Schlagwort-Archiv: Schuhe

Sioux: Wo der Spirit aus Spirituosen kommt

Warum haben die Sioux-Indianer keine Spuren hinterlassen? Sie taten es nicht, weil sie auf weichen Sohlen über die Prärie gelatscht sind, denn die Sioux trugen Mokassins. So konnten ihre Feinde den Spuren der Indianer nur erschwert folgen, denn ihre Schuhe hinterließen weniger Eindrücke im Boden als eine Schuhsohle der Marke Sioux.

Sioux-Schuhe inserieren: „Du hinterlässt Spuren. Entscheide welche.“ Und was denkt der Leser dabei? Er denkt an die Spuren, die er in seinem Leben hinterlassen kann. Bestehende Eindrücke in Familie, Beruf und Öffentlichkeit.

Natürlich hinterlässt der Mensch auch Spuren mit seiner Schuhsohle, zumal dann, wenn diese ein deutliches Profil hat. Doch wenn der Schuhfabrikant den Claim verbreitet: „FEEL THE INDIAN SPIRIT“, dann spaziert er mit seinen Stiefeln auf dem Holzwege. Die Dinger haben weder was mit den Sioux zu tun noch mit indianischem Geist.

Den einzigen Geist, den der Träger solcher Spießer spürt, ist der Spirit aus aus den Spirituosen der Werber. Denn wer einen derartigen Nonsens formuliert hat, der hat offenbar zuviel Feuerwasser getrunken, bevor er seine spiritistischen Worte fabuliert hat.

Howgh, Häuptling Spießender Alfons hat gesprochen!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Oktober 2017

Das Werbemärchen vom armen Schuster Bommel

Kennt jemand von Euch Floris van Bommel, liebe Lesergemeinde? Spießer kennt den Mann nur aus der Werbung. Dort wird er als Schuhmacher in der 9. Generation angezeigt, was bedeutet: seit dem Jahre 1734 macht die Familie van Bommel ihre Schuhe. Und noch etwas erkennt der Spießer aus der Werbung: Floris van Bommel muss eine ganz armer Mensch sein.

Wir kennen alle das alte Kinderlied: „Im Keller ist es duster, da wohnt ein armer Schuster. Er hat kein Licht. Er hat kein Licht. Er kennt die liebe Sonne nicht.“ Beim Schumacher van Bommel erkennt man die Armut daran, dass er im Winter bei Eis und Schnee in bitterer Kälte durch den Wald gegangen ist und dabei keinen wärmenden Mantel getragen hat. Auch keine Mütze, sondern bloß Handschuhe. Und was noch übler ist: Obwohl der Mann selber Schuhe macht, konnte er sich kein Paar Winterschuhe leisten, sondern er lief mit Halbschuhen durch den Schnee. Und weil seine Füße vor Eiseskälte erstarrt waren, hatte er ein wärmendes Feuer entfacht, um sich daran zu erwärmen.

Warum ein Fotograf das im Bilde festgehalten hat, weiß Spießer Alfons nicht. Und wieso Floris van Bommel es sich leisten kann, diese Anzeige zu veröffentlichen, die nicht nur Kosten für Gestaltung, sondern auch für die Schaltung verursacht hat – das bleibt für den Spießer eines dieser mystischen Rätsel in der Werbung.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. September 2017

Birkenstock erzählt uns was vom Pferd

Die Rätselfreunde in der spießigen Lesergemeinde wissen natürlich, was ein Rebus ist, nämlich ein Bilderrätsel. Und wer die Bilder in der Werbung betrachtet, der steht dabei häufig vor einem Rätsel nach dem Motto: Was will uns der Werber damit sagen…?

Was Birkenstock ist, dürfte ebenfalls bekannt sein. Es ist einerseits ein Stock aus dem Holz der Birke, und andererseits ist Birkenstock eine Schuhmarke. Birkenstocksandalen waren dereinst populär in Pflegeberufen, später auch bei den Jüngern aus der Alternativszene und in der Friedensbewegung. Seit ein paar Jahren nun hat sich die Marke Birkenstock verallgemeinert, will meinen: Man gibt sich modisch und bequem und ist für alle da.

Und damit kommt Spießer Alfons zum Rebus – siehe die Abbildung! Was auf den ersten Blick ausschaut wie ein Pferdegeschirr, das scheint tatsächlich ein Schuh zu sein. Und hier sogleich des Rätsels Lösung: Es ist ein Schuh von Birkenstock aus dem Jahre 1774, denn wir erfahren aus dem Anzeigentext: „Tradition since 1774“. Und damals machte man das Schuhwerk offensichtlich noch aus Rosshaar und Pferdeleder.

Oder hat jemand von Euch eine besser Auflösung dieses Bilderrätsels parat…?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. August 2017

Das reißt uns aus den Schuhen: Was ist denn hier passiert?

Der italienische Künstler Maurizio Cattelan ist bekannt für genauso skurrile wie provokante und komische Figuren, die er gestaltet. Nun sehen wir den Meister in Santoni. Nein, das ist nicht der Anzug, den er dort trägt, sondern das sind die Schuhe von Santoni.

Und was macht der Werbegestalter von Santoni? Er versucht, die Augen des Lesers weg vom Produkt – also von den Schuhen – zu lenken, indem er zwei bestrumpfte Damenbeine ins Bild rückt, die alle Aufmerksamkeit des Anzeigenbetrachters auf sich lenken. Und statt dass die Gedanken sich um die Schuhe des Protagonisten drehen, dreht sich in unserem Kopf der Gedanke: Was hat Maurizio Cattelan wohl angestellt mit der Frau, von der wir nur die Beine sehen können? Hat vielleicht jemand eine Antwort darauf…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. Mai 2017