Schlagwort-Archiv: Anzeige

Tudor: Eine Armbanduhr zum Verstecken

Im Bilde einer Anzeige sehen wir den Fußballer David Beckham. Und weil das ein Engländer ist, hat der Werbetexter sich seiner Englischkenntnisse erinnert und geschrieben: „Born to dare“, was meint: „Geboren, um zu wagen“. Womit sich der Anzeigenleser die Frage stellt: Was hat David Beckham gewagt?

Die Frage wird sichtbar beantwortet: Der Kicker hat sich seine Haut verunstalten lassen mit Tätowierungen, die für den Rest seines Lebens bleiben. Wer das schön oder gar ästhetisch empfindet, der träumt aus seiner Kindheit, und zwar von den Kriegsbemalungen der Indianer. Die Rothäute allerdings haben die Farbe entfernt, nachdem sie den Kriegspfad wieder verlassen hatten.

Dass das Tätowierhandwerk von den Inselbewohnern von Französich-Polynesien stammt, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Dazu ein Beitrag von Spiegel Online, wo von einem David die Rede ist.

Zurück zur Anzeige. Hier wird für eine Uhr geworben. Und wer ganz genau hinschaut, der erkennt, dass David Beckham eine Tudor-Uhr an seinem tätowierten Arm trägt – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Juli 2017

„Luft nach oben!“? Was wollen die Werber uns damit sagen…?

Im Werbebild sehen wir ein Paar auf einem Fahrrad, das eine Anzeige bekommen würde. Und zwar von der Polizei, wenn die gesehen hätte, in welch halsbrecherischer Art und Weise die beiden Personen auf einem Fahrrad auf einer Straße fahren – siehe die Abbildung!

Was wollen uns die Werber damit sagen? Der Textdichter meint: „Da ist noch Luft nach oben!“ Womit er offenbar andeuten will, dass eine Himmelfahrt durch die Luft nach oben stattfinden wird, oder was…?

Dazu passend der Hinweis: „Lebe Dich.“ Denn damit soll auf das Leben nach dem Tode hingewiesen werden. So jedenfalls liest es der Spießer aus dieser Anzeige. Doch Alfons gehört hier ja gar nicht zur Zielgruppe, denn myself ist eine Zeitschrift für Frauen, die durch die Luft nach oben fliegen möchten. Als Engel.

Na, dann mal guten Flug! Und nicht das Heft vergessen – als Reiselektüre durch die Luft nach oben!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. April 2017

Werbung für die Loveparade im Wolkenkuckucksheim

Hier ein Blog-Eintrag, der sich primär an männliche Leser richtet. Also, Männer, stellt Euch vor, Ihr seht am Kiosk das Stil-Magazin GQ. Ihr guckt auf Hollywood Star Tom Hiddleston, der dort auf dem Cover zu sehen ist und fordert: „Wir müssen mehr riskieren!“. Und dazu lest Ihr von Themen wie perfekte Jeans-Looks, wichtige Uhren-Trends aus Genf, starker Rücken in nur 20 Minuten, die besten Cocktails der Welt und die coolsten Fahrräder Retro bis High-Tech. Außerdem: „Exklusiv Fußball-Held Thomas Müller“, der erklärt: „Ich höre sofort auf, wenn…“

Das überzeugt den Mann. Und er kauft das Heft, ohne zuvor darin zu blättern. Und dann trägt er es heim, wo er es am Abend aufschlägt und diese doppelseitige Anzeige serviert bekommt: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. April 2017

Wo sind die besten Kumpel, wenn man sie mal braucht!?

Ist von einem Buddy die Rede, so versteht man darunter einen Kumpel. In der Anzeige von Picard steht „Best Buddies?“, also beste Kumpel, versehen mit einem Fragezeichen. Was will uns der Texter damit sagen…?

Im Bilde sehen wir eine Aktentasche. Die steht auf einem Kleinwagen vor den Augen eines Mannes, der so tut, als würde er das Auto im Gehen lenken. Und am Heck des Wagens stehen zwei junge Frauen, die lachend ihre Zähne zeigen und die Hände ans Automobil legen.

