ja schon ein Teuro-Abonnement habe. Es ist also eine ziemlich perfide Werbeaktion, die der Verlag hier treibt mit dem Programm einer Firma Opinary, die nach eigener Aussage „angesehenen Verlagen“ hilft, „ihre Zielgruppen zu erreichen, zu verstehen und zu konvertieren“. Und Opinary wirbt: „Wir wecken die Neugier, indem wir die richtigen Fragen stellen.“ Wie zum Beispiel am 20. August 2025 die Frage: „Gehen Sie gerne auf den Weihnachtsmarkt?“

Ich wünsche Ihnen fröhliche Weihnachten. Die ersten Lebkuchen sind schon im Supermarkt erhältlich.

Postskriptum: Ich habe versucht, auf direktem Weg zum Funke-Verlag in den Genuss eines 30€-Jahresabos zu kommen, und musste erfahren:

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. August 2025

3 Gedanken zu „Hamburger Abendblatt will wissen: Haben Sie heute schon über den Besuch eines Weihnachtsmarktes nachgedacht?

  1. football bros

    Perfide Idee! Ich habe das Abo ja schon, daher nützt mir der Rabatt nix. Find ich echt schade, weil die Frage otherwise ne prickly Gänsehaut gemacht hätte. Und die ganzen Firmen dahinter (Opinary etc.), die sollen mal selbst auf den Weihnachtsmarkt gehen und die Reizfrequenz testen!

  2. Football prediction software download

    Haha, die perfide Idee vom Abendblatt! Mir kommt das total bekannt vor, als ob jemand versucht, mir das Lebkuchen-Weihnachtsmarktherz aus der Brust zu reißen, obwohl ichs eh schon habe. Gehen Sie gerne auf den Weihnachtsmarkt? Quatsch, ich bin schon dabei, aber ohne diesen nervigen Rabatt! Die Opinary-Boys sollten mal selbst einen Stand aufmachen und sehen lassen, wie man Neugier weckt, ohne dass man gleich eine halbe Wunschliste platzieren muss. Schade, dass die prickly Gänsehaut-Wirkung draußen bleibt, aber gut, der Funke-Verlag hat ja seine Strategie. Nur fang mal an zu fragen, ob man gerne auf den Black-Friday-Markt geht – da könnten sie was!

  3. Johannes Keller

    Herrlich pointiert beschrieben! Ihre Beobachtung zeigt sehr gut, wie absurd solche „zielgruppenoptimierten“ Fragen im Hochsommer wirken. Zwischen fehlgeliefertem Abo, Weihnachtmarkt-Fragen im August und der 30-€-Lockfalle wirkt das Ganze fast wie eine unfreiwillige Komödie. Solche Momente erinnern mich daran, wie wichtig echte, menschliche Interaktion ist – sei es in Gesprächen, auf Märkten oder sogar bei kleinen Gruppenaktivitäten, die helfen, das Eis zu brechen (hier gibt’s ein paar Ideen: Eisbrecher-Spiele). Ihr Beitrag hat mir auf jeden Fall ein Schmunzeln beschert.

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