Schlagwort-Archiv: Spießer Alfons

ADC-Seminar zum Thema pornografische Nahrung

Der Art Directors Club bietet ein neues Seminar an unter der Fragestellung: „High-Quality-Content oder doch lieber #foodporn?“ Und wir lesen: „Welche Social Media Strategie am Besten für euch ist und wie ihr das Meiste aus eurer Kampagne herausholt“.

Vorab: Aus einer Kampagne kam man natürlich nur das herausholen, was man selber reingesteckt hat. Aber: Nicht die Gestalter der Kampagne sollen das Meiste rausholen, sondern der Kunde, der dafür gezahlt hat.

Die Frage, die der Club bezüglich Foodporn stellt, ist bekanntlich nur individuell zu beantworten. Auch Pornografie bei der Nahrungsaufnahme kann High-Quality-Content sein, zum Beispiel für Pornofilmer, wenn die zeigen, wie Würstchen, Gurken und Bananen aufgenommen werden.

Und dann ist dort auch die Rede von „Social Media & Influencer Marketing“. Da kann man nur hoffen, dass der ADC so verantwortungsbewusst ist und aufklärt, dass Influencer Marketing eine der größten Verarschungen der Konsumenten ist, von der sich der ADC distanzieren sollte. Auch wäre es ratsam, würde sich der Gesetzgeber mit diesen Machenschaften mal intensiver befassen.

Ausgangs sei spießig vermerkt: Am besten (!) wäre  ein Seminar für die ADC-Mitglieder in Sachen Rechtschreibung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Oktober 2017

Sioux: Wo der Spirit aus Spirituosen kommt

Warum haben die Sioux-Indianer keine Spuren hinterlassen? Sie taten es nicht, weil sie auf weichen Sohlen über die Prärie gelatscht sind, denn die Sioux trugen Mokassins. So konnten ihre Feinde den Spuren der Indianer nur erschwert folgen, denn ihre Schuhe hinterließen weniger Eindrücke im Boden als eine Schuhsohle der Marke Sioux.

Sioux-Schuhe inserieren: „Du hinterlässt Spuren. Entscheide welche.“ Und was denkt der Leser dabei? Er denkt an die Spuren, die er in seinem Leben hinterlassen kann. Bestehende Eindrücke in Familie, Beruf und Öffentlichkeit.

Natürlich hinterlässt der Mensch auch Spuren mit seiner Schuhsohle, zumal dann, wenn diese ein deutliches Profil hat. Doch wenn der Schuhfabrikant den Claim verbreitet: „FEEL THE INDIAN SPIRIT“, dann spaziert er mit seinen Stiefeln auf dem Holzwege. Die Dinger haben weder was mit den Sioux zu tun noch mit indianischem Geist.

Den einzigen Geist, den der Träger solcher Spießer spürt, ist der Spirit aus aus den Spirituosen der Werber. Denn wer einen derartigen Nonsens formuliert hat, der hat offenbar zuviel Feuerwasser getrunken, bevor er seine spiritistischen Worte fabuliert hat.

Howgh, Häuptling Spießender Alfons hat gesprochen!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Oktober 2017

Wenn Ihr einen reizenden Darm habt

Hat jemand von Euch eventuell einen Blähbauch? Oder Verstopfung? Oder Durchfall? Dann braucht Ihr Kijimea, „die Nr. 1“. Was Kijimea ist? Wir können es der Packung entnehmen: „Reizdarm“ – siehe die Reklameannonce!

Wie wir außerdem erkennen, gibt es Kijimea Reizdarm in der großen Familienpackung. Und Franz & Gudrun aus Ebersberg geben dazu folgendes Testiomial ab: „Darmbeschwerden? Für uns kein Thema mehr.“

Beschwerlich dagegen ist die riesige Packung, die in der Wohnung von Franz & Gudrun sehr viel Platz einnimmt. Aber das Paar weiß sich zu helfen: „Wir haben einfach unsere Couch im Wohnzimmer entsorgt und sitzen nun auf der Familienpackung!“, erklärte Gudrun dem Spießer auf Anfrage. Und von dort droben hat das Ehepaar auch einen besseren Ausblick.

Worüber Alfons jetzt nur noch nachdenkt: Verstopfung ist doch genau das Gegenteil von Durchfall, oder? Wie kann es da sein, dass ein Mittel gleichzeitig für so gegensätzliche Beschwerden helfen kann…? Darüber würde der Spießer gern mit seinem Arzt oder Apotheker sprechen, aber dieser Hinweis fehlt merkwürdigerweise in der Anzeige.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Oktober 2017

Picard: Wo die Liebe so hinfällt

Picard ist nicht nur eine Insel des Aldabra-Atolls der Seychellen, sondern Picard ist auch ein Krater auf dem Mond. Aber nicht nur das, denn Picard ist auch noch ein Lederwarenhersteller; und wie der picardische Name verrät, ist es ein deutsches Unternehmen.

