Schlagwort-Archiv: schlechte Werbung

„Bei jedem Wetter“: Eine Jacke für das ganze Jahr?

Im Werbebilde sehen wir eine Dame mit einer Damenjacke von Schöffel. Dazu legt der Textdichter der Protagonistin die Worte in den Mund: „Ich bin raus“, aber jeder sieht: Sie ist gar nicht raus, sondern sie ist drin, nämlich in der Schöffel-Jacke. Und dann ist dort die Headline und also lautend: „Garantiert trocken und flexibel. Bei jedem Wetter!“ Und darüber hat der spießige Anzeigenleser nachgedacht.

Wie kann der Mensch in dieser Jacke bei jedem Wetter trocken sein? Wie gesagt: jedem Wetter!

Stellt Euch vor, Ihr selber seid drin in dieser Jacke. Und das Wetter ist schön. 40 Grad im Schatten. Und der Textdichter garantiert Euch im Namen des Jackenfabrikanten: Ihr werdet darinnen trocken sein, was meint: Kein Schweiß wird Euch nass machen. Was vermutlich an der angepriesenen „Unterarmbelüftung“ liegt, die trockene Achseln macht.

Die Wahrheit: Die Jacke ist nicht nur garantiert trocken, sondern auch garantiert „flexibel“. Was meint: Die Schöffel-Kundin kann ihre Jacke ausziehen – siehe Darstellung in der Anzeige unten! Und bei Regen trägt sie dann einen Ostfriesen-Nerz, der sie garantiert trocken hält.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. November 2017

Hat jemand von Euch schon mal Fuchs in Bolognese gegessen?

Fuchs macht Gewürze. Und was macht die Werbeagentur von Fuchs? Sie macht Anti-Werbung für ihren Auftraggeber. Und das passiert wie folgt:

Der Textdichter erklärt, dass man Bolognese nur 1000 mal in seinem Leben kocht. Von diesen 1000 mal sind 999 mal allerdings nur unzureichend, weil man erst beim 1000. Mal seine eigene Sauce kreiert hat. Und weil das 1000. Mal das letzte Mahl ist, bei dem offenbar Paprika edelsüß von Fuchs seine Verwendung gefunden hat, ist danach dann Schluss mit Fuchs, weil es ein 1001. Mal Bolognese angeblich nicht mehr geben soll.

Oder hat Spießer Alfons die Werbebotschaft vielleicht in den falschen Hals bekommen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. November 2017

Warum der Fleurop-Texter keine Blumen verdient

Es gibt Aussagen in der Werbung, die sind so überzeugend wie ein Korken bei Diarrhö. So sah der Spießer eine Headline von Fleurop, die da lautet: „Jeder verdient Blumen!“ Damit hat der Textdichter sich selber übertroffen, wofür er allerdings keine Blumen verdient.

„Jeder verdient Blumen!“...? Wenn Spießer Alfons darüber nachdenkt, dann fallen ihm sofort ein Dutzend Leute ein, die keine Blumen verdienen. Donald Trump zum Beispiel. Und Recep Tayyip Erdoğan. Und Kim Jong-un. Und Wladimir Wladimirowitsch Putin. Und Baschar al-Assad. UndAlexander Grigorjewitsch Lukaschenko. Und Robert Mugabe. Und Omar Hassan al-Baschir. Und Islam Karimow. Und König Mswati III. Und ‎Beate Zschäpe. Und Harvey Weinstein und wie sie sonst noch alle heißen, die mehr oder weniger prominent sind.

Diese Menschen verdienen keine Blumen. Und wenn Ihr mal an Euren persönlichen Umkreis denkt, liebe Leser, dann werden Euch ebenfalls Menschen einfallen, die keine Blumen verdienen. Höchstens Eisblumen. Aber die kann man leider nicht mit Fleurop verschicken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. November 2017

Rubbeln im Restaurant Nordsee = Fischen im Trüben

In den Restaurants und Läden von Nordsee herrscht zur Zeit „Der große NORDSEE Rubbel-Sommer“, wo es 3. Mini Cooper zu gewinnen gibt und – jetzt halten Sie sich bitte fest: „16 Mio Gewinne & Sofort-Vorteile“. Spießer Alfons hat drei dieser Rubbel-Lose bei seinem Einkauf bekommen und nach dem Rubbeln festgestellt: Her wird im Trüben gefischt!