„Best Buddies?“ Wo sind sie, die besten Kumpel? Und: Was will das Trio mit Kleinwagen und der Aktentasche…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. April 2017

Ministerium für Wirtschaft und Energie: Reklame mit Bart

Personen, die in den Bildern der Werbung gezeigt werden, stehen dort stellvertretend für die Menschen, die mit dieser Botschaft angesprochen werden, sprich: für die Zielgruppe der Werbung. Das heißt, die Konsumenten sollen sich in der abgelichteten Person wiedererkennen. Oder die Person soll Vorbild sein mit ihrem Testiomonial.

Betrachten wir bitte den Herrn in der Anzeige vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie! Der Mann tritt hier als cooler Typ auf, der sein Bier im Kühlschrank effizient kühlt, nämlich mit A+++. Und damit sparte er soviel Geld, dass er sich davon Armband und Halskette kaufen konnte. Mehr noch: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. April 2017

Experten für garantierte Hochgefühle im Garten der Lüste

Wie bekommen zwei Menschen in einem Garten garantiert „Hochgefühle“? Spießer Alfons hat in einer Anzeige gesehen, wie einfach es ist, einer Frau quasi einen Orgasmus im Garten zu bescheren – siehe die Abbildung! Wenn es dagegen ein schwergewichtiger Mann ist, der so gefühlvoll abheben möchte, dann helfen ihm dabei seine „Experten für Garten & Landschaft“, die diese Anzeige aufgegeben haben.

Wer dem Spießer nun entgegnet, Alfons habe die Anzeige mal wieder gründlich missverstanden, weil die „Experten für Garten & Landschaft“ doch den Garten und die Landschaft bearbeiten und nicht den Gartenbesitzer – wer das so verstanden hat, der hat mit Sicherheit nicht das Kleingedruckte gelesen. Dort steht nämlich Folgendes:

Sie lieben Ihren Garten und genießen seine Schönheit jeden Tag aufs Neue?“ Und wer an dieser Stelle mit dem Kopf nickt, muss nicht mehr weiterlesen. Denn im zweiten Satz steht: „Wir teilen diese Leidenschaft fürs Grün und unterstützen Sie gern bei der Verwirklichung Ihres Traumgartens.“

Frage: Warum soll jemand, der seinen traumhaften Garten bereits genießt uns sich jeden Tag voll Hochgefühl an der Schönheit erfreut, das ändern, indem er Experten für Garten & Landschaft kommen lässt?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. März 2017

Alte Reklame-Regel: Je einfältiger ein Argument, desto ahnungsloser bleibt der Kunde

Werbetexter müssen dem potentiellen Kunden gute Argumente liefern, damit dieser einen Kauf tätigt oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt. Und wie lautet doch gleich ein altes jüdisches Sprichwort? Es lautet: „Wer glaubt, dass ein Argument richtig ist, nur weil es gedruckt steht, der ist ein Idiot.“

Der Textdichter der Consorsbank bekam von seinem Auftraggeber vermutlich ins Briefing geschrieben: „Bringen Sie die Kunden anderer Banken dazu, ihr vollständiges Depot zur Consorsbank zu geben!“ Und darum suchten die Werber nach einem Argument, warum ein Mensch sein Depot wechseln soll. Doch dabei wurde im Brainstorming ein Buchstabe verwechselt, nämlich ein „l“ das zu einem „t“ geworden ist. Was meint: Statt zu einem Einfall kam es zur Einfalt.

Das Corpus Delicti ist die Headline in der Anzeige und also lautend: „Wir wechseln ständig unser Profilbild. Warum nicht auch mal das Depot?“ Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. März 2017

Mad Men: Es gibt Werbetexter, die faseln „erst richtig süß, wenn sie blau sind“

Wir kennen alle das Kapitel aus dem Roman „Die Feuerzangenbowle“, wo Professor Crey den Primanern seinen selbstfabrizierten Heidelbeerwein kredenzt, um am praktischen Exemplel zu statuieren, was es mit der alkoholischen Gärung auf sich hat. Und der Herr Professor betont: „Jäder nor einen wenzigen Schlock!“

Und unsere Bananen sind gelb!