Von eben diesem deutschen Unternehmen hat der Spießer eine Anzeige gefunden. Und in dieser Anzeige wird eine Frage aufgeworfen und also lautend: „Schon verliebt?“ Wozu wir im Bilde ein junges Paar sehen, das seine Liebe dokumentiert: Die Frau liebt ihre Handtasche, der Mann ist verliebt in sein Huhn.

Bleibt nur noch die Frage an den Anzeigenleser unbeantwortet im Raume stehen: „Schon verliebt?“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. Oktober 2017

Die Werbung ist voll unendlicher Gründe

Natürlich weiß jeder von Euch, wer Brunello Cucinelli ist und was der herstellt. Spießer Alfons weiß es leider nicht. Und deshalb muss er sich von einer Anzeige von Brunello Cucinelli aufklären lassen und feststellen: Brunello ist ein Wein aus Italien.

Die Headline der Anzeige besteht aus einem Satz von Leonardo da Vinci und also lautend: „Die Natur ist voll unendlicher Gründe“. Und wir sehen in der Anzeige einen dieser Gründe, der dem Wein dienlich ist, nämlich lodernde Feuer in der Nacht zwischen den Reihen der Weinstöcke, damit die Reben keinen Schaden durch Kälte bekommen sollen. Und das ist vermutlich eine Idee vom Maler der Mona Lisa, denn der hatte bekanntlich sehr viele gute Ideen.

Die Idee von Spießer Alfons: Brunello Cucinelli sollte wärmende Stricksachen aus Deutschland von Carlo Colucci besorgen, damit die Arbeiter auf dem Weinberg ebenfalls gegen Wind und Kälte geschützt werden!

Oder die Jungs  trinken einen Glühwein, um sich damit zu erwärmen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Oktober 2017

Das Werbemärchen vom armen Schuster Bommel

Kennt jemand von Euch Floris van Bommel, liebe Lesergemeinde? Spießer kennt den Mann nur aus der Werbung. Dort wird er als Schuhmacher in der 9. Generation angezeigt, was bedeutet: seit dem Jahre 1734 macht die Familie van Bommel ihre Schuhe. Und noch etwas erkennt der Spießer aus der Werbung: Floris van Bommel muss eine ganz armer Mensch sein.

Wir kennen alle das alte Kinderlied: „Im Keller ist es duster, da wohnt ein armer Schuster. Er hat kein Licht. Er hat kein Licht. Er kennt die liebe Sonne nicht.“ Beim Schumacher van Bommel erkennt man die Armut daran, dass er im Winter bei Eis und Schnee in bitterer Kälte durch den Wald gegangen ist und dabei keinen wärmenden Mantel getragen hat. Auch keine Mütze, sondern bloß Handschuhe. Und was noch übler ist: Obwohl der Mann selber Schuhe macht, konnte er sich kein Paar Winterschuhe leisten, sondern er lief mit Halbschuhen durch den Schnee. Und weil seine Füße vor Eiseskälte erstarrt waren, hatte er ein wärmendes Feuer entfacht, um sich daran zu erwärmen.

Warum ein Fotograf das im Bilde festgehalten hat, weiß Spießer Alfons nicht. Und wieso Floris van Bommel es sich leisten kann, diese Anzeige zu veröffentlichen, die nicht nur Kosten für Gestaltung, sondern auch für die Schaltung verursacht hat – das bleibt für den Spießer eines dieser mystischen Rätsel in der Werbung.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. September 2017

„Bild“ ist der einzige Papagei am Kiosk, der Bescheid weiß

Stellt Euch vor, liebe Freunde der Werbung, ein Automobilhersteller würde eine Imagekampagne für seine Marke gestalten und schalten. Und in dieser Kampagne kommt zum Ausdruck: „Wir bringen die Innovationen, alle anderen Autohersteller kopieren unsere Ideen.“ Wobei das nicht nur ein Autohersteller sein könnte, der so etwas behauptet, sondern auch ein Produzent von Handys, Computern oder sonst was. Oder der Verlag einer Tageszeitung.

So etwas wäre eine eigene Profilierung unter Herabsetzung aller Wettbewerber. Und ohne Beweisführung so albern wie ein sprechender Papagei, dessen Stimme im TV-Spot synchronisiert wurde.

