Marktforschung unter Freunden: Like auf Klick

Versetzen wir uns alle mal in die Rolle einer Frau. Und dann lesen wir Evastöchter in einer Anzeige die folgende Headline: „Liebst Du, was 99% der Frauen lieben? L.O.V“ – siehe die Abbildung! Und wenn wir eine Frau sind, dann sind wir auch neugierig und wollen wissen: Was lieben denn wohl 99% der Frauen?

Und wir rätseln: Lieben sie vielleicht Männer? Ne, kann nicht sein, denn es gibt mehr als 1% Frauen, die Frauen lieben statt Männer. Und wir denken: Vielleicht ist die Liebe als solche gemeint, also die Liebe zur Liebe, zumal die drei Buchstaben L.O.V sowas andeuten?

Wir können weiterspinnen und überlegen, was 99% der Frauen wohl lieben mögen: Klamotten vielleicht? Urlaub? Reisen? Gutes Essen? Geld? Oder der Höhepunkt: 99% der Frauen lieben einen Orgasmus – vermutet jedenfalls der Spießer nach eigener Erkenntnis.

Und dann blättern wir weiter und finden auf der Rückseite der Anzeige die Erklärung: „.L.O.V yourself“, was womöglich meint: 99% der Frauen lieben sich selbst.

Aber halt! Da ist noch ein Label, in dem gedruckt ist: ist:„99%* lieben ihren Lipaffair Lipstick“. Und den gibt es bei Rossmann, Müller und Budni.

Spießer Alfons ist verblüfft und fragt sich: Woher weiß der Hersteller, dass 99% der Frauen diesen Lippenstift lieben? Mit dieser Frage ist Alfons dem Sternchen hinter der Prozentzahl nachgegangen und hat mit einem Vergrößerungsglas den quergestellten Hinweis am Rande der Anzeige entziffert und also lautend:

„* 99% Produktzufriedenheit im Konsumententest mit 146 facebook Fans“

Na, dann ist ja alles klar. Nämlich: Frage Deine Fans, ob Sie Dich lieben, und Du kannst Dir zu 99% sicher sein, dass sie es tun werden! Und damit können alle Marktforschungsinstitute ihre Tätigkeit einstellen und die Markt- und Meinungsforschung fortan facebook überlassen, wo Freunde ihre Freunde bewerten.

Postskriptum: 99% lieben den besagten Lippenstift, was meint: 1% liebt ihn nicht. Kann dem Spießer bitte mal jemand verraten, wie viele Frauen 1% von 146 sind…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. August 2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.