Der Textdichter von Edeka dagegen könnte sehr viel tiefer ins Glas mit dem Heidelbeerwein geblickt haben. Oder um es unmissverständlich zu sagen: Der Konsumpoet war vermutlich ziemlich blau, als er in der Werbeagentur saß und die Headline fabuliert hat: „Erst richtig süß, wenn sie blau sind: unsere Heidebeeren“ – siehe die – hicks! – Annonce!

Donni, donni aber auch, wer hätte das wohl gedacht?! Ist das nicht eine unerhört interessante Feststellung: Heidelbeeren, die man auch Blaubeeren nennt, sind erst richtig süß, wenn sie blau, also reif sind?! Vorher sind sie nämlich nicht richtig süß, sondern sie sind grün und falsch süß. Vergleichbar mit Erdbeeren, nur dass die nicht blau, sondern rot sein müssen, um süß zu sein. Genauso wie Bananen, die allerdings gelb sein sollten.  Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. März 2017

Tchibo: Ist das noch Kaffee oder schon … was eigentlich?

Im Bilde einer Anzeige erkennen wir eine Karaffe, welche ummantelt ist und bewickelt. Darinnen ist eine braune Flüssigkeit. Und die Headline in dieser Anzeige ist eine Frage, welche lautet: „Ist das noch Kaffee?“

Kaffee noch und nöcher

Das Inserat wurde von Tchibo aufgegeben. Und auf die eingangs gestellte Frage lautet die Antwort im Fließtext: „Ja! Und was für einer!“

Das macht den Spießer neugierig. Neugierig, warum in der Headline das Wörtchen „noch“ steht. Dieses „noch“ bedeutet: Der Kaffee ist zwar noch Kaffee aber bereits hart an der Grenze zu einem Kaffee. Und beim Anblick des Fotos könnte man auch an eine Urinflasche denken. Und dann wäre der Inhalt kaum noch Kaffee sondern war möglicherweise mal ein solcher.

Hätte Spießer Alfons die Aufgabe gehabt, eine Headline für die Anzeige zu texten, dann hätte er die Einzigartigkeit dieses milden Kaffees betont und folgendes Produktversprechen verkündet:  „Das zarte Aroma dieses Kaffees wird Ihre Sinne sanft beleben!“ Oder so ähnlich.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. März 2017

Ein Multimillionär empfiehlt uns: Depot bei der Ing-DiBa

 „Das Leben ist nicht fair.“ Was die Ing-DiBa mit diesem Werbewort verkündet, ist die Wahrheit. Zwar kennen wir die Binsenweisheit, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind, aber diese Weisheit geht in die Binsen, und zwar für Menschen, die kein Geld haben und sich weder einen Staranwalt noch einen kostspieligen Prozess leisten können, um ihr Recht vor Gericht auch durchzusetzen. Und darum ist das Leben nicht fair.

Der Mensch, der einmal behauptet hat: „Geld macht nicht glücklich“, der kann nur das Kleingeld gemeint haben. Wer soviel Geld hat, dass er damit sogar ein Depot anlegen kann, der kann sich glücklich schätzen gegenüber einem HartzIV-Empfänger. Woraus sich die Frage ergibt: Kann ein Depot überhaupt fair sein…?

Was, Du bist Normalverdiener und hast gar kein Depot? Oh, dann war das Leben aber nicht fair zu Dir! Und dann musst Du auch die Anzeige der Ing-DiBa nicht weiterlesen, wo gerade ein neues Auto angeliefert wird, über das Dirk Nowitzki sich freut wie Bolle. Klar, als bestbezahlter deutscher Sportler und Dauertestimonial für die Kreditbank, kann der Mann sich jeden Tag ein neues Auto anliefern lassen. Und sein Depot bei der Ing-DiBa ist vermutlich so hoch, das es an die Wolkendecke stößt. Woraus wir Kleinverdiener ohne Depot erkennen: Das Leben ist nicht fair, auch wenn die Kreditzinsen zur Zeit immer noch niedrig sind. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. März 2017