Die neue Imagekampagne der „Bild“-Zeitung ist der Grund für die Eingangsbemerkung des Spießers: Hier wird mit mit Hilfe von Papageien zum Ausdruck gebracht, dass „Bild“ offenbar die einzige Zeitung ist, die Bescheid weiß, und dass alle anderen Medien nur nachplappern, was „Bild“ vorgeplappert hat.

Die Metapher im Werbebild hinkt natürlich wie ein einbeiniger Ara. Denn auch die „Bild“-Redaktion, die angeblich Bescheid weiß, wird symbolisiert durch einen Papagei. Tipp des Spießers an die Werbeagentur Jung v. Matt: Nehmt als Synonym für „Bild“ doch besser einen Pfau!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. September 2017

Hamburger Abendblatt: Verkaufte Titelseite und die Rache der Redaktion?

Am vergangenen Freitag hatte das Hamburger Abendblatt eine ungewöhnliche Titelseite, und zwar eine Anzeige vom Designer Outlet in Neumünster. Von der Redaktion wurde die Anzeige nicht als Anzeige gekennzeichnet; statt dessen stand drüber: „Heute erscheint das Hamburger Abendblatt mit zwei Titelseiten“.

aus: Hamburger Abendblatt

Auf der ersten Titelseite wurde also geworben für das Shopping in Neumünster. Schlägt der Leser das Blatt auf, dann findet er auf der Seite 9 einen großen Beitrag im Wirtschaftsteil mit der Information, wie der „Kleiderkauf der Zukunft“ aussehen wird, nämlich online. Und dazu muss man natürlich nicht ins Designer Outlet nach Neumünster reisen.

Anzeige und redaktioneller Beitrag passen also zusammen. Wie die Faust aufs Auge. Spießige Mutmaßung: Die Redaktion war so stinkig über ihre durch die Anzeige verdeckte Titelseite, dass sie sich gegenüber dem Shopping-Center gerächt hat. 😉

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. September 2017

Wörwag Pharma: Wenn Ameisen in der Werbung kribbeln, dann sind es Nervenschäden

Was tut der Mensch, wenn er tierische Qualen leidet? Zum Beispiel, wenn Ameisen auf seinen nackten Füßen herumkrabbeln…? Der Spießer könnte dafür diverse Problemlösungen anbieten. So lassen sich die Ameisen mit der Hand vom Fuß abstreifen oder totklatschen. Oder man kann die Füße auch abduschen. Und wer Chemie mag, der greift zu einem Spray gegen die Quälgeister und besprüht seine Füße damit, was den Zusatznutzen hat, dass sie bis zur nächsten Fußwäsche geschützt sind.

Die Firma Wörwag Pharma hingegen zeigt an: Wenn Ameisen auf den Füßen herumkrabbeln und kribbeln, dann handelt es sich um Nervenschäden, die durch Diabetes bedingt sind. Und deshalb soll der Mensch in einem solchen Fall zu „milgamma protekt“ greifen, und „nur 1 Tablette täglich“ schlucken – siehe die Reklame-Annonce! Und das behebt auch gleichzeitig den Vitamin-B1-Mangel der Ameisen, wenn Spießer Alfons es richtig verstanden hat.

Ob man 1 Filmtablette pro Ameise schlucken soll oder ob eine Tablette bereits gegen alle Ameisen hilft, steht in dem Inserat nicht. Aber wir wissen ja: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. September 2017

Birkenstock erzählt uns was vom Pferd

Die Rätselfreunde in der spießigen Lesergemeinde wissen natürlich, was ein Rebus ist, nämlich ein Bilderrätsel. Und wer die Bilder in der Werbung betrachtet, der steht dabei häufig vor einem Rätsel nach dem Motto: Was will uns der Werber damit sagen…?

Was Birkenstock ist, dürfte ebenfalls bekannt sein. Es ist einerseits ein Stock aus dem Holz der Birke, und andererseits ist Birkenstock eine Schuhmarke. Birkenstocksandalen waren dereinst populär in Pflegeberufen, später auch bei den Jüngern aus der Alternativszene und in der Friedensbewegung. Seit ein paar Jahren nun hat sich die Marke Birkenstock verallgemeinert, will meinen: Man gibt sich modisch und bequem und ist für alle da.

Und damit kommt Spießer Alfons zum Rebus – siehe die Abbildung! Was auf den ersten Blick ausschaut wie ein Pferdegeschirr, das scheint tatsächlich ein Schuh zu sein. Und hier sogleich des Rätsels Lösung: Es ist ein Schuh von Birkenstock aus dem Jahre 1774, denn wir erfahren aus dem Anzeigentext: „Tradition since 1774“. Und damals machte man das Schuhwerk offensichtlich noch aus Rosshaar und Pferdeleder.

Oder hat jemand von Euch eine besser Auflösung dieses Bilderrätsels parat…?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. August 2017