„16 Mio“, das sind nicht etwa 16 Tausend, sondern es sind 16 Millionen Gewinne und Vorteile, die hier versprochen werden. In Buchstaben: Sechzehn Millionen! Und als der Spießer gerubbelt und gelesen hatte, was er dort gewonnen hat, wusste er nicht, ob er lachen oder weinen sollte: „2 Seelachs-Ei-Baguettes für 4,49 statt 5,98“ und: „Thunfisch-Brot jetzt nur 2,99 statt 3,99“ und: „2 Alaska-Seelachsfilets zum Preis von einem“.

Na toll. Da muss Spießer Alfons dann dreimal in ein Nordsee-Restaurant gehen und zahlen, um seinen „Gewinn“ zu bekommen, der kein Gewinn, sondern lediglich ein Preisnachlass ist, den man anderswo alle naslang bekommt, ohne dass man dafür rubbeln muss.

Frage: Warum bloß 16 Mio, warum nicht gleich 100 Mio…?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. August 2017

Unsaubere Werbewäsche von P & G: Wer Persil bei Metro kauft statt Ariel, der macht sich schuldig am Tod von Kindern

Werbung dient dazu, den Konsumenten zu beeinflussen, damit dieser eine bestimmte Ware kaufen soll. Die werbliche Ansprache an die Rezipienten kann dabei mit unterschiedlicher Stärke erfolgen, vom Soft- bis hin zum Hardselling. Und dann gibt es die gefühlsbetonte Werbung. Das ist ein emotionsgeladener Kaufappell, die sogenannte Suggestivwerbung. Grundsätzlich ist gefühlsbetonte Werbung nicht wettbewerbswidrig.

„Die Grenze zur Wettbewerbswidrigkeit ist dann überschritten, wenn in der Werbung ohne sachliche Bezugnahme auf die angebotene Ware oder Leistung, ihre Eigenschaften, Qualität, Preiswürdigkeit oder sonstige Besonderheiten zielbewusst bei dem Umworbenen Mitleid erregt wird, um dieses Gefühl im eigenen wirtschaftlichen Interesse als entscheidendes Kaufmotiv auszunutzen.“ (Wirtschaftslexikon24.com) 

Und damit kommt Spießer Alfons zum Casus Belli seines Beitrages, nämlich zur Reklame von Procter & Gamble, die hier vom Großmarkt METRO verbreitet wird. Wir lesen, was dort der „Top-Hit“ ist, und zwar: „Ariel oder Pampers kaufen und Leben retten!“. Was meint: „Kaufe Produkte der Marken Ariel oder Pampers und spende 1 Tag sauberes Trinkwasser!“

Genauer: „1 Packung = 1 Tag sauberes Trinkwasser“. Was in der Fußnote wie folgt erklärt wird: „Mit jedem Kauf von Produkten der Marken Ariel oder Pampers bei METRO im Aktionszeitraum (16. – 22. März 2017) spendet P&G 1 Tag sauberes Trinkwasser (entspricht 2 Liter mit Gegenwert $ 0,02) an den Children’s Safe Drinking Water Fund.“

Was bedeutet: Wenn der METRO-Kunde eine Packung Ariel Vollwaschmittel für € 16,79 kauft, dann bekommt ein Kind davon ganze $ 0,02 Wassergeld. Und im Bilde sehen wir ein glückliches Kind aus Afrika mit einem Plastikbecher in der Hand, gebrandet mit „P&G“ –*kotz!*.

Und jeder METRO-Kunde, der auf dieses unmoralische Angebot nicht eingeht, sondern ein anderes Waschmittel und keine Pampers kauft, der muss sich sagen lassen, dass er kein Leben gerettet hat, was bedeutet: Ein Kind musste seinetwegen sterben. Geht es eigentlich noch perfider?! 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. März 2017