Kategorie-Archiv: Dumm gelaufen

Volkswagen: Wie Touran-Fahrer auf den Hund kommen

Normalerweise ist es ja so, dass die Werber in ihren Werken immer nur die positiven Seiten von Produkten und Dienstleistungen darstellen. Normalerweise. Dass ein Werbungtreibender seinen Werbern es auch mal erlaubt, die Schwachstellen seiner Ware zu demonstrieren, das ist höchst selten. Umso mehr Aufmerksamkeit verdient die Anzeige von Volkswagen – siehe die Abbildung!

Es geht hier um den Touran „mit sensorgesteuerter Kofferraumöffnung“. Und im Werbebilde sehen wir, wie die Fahrerin ihr Auto verlassen hat und ins Haus geht. Und was macht derweil der Hund? Der öffnet die Kofferraumklappe per Pfote. So kann jeder Passant, der böse Absichten hat, sich selbst bedienen im sichtbar geöffneten Fahrzeug.

„Wir bringen die Zukunft in Serie“, lautet der Claim. Und Spießer Alfons fügt hinzu: „… und die Werbung auf den Hund“.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Juni 2017

Mercedes: Zum Aufwachsen und Umzug in den Vororten

In einer deutschen Zeitschrift mit deutschen Texten sah der Spießer eine englische Anzeige. Von Mercedes, was scheinbar eine englische Automarke ist. Oder kommen die Kraftfahrzeuge aus Trumphausen…?

Um es kurz zu machen: Was soll der Unsinn, englische Texte in deutscher Werbung zu drucken? Um die junge Dame im Werbebild anzusprechen, die kein Deutsch versteht? Oder weil der Textdichter zu erkennen geben möchte, dass er die englische Sprache beherrscht…? Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. Juni 2017

Bauernfängerei im Internet: wirkaufendeinauto.de

Da stößt der Spießer im Internet auf eine Offerte, wo er herausfinden kann, welchen Ankaufswert sein altes Auto hat. Und weil Alfons neugierig war, wie sein „Oldtimer“ im Gebrauchtwagenhandel bewertet wird, hat der Spießer den Fragebogen vom Online-Portal „wirkaufendeinauto.deausgefüllt – mit Angabe seiner E-Mail-Adresse.

Und was passierte dann? Dann bekam der Spießer eine Mail mit dem Hinweis: „Wir konnten für Ihr Fahrzeug online leider keinen Preis ermitteln, Bitte buchen Sie einen kostenlosen Termin in Ihrer Filiale um Ihren Verkaufspreis zu erfahren“. Und dazu sagen die Kunden Florian S., Julia C. und Sebastian K., wie toll es in der Fililiale von „wirkaufendeinauto.de“ zugeht – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. Juni 2017

toom-Baumarkt: Ehrerbietung fürs Zusammenschrauben

Was der Baumarkt Hornbach mit seiner Werbung mal begonnen hat, wird von anderen Baumärkten fortgesetzt, nämlich den Kunden als Hero darzustellen, weil er alles selber macht, was dazu geführt hat, dass der Heimwerker sich ein Schloss im Mond baut, um es mal überspitzt zu sagen.

Zuerst einmal ein Zitat aus Wikipedia und zum Stichtwort „Respekt“ und also lautend: Respekt … bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution. Eine Steigerung des Respektes ist die Ehrfurcht, etwa vor einer Gottheit.“

Und nun betrachtet bitte mal das Plakat von toom – siehe die Abbildung! Hier wird dem „Garten-Genießer“ ein Respekt gezeugt nach dem Slogan: „Respekt, wer’s selber macht“. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Mai 2017

Woher wissen Fachmedien, ob ein Mitarbeiter sich bei einer anderen Firma beworben hat oder abgeworben wurde?

Das Abwerben von Mitarbeitern war früher einmal grundsätzlich verboten. Weil es dazu führen kann, dass Firmen leitende Leute bei Wettbewerbern mit viel Geld zum Jobwechsel geködert haben. Und diese Abwerbung passierte allein deshalb, um den Wettbewerber zu schwächen oder an deren Geschäftsgeheimnisse zu kommen. Und wenn der leitende Mitarbeiter dann gewechselt hatte, wurde er, nachdem er „ausgepackt“ hatte, schon bald darauf kaltgestellt, weil die Firma seine Arbeitskraft eigentlich gar nicht benötigt hatte. Das einfach mal so grob gesagt.

Quelle: turi2/Horizont

Ob Mitarbeiter sich selber bei einer anderen Firma beworben haben oder abgeworben wurden, war schon in Vergangenheit nicht leicht nachzuweisen. Und als dann später die Headhunter dazu kamen, deren Geschäft die Abwerbung ist, wurde dieses Thema auch vor Gerichten aufgeweicht, wobei der Nachweis einer Abwerbung zwecks Schädigung des Wettbewerbers immer noch zur Verurteilung führen kann. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Mai 2017

Trojanische Werbung: Hemden testen über O2 für € 59,-

Werbung per E-Mail ist lästig, wenn der Empfänger sie nicht haben möchte. Und bei serösen Anbietern kann man solche Offerten abbestellen. Doch was ist, wenn man die E-Mail haben will, aber keine Werbung möchte…?

Der Spießer ist Kunde bei O2, sprich Telefonica. Und seine Rechnungen bekommt er per E-Mail. Doch gerade erhielt Alfons eine E-Mail von O2, wo es nicht ums Telefon geht, sondern um Hemden. Und die soll der Spießer nicht kaufen, sondern „testen“, und zwar für „nur € 59,-“ – siehe die Abbildung!

Und dann steht im Kleingedruckten: „Jetzt entdecken und € 59,- sparen!“ Und nachdem der Spießer diesen Trojaner in seiner E-Mail entdeckt hatte, warf er das Angebot in den Papierkorb und hat somit € 59,- gespart. Und das ist der „Partnervorteil“, den O2 seinem Kunden verspricht.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. Mai 2017

ADC: Der Club der Gaukler hat wieder zugeschlagen

Werber werden häufig auch mit Gauklern verglichen, weil sie dem gemeinen Volke ständig etwas vorgaukeln. Und die bekanntesten Gaukler im Werbegewerbe haben sich sogar zu einem Verein zusammengefunden, dem Gaukler-Club ADC.

Der ADC behauptet seit Urzeiten von sich, dass allein seine Mitglieder darüber entscheiden können, was gute Werbung ist und wer die besten Kreativen in diesem unserem Lande sind, nämlich nur diejenigen, die ihre Arbeiten beim Club einreichen, um dort einen Nagel zu gewinnen.

Wenn Ihr Euch das nebenstehende Plakat anschaut, liebe Freunde der Werbung, dann erkennt Ihr schon auf einen Blick: Von Werbegestaltung versteht der ADC nichts, wie wir diesem Spiegelbild entnehmen können. Aber es kommt noch dicker: Mit dem Plakat werden die Bürger aufgefordert, ins Hamburger Museum der Arbeit zu kommen und dort Tickets von 10 bis 20 € zu kaufen, um die ADC-Ausstellung zu sehen, nämlich „Das Beste der besten Kreativen!“ Und damit hält der ADC die Menschen zum besten. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Mai 2017

Was soll „AUF DIE PRE SSE!“ bedeuten?

Vorab: „PRE“ stammt aus dem lateinischen Präfix prae und bedeutet: vor-, vorab-, vorher. Und „SSE“ steht für: Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark in Berlin. Und nun schaut bitte auf die Überschrift einer Anzeige, mit der „AUF DIE PRE SSE!“ in Berlin hingewiesen wird!

So eine Headline entsteht, wenn der Grafiker originell sein möchte, aber nur drei Wörter zwecks Gestaltung zur Verfügung hat. So macht er einfach vier daraus.

Es geht dabei aber um ein ernsthaftes Thema, nämlich um eine Veranstaltung für die „Freiheit für alle inhaftierten Journalisten in der Türkei und anderswo“, die am 3. Mai 2017, also morgen am Brandenburger Tor in Berlin stattfindet. Beworben wird das Ereignis aber nicht mit dem Hinweis: „Für die Presse!“, sondern mit der Aufforderung „Auf die Presse!“ Das soll offensichtlich ein sprachliche Gleichklang sein, der abgeleitet ist von „Auf die Fresse“ hauen! Womit folglich dem Leser angezeigt wird: Auf die Presse hauen! Warum…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Mai 2017

Werbung für die Loveparade im Wolkenkuckucksheim

Hier ein Blog-Eintrag, der sich primär an männliche Leser richtet. Also, Männer, stellt Euch vor, Ihr seht am Kiosk das Stil-Magazin GQ. Ihr guckt auf Hollywood Star Tom Hiddleston, der dort auf dem Cover zu sehen ist und fordert: „Wir müssen mehr riskieren!“. Und dazu lest Ihr von Themen wie perfekte Jeans-Looks, wichtige Uhren-Trends aus Genf, starker Rücken in nur 20 Minuten, die besten Cocktails der Welt und die coolsten Fahrräder Retro bis High-Tech. Außerdem: „Exklusiv Fußball-Held Thomas Müller“, der erklärt: „Ich höre sofort auf, wenn…“

Das überzeugt den Mann. Und er kauft das Heft, ohne zuvor darin zu blättern. Und dann trägt er es heim, wo er es am Abend aufschlägt und diese doppelseitige Anzeige serviert bekommt: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. April